Projekt-Info:

Neue Perspektiven für Flüchtlinge in Marokko


Ausbildungen zur Schneiderin oder Stickerin sichern Einkommen für Flüchtlingsfrauen

Frauen in der Beratungsstelle von FOO

Alphabetisierungskurse für Migrantinnen erhöhen ihre Chancen auf Integration

Marokko ist für afrikanische Flüchtlinge ein wichtiges Transitland auf dem Weg nach Europa. Aufgrund der restriktiven Grenz- und Einwanderungs-Politik der EU sowie der Gefahren der Überfahrt über das Mittelmeer bleibt vielen der Traum in das sichere Europa verwehrt. Da die Rückkehr in ihre Heimat keine Alternative ist, bleiben die Flüchtlinge dauerhaft in Marokko hängen. Ohne Perspektive auf Einkommensmöglichkeiten leben die meisten Flüchtlinge in großer Armut. Arbeitslosigkeit, Gewalt, Drogenkonsum gehören zum Alltag. Hinzu kommt, dass sie in der Regel von den Einheimischen abgelehnt werden. Sie sind alltäglich Gewalt und Diskriminierungen ausgesetzt.

EIRENE arbeitet mit der Fondation Occident Orient (Stiftung Orient-Occident) zusammen, die in Rabat und fünf weiteren Städten Marokkos Bildungs- und Begegnungszentren für Flüchtlinge und MigrantInnen betreibt. Dort erhalten die Flüchtlinge Rechtsberatung bei der Beantragung von Asyl, Hilfen bei der Wohnungssuche, Kleidung sowie Sprachförderung.

Geflüchtete Frauen sind in einer besonders schwierigen Lage. Sie haben schon allein aufgrund ihres Geschlechts weniger Rechte und Einkommensmöglichkeiten in Marokko. Vielen bleibt zum Überleben lediglich die Prostitution oder das Betteln. Daher betreibt die Stiftung zusätzlich ein Schneideratelier, das geflüchteten Frauen eine Arbeit und eine Ausbildung zur Schneiderin bietet. Ziel ist es, Perspektiven für Flüchtlinge in Marokko zu schaffen und gleichzeitig die gegenseitige Wertschätzung zwischen Flüchtlingen und MarokkanerInnen zu fördern.

EIRENES Beitrag: 

Konkret hilft EIRENE und die Partnerorganisation FOO mit folgenden Maßnahmen:

  • Beschäftigung von derzeit 12 Flüchtlingsfrauen, die bereits Erfahrungen im Schneidern und Sticken haben. Unterstützung bei der Vermarktung der Kleider.

  • Angebot der dreijährigen Ausbildung zur Schneiderin oder Stickerin für Flüchtlingsfrauen. Die Frauen werden dabei unterstützt sich später selbstständig zu machen.

  • Ausbau des interkulturellen Beratungs- und Begegnungszentrum für Flüchtlinge verschiedenster Herkünfte, Mitarbeit einer EIRENE-Fachkraft bei der Organisation von Workshops zur Förderung der Toleranz und Gewaltverminderung.

  • Juristische und psychosoziale Beratung und Begleitung von Flüchtlingen, um deren rechtliche und soziale Stellung zu verbessern.

  • Theater- und Tanzworkshops, gemeinsam mit Flüchtlingen und MarokkanerInnen, um soziale Spannungen und Vorurteile abzubauen.

Unterstützungsbedarf: 
  • Nähmaterial (Stoffe, Garne, Nadeln, etc.) für die Schneiderausbildungen. Bedarf pro Monat: 50 Euro.
  • Mit rund 100 Euro kann ein Honorar für die Rechtsberatung eines Flüchtlings bezahlt werden.
  • Workshops zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung, die das Zusammenleben von Flüchtlingen und MarokkanerInnen verbessern und Spannungen abbauen: Bedarf rd. 180 Euro pro Workshop.
  • Anschaffung einer Bühne und einer Tonanlage zur Durchführung der Kulturveranstaltungen in dem Begegnungszentrum. Bedarf: 400 Euro

 

 

Projektdaten
Land/Region: 
Marokko, Rabat
Finanzierung: 
Bundesministerium für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ), Spendengelder EIRENE
Kurzbeschreibung: 
Verbesserung der wirtschaftlichen und rechtlichen Situation für Flüchtlinge in Marokko und Eröffnung von Bleibeperspektiven.
Lokaler Partner: 
Nichtregierungsorganisation Fondation Orient-Occident (FOO)
Projektlaufzeit: 
2015-2018