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Hinweis: Dieser Bericht spiegelt die persönlichen Erfahrungen von einem EIRENE-Freiwilligen wieder und nicht in jedem Fall die Meinung von EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V. . Viel Spaß beim Lesen. Zur Rückkehr auf die "offiziellen" EIRENE-Seiten. Bevor Sie dieses Fenster verlassen: Dieses Fenster schließen. „Ich denke das Abenteuer geht dann wohl doch weiter! „ Daniel Hänel teilt seine ersten Erfahrungen in den USA mit und seine ersten Eindrücke von dem Projekt Su CASA in Chicago. (Oktober 2006)
Liebe Verwandten, Bekannten, Freunde und alle die das hier lesen,
Jetzt schaffe ich es entlich euch mal zu schreiben und eure ganzen Mail`s zu beantworten. Sorry das es so lange gedauert hat. Wo soll ich anfangen?
Soll ich damit anfangen wie der Wunsch im Ausland einen Friedensdienst fuer ein Jahr zu machen nach meiner Bewerbung im Herbst 2005 bei EIRENE langsam Gestalt annahm. Oder soll ich mit dem wohl bestem Ausreisekurs (=sind die zwei Wochen Seminar vor der tatsaechlichen Ausreise in Neuwied und Odernheim), und der genialsten Gruppe die ich bis jetzt auf meinen Reisen erlebt habe anfangen. Oder fange ich mit meinem ersten Flug an, bei dem ich leider den Start verschlafen habe. Wobei auch die Nacht in einem kleinen Hotel in Baltimore (mit Swimmingpool und Fitnessraum und einem riesigen Essen) erwaehnenswert waeren.
OK! Ich denke ich fange mit der hiesigen Situation an. Wir sind hier 19 Freiwillige davon 5 Deutsche und drei Teamer die das alles hier in der Hand haben. Die meiste Zeit leben wir in einem Haus in einer kleinen Stadt –callin New Winsor, etwa eine Stunde auserhalb von Baltimore. Es ist eine Art Begegnungszentrum der „Church of Bretheren“ (die Kirche/Organisation mit der ich meinen Dienst hier mache). Es ist ein riesiges Gelaende auf dem nicht nur eine Kirche und unsere Unterkunft ist sondern auch grosse Farbrikhallen in denen Hilfsgueter fuer Beduerftige sortiert und abgepackt werden, ein Fair Trade Laden in dem kulturgueter aus aller Welt verkauft werden –und es uebrigens den besten Kaffee in den Staaten gibt- und natuerlich einen perfekten Basketballcourt und eine Sporthalle etwa 30m oder ca.90feet vor unserer Haustuere, auf dem ich selbstverstaendlich auch jeden Tag zu finden bin. Das Essen hier ist gut auch wenn wir pro Person und Tag nur 1$ das sind ca 80 eurocent zur Verfuegung haben. Es ist jeden Tag reichlich da. Landschaftlich ist das hier eine nette Gegend (einige Huegel, Wald, Platz und schoenes Wetter). Kurz gesagt die hiesige Situation ist sehr gut.
Die Amerikaner hier sind cool drauf, wir haben eine Menge Spass und das einzige was mich hier noch ein wenig behindert ist die Sprache, die sich aber sehr schnell verbessert. Natuerlich gibt es auch kulturelle Unterschiede wie zum Beispiel dass man hier keine offene Kritik bekommt oder sagen darf, jeder Amerikaner immer laechlt, man auf der Strasse jeden anreden kann und ihm nach seinem Befinden fragen kann und auch eine 1/4h small talken kann. Man muss sich allerdings sehr anstrengen um von den oberflaechlichen Gespraechen mit den Amies weg, mal ins Detail zu kommen, und ihre persoenliche Meihnung zu erfahren. Macht aber Spass.
Was haben wir hier so erlebt?
Ich habe hier ziehmlich colle und verrueckte Erfahrungen gemacht. An unserem ersten Workday auserhalb des Hauses haben sie uns etwa 12Meilen mitten im „Middle of Nowhere“ ausgesetzt und wir hatten die Aufgabe eine Arbeit zu finden und moeglichst wieder zurueckzukommen. –erst haben wir (3 Leute) Muell vom Strassenrand aufgesammelt und anschliessend eine Kirche gereinigt und der Pastor hat uns nicht nur seine Kueche zur Verfuegung gestellt sondern auch uns dann noch nach Hause gebracht. Beim naechsten Workday haben wir in der eingangs beschriebenen Farbrikhallen zwei riesige Laster beladen mit Kisten (Klamotten, Schulpakete, erste Hilfe Koffer) abgeladen, sortiert und die Bananenkartoons ausgepakt. –waren sehr interessante Erfahrungen muss ich zugeben, generell ist es so; Freiwilligendienste sind hier wesentlich verbreiteter als bei uns, viele Menschen leisten einen Dienst zwischen 4Monate und 2 Jahren ab um etwas sinnvolles zu tun und nicht nur fuer sich selbst zu leben.
Doch die wohl krasseste und einpraegsamste Erfahrung hier stand uns und mir noch bevor. Am Donnerstag den 05.10 fuhren wir nach Baltimore und kamen nach einer Stunde Fahrt in einem Obdachlosenheim in Mitten eines riesigen schwarzen Ghettos (die Amies wuerden allerdings nie ghetto sagen fuer sie ist es eine difficult neighborhood = schwierige Nachbarschaft) an wo wir die naechsten drei Naechte bleiben und unendlich viele Eindruecke erfahren sollten. Das „I CAN“-Haus ist unterteilt in drei Stockwerke, im untersten -ein grosser Raum fuer Gottesdienste und gleichzeitig unsere Schlafstaette. In der zweiten Etage befindet sich eine Kueche (Fruehstuck zw. 6.30 und 7.00AM, Dinner 4.00PM), der Essensraum, ein Pooltisch und eine Tischtennisplatte und dazu etwa 50 freie Betten fuer Obdachlose die die Nacht dort verbringen koennen und etwas zu essen bekommen. In der dritten Etage leben die residents, die ehemaligen Obdachlosen die fuer laengere Zeit im Centre leben duerfen. Die meisten von ihnen haben Narben und Verletzungen weil sie viel Scheisse erlebt haben aber dennoch sind sie nicht aggressiv und haben uns sehr schnell akzeptiert und ich konnte mit vielen von ihnen neben dem Tischtennis und Pool spielen ueber ihr Leben und ihre Geschichte reden / viele haben es genossen das ihnen jemand zuhoert und dashalb haben sie auch sehr offen geredet –... was diese Menschen erlebt haben und wie sie wirken ist einfach unbeschreiblich –ich denke das mich diese Gespraeche sehr gepraegt haben. Der Glauben an Gott traegt diese Menschen und wie sie darueber reden, fuer mich ist damit klar gewurden, dass ich in dem Latino Ghetto in Chicago / Su Casa genau am richtigen Ort bin. Es wird auf jeden Fall schwer aber ich hoffe Gott staerkt mir die Schuldern und hilft mir.
Uebrigens ist es jetzt sicher, dass ich am Freitag den 13.10 mit dem Bus 16h nach Chicago fahre. In meinem Projekt leben 6 Latino MAMA’s mit ihren 14 Kindern zwischen 0-14j, mit mir 6Teamer und mitten in einem Ghetto. –ich denke das Abenteuer geht dann wohl doch weiter!
Waehrend unserer Zeit in Baltimore haben wir eine WG besucht fuer die der Begriff extreme Pazifisten untertrieben ist. Diese Menschen waren schon mehrer Jahren im Gefaengnis weil sie gegen die Atomwaffenprogramme auf eine gewaltfreie art und Weise protestiert haben (allerdings nicht immer legal). Auserdem haben wir einen Workday in einem Haus fuer Muetter mit ihren Kindern gemacht (d.h. ohne Lohn den Vorratsraum dieses Hauses zu saeubern), und natuerlich haben wir dann auch den den Hafen von Baltimore besucht. Den kroenenden Abschluss bildete der Gottesdienst im „I CAN –Shelter“. Es war einfach ueberragend wie die Schwarzen abgehen koennen!
Es tut mir leid aber ich kann nicht alles beschreiben was ich hier erlebe, es ist einfach zuviel aber ich habe versucht das hauptsaechliche einmal anzureisen, hoffe ihr konntet meinen Gedanken folgen und wuerde mich sehr freuen wenn ihr euch meldet, fragen stellt oder einfach mal schreibt was bei euch so geht.
Ich wuensche euch Gottes Segen und das ihre eure Traeume leben koennt.
Bis bald / Peace
Euer daniel
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