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Timo Kanjo berichtet aus Cluj von seinem Freiwilligendienst mit Kindern

Timo Kanjo berichtet aus Cluj von seinem Freiwilligendienst mit Kindern " zwischen Überraschungen und Alltag" und wie man sich auf langen Wanderungen erholt ... April 2006

Liebe Unterstützer, Freunde und Mitfreiwillige auf der ganzen Welt,

Wieder einmal, so verrät mir der Blick auf den Kalender, ist es Zeit, ein offizielles Lebenszeichen von mir zu versenden. Es ist auch, ehrlich gesagt, von Nöten, weil ich mir schon jetzt nicht sicher bin, ob ich alles Erzählenswerte in diesem Rundbrief unterbringen kann. Euch erwartet also ein bunt geschmückter Blumenstrauß mit allerlei Geschichten…

Silvester in den Bergen oder „ Mörderisches Wandern“

Jetzt kann es ja nur noch besser werden, nach dem Weihnachtsreinfall! „Eine einsame Hütte“, „mitten in den Bergen mit einer einstündigen Wanderung zu Hütte“, „Festtagsmenue“, „mit ganz vielen anderen Freiwilligen und Studenten“, „4 Tage Urlaub“… Na, wenn das mal nichts ist!

Am 29.12. ginge es dann mit der Bahn in Richtung „Fagaras-Gebirge“ los und nach wenigen Stunden Bahnfahrt konnten wir in einen Microbus umsteigen, der uns so weit wie möglich zur Hütte fuhr. An der Endstation hieß es dann: „Alles aufsatteln, den Rest müssen wir zu Fuß gehen!“ Das Schild im Tal verwies auf 1,5 Stunden WANDERWEG und ohne nochmals das Schild genau zu beachten stiefelten wir los. Der Weg sollte uns zwar schon etwas komisch vorkommen, aber wir waren ja vorgewarnt, dass es keinen richtigen Weg geben sollte, aber genügend Markierungen an den Bäumen uns den Weg weisen sollten und so deuteten wir alle Schnitzereien, Sprühungen und liegengelassenen Picknickmüll als sichere Zeichen auf dem richtigen Weg zu sein. Schneematsch, strömender Regen, steile „Wege“ und waaghalsige Flussüberquerungen konnten uns, die wir alle schon so einiges gewöhnt waren, nicht einschüchtern und wir setzten mutig unseren Marsch fort. Sollten da nun plötzlich Zweifel aufkommen? Nur weil sich nach 1 1/2 Stunden Höllentour vor uns ein völlig steiles, unbezwingbar erscheinendes, matschiges und von Wasser unterspültes Gebiet ausbreitete? – Nein! Auch diesen Weg bezwungen wir bis an die Spitze, von wo aus aber wirklich kein Weiterkommen mehr möglich war. Auch wenn an solchen Stellen in billigen Horrorfilmen immer das Handy versagt, sollten wir Glück haben und jemand von uns hatte tatsächlich dir Nummer von der Hütte mit. Die Stimme am Telefon hatte wenige aufmunternde Worte für uns, was heißen sollte, dass wir ganz am Anfang, also im Tal einfach den falschen Weg eingeschlagen hatten und wieder komplett zurück zum Absetzpunkt des Microbusses laufen mussten…. Unten angekommen sollte sich rausstellen, dass die meisten Regenjacken, Schuhe und Rucksäcke ihre „Allwettertauglich“-Aufnäher nicht im Geringsten verdienst hatten und mein Vertrauen in die Outdoor-Texilindustrie hatte ihren endgültigen Tiefpunkt erreicht. Spätestens jetzt hätte man sich überlegen sollen, die ganze Aktion abzubrechen oder einfach einige Stunden Pause zu machen und zu warten bis man wieder einigermaßen Kräfte hat .- Aber nicht mit uns, den abgehärteten Kriegsdienstverweigerern! Abermals ging es los, aber diesmal den zweifelsfrei richtigen Weg, nämlich den, auf den das Schild, welchem wir vorher nur wenig Bedeutung geschenkt hatten, wirklich zeigte. 1 ½ Stunden wies der Weg immer noch aus und wir waren uns sicher, wir würden es keine Minute länger aushalten. Die anfänglichen 500m auf einem schönen Wanderweg sollten allerdings abermals täuschen und schnell ging es wieder in Richtung von steilen, matschigen und wasserunterspülten Wegen, die so in keinster Weise die Bezeichnung „Weg“ verdient hatten. Eine Stunde später und erneut um 95% unserer verbliebenen körperlichen Kräfte beraubt, standen wir vor einer kleinen Brücke in mitten einer malerischen Landschaft, welcher wir bei diesem Wetter aber so gar nichts abgewinnen konnten. Das Schild, das dort an der Brücke hing und den Weg zu Hütte wies sollte der Gruppe sogar nochmals einen erheblichen „Motivationstiefschlag“ versetzten, denn es war dem ersten Schild, das wir gesehen hatten vollkommen identisch, inklusive der Aufschrift „1 ½ Stunden“. Nichts desto trotz setzten wir auch hier unseren Weg weiter…. Ab hier sollte das, was vorher schon nicht als „Weg“ zu bezeichnen war, einfach in einen großen Berg münden, auf dem einige Bäume mit Kreuzen markiert waren. Spätestens jetzt gaben auch die Kleider und Rucksäcke den Geist auf, mit denen man der Werbung zufolge, in eine Badewanne liegen könnte ohne Nass zu werden. Alle Rucksäcke nahmen ständig an Gewicht zu, da alles mit Wasser voll lief und auch meine Unterwäsche war zu diesem Zeitpunkt wie frisch aus der Waschmaschine. Inzwischen sollte sich auch die Großgruppe in mehrere Kleingruppen gespalten haben, wobei Rebekka, ihr Freund und ich die Vorhut bildeten und den Berg Stück für Stück zu bezwingen versuchten. Ganz besonders motivierend war dabei, dass jedes Mal, wenn man dachte, man hätte in wenigen Mitnuten die Spitze erreicht und es könne gar nicht mehr höher gehen, sich vor einem ein neuer, noch steilerer und noch höherer Berg auftat. Ende der Geschichte war dann, dass das Hüttenpersonal einen Rettungs- und Suchtrupp sendete, der uns 45 Minuten vor Erreichen der Hütte begegnete. Da wir die anderen seit sehr langer Zeit hinter uns aber nicht mehr gesehen hatten, entschieden wir uns, die erfahrenen Wanderer (nachdem Sie uns mit heißem Tee versorgt hatten) weiter den Berg runter zu schicken und auch das letzte Stück ohne Hilfe zu bewältigen.

An der Hütte angekommen, bezogen wir alle zusammen, also ca. 15 Leute, ein Zimmer und begannen an dem Holzofen unserer Kleider und unser Gepäck zu trocknen, was dazu führte, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum so hoch war, dass es fast angefangen hätte, zu regnen. Die Hütte lag in einer wunderschönen Landschaft, die wir (nachdem der Regen natürlich nur wenige Minuten nach unserer Ankunft aufgehört hatte…) auch genießen konnten. Nicht zuletzt diese Landschaft, das super Essen und das „Wir haben es geschafft“ – Gefühl trösteten über die wenig luxuriöse Ausstattung der Hüte hinweg.

Silvester: Das Festessen, das wir gebucht hatten sollte dann aber alles im Schatten erschienen lassen. Die eher schäbige Hütte verwandelte sich in dem Moment, als das Essen aufgefahren wurde vor unserm inneren Auge in ein einziges 5 Sterne Restaurant und nach dem 6. oder. 7. Gang kapitulierten die meisten von uns und ließen sich den Rest für den nächsten Tag als Mittagessen zurücklegen. Um der Stimmung willen spendierte der Hüttenvater jedem neben einer Flasche Wein, einer Flasche Sekt und 6 Flaschen Bier auch noch hartprozentiges um den Essmarathon besser verdauen zu können. Die Ballerei mit rumänischem Feuerwerk fiel dann aber zumindest für mich „ins Wasser“, denn meine schönen „Achtung III“ Böller, die in Deutschland wohl eher im Bergbau zu Verwendung kommen dürften, hatten auf dem Weg zur Hütte wohl zuviel Wasser abbekommen und so erfreuten wir uns an einigen Böllern, die den Weg überstanden hatten und dem Ausblick auf das „Sibiu-Feuerwerk“, welches direkt zu unseren Füßen lag. (Sibiu ist eine große Stadt, auf die wir direkt blicken konnten)

Alles in allem ein sehr interessantes Sylvester, das dann doch noch sein glückliches Ende finden sollte und auch der Abstieg war bei wunderschönem Sonnenschein eine Leichtigkeit für uns.

Everychild oder „Zwischen Überraschungen und Alltag“

Viel kann mich nicht mehr überraschen; Ich bin es mittlerweile gewohnt, dass die Arbeitstage manchmal wie Minuten vergehen und ich es kaum fassen kann, wie aufmerksam manche Kinder sein können, mit denen man am Tag zuvor nur höchstens 4 Minuten konzentriert arbeiten konnte. Auch kann es passieren, dass diese Kinder mir eine benotete Arbeit zeigen, die eine Zensur aufweist, die sie sich selbst nie erträumt hätten. Das stundenlange Üben zahlt sich also auch aus und sie bedanken sich für meine Hilfe. Genauso bin ich es aber auch gewöhnt, dass selbige Kinder sich nur einen Tag später wieder weigern, die Hausaufgaben zu machen, noch bevor sie die Aufgaben gelesen haben. Dass sie behaupten, sie würden das nicht verstehen oder dass ihnen ständig etwas Neues einfällt, warum sie ausgerechnet jetzt leider keine Aufgaben lösen können oder müssen. Es gibt auch Ausnahmen: Kinder, die täglich, noch bevor sie ihre Jacke abgelegt haben, zu mir kommen und mich verlegen bitten, ob ich ihnen Mathe erklären könnte und das Gegenteil, nämlich Kinder die ständig alle anderen Kinder vom Arbeiten abhalten, schimpfen, schlagen und den ganzen Tag keine einzige Aufgabe lösen. Es gibt Kinder die fast so alt sind wie ich und zur Zeit lernen, wie man zwei Zahlen addiert oder subtrahiert, es sind diejenigen, die schon längst aufgegeben haben und nur noch ihre Schulzeit absitzen wollen. Bei selbigen bleibt einem nichts anderes übrig, als ihnen die kompletten Englischhausaufgaben zu buchstabieren und mit ihnen von Anfang an mit Englisch zu beginnen. Das alles ist Alltag.

Aber gerade die täglichen Überraschungen bestimmen, ob man abends völlig gestresst nach Hause kommt oder zufrieden seinen Kaffee genießt. Es sind die Diskussionen wie die, die ich neulich mit einem Erstklässler geführt hatte, der sich ständig weigerte seine Matheaufgaben zu lösen oder schreiben zu lernen. Ich hatte gut eine Stunde versucht ihm mit Stiften, Geld, Schiebleeren und imaginärem Himbeereis zu erklären, wie man zwei Zahlen zusammenzählt oder abzieht. Auch wenn ich mit dem Himbeereis gute Fortschritte machte, merkte ich, dass er es einfach nicht lernen wollte und er gar kein Interesse zeigte. „Was willst du denn mal werden?“ fragte ich ihn, nachdem ich entschied, eine Pause zur Schneeballschlacht einzulegen. – „FBI-Agent“ meinte der Kleine, der sonst seine Freizeit im Projekt damit verbringt, in abgehackten Schritten zu laufen und mit Roboterstimme zu reden. Ob ein FBI-Agent denn rechnen und schreiben müsse, wollte ich wissen und hatte damit wenig Erfolg. „Es gibt ja auch andere Arbeiten in einem Büro oder so“. Aber auch da müsse man rechnen und schreiben erwiderte ich, aber sollte auch damit wenig Erfolg haben. “Muss man auch rechnen, wenn man die Straße fegt oder Mülleimer leert?“. - „Ja, aber vor allem muss man die Zeichen und Zahlen können, wenn man Computerspielen will, … aber das willst du ja auch nicht, oder?“ – Worauf mein kleiner angehender FBI-Agent zumindest für diesen Tag nachgab und „nur wegen den Computerspielen“ mit mir 2 Stunden Rechnen und Schreiben lernte.

Die Unterschiede zwischen Arm und Reich oder „Ein Land ohne Mittelschicht“

Wie versprochen, gibt es in diesem Rundbrief eine etwas ausführlichere Beschreibung zu den finanziellen Verhältnissen der Umgebung, in der ich lebe. Ich hatte sowohl im letzten Rundbrief, als auch in der Überschrift vorweg genommen, dass Rumänien ein Land ohne Mittelschicht sei und ich muss mich hiermit revidieren. Es gibt eine Mittelschicht und es gibt Menschen, die hier ihre eigene Wohnung, ihr eigenes Auto und immer einen relativ gefüllten Kühlschrank haben, ohne jedoch im Überfluss zu leben .- Eine ganz normale Mittelschicht also.

Den größten Unterschied zu Deutschland dürften jedoch die Proportionen der verschienen Schichten sein die ich der Einfachheit halber in nur drei Gruppen einteilen möchte: Eine „Unterschicht“, die sich dadurch definiert, dass ihr lediglich Überlebenskünstler angehören, die es trotz minimalsten Mitteln schaffen zu überleben. Eine „Mittelschicht“, die weder im Überfluss lebt, aber sich auch nicht täglich darum sorgen muss wie sie den nächsten Monat meistern soll. Die Letzte Schicht bildet die „Oberschicht“, eine Gruppe die im absoluten Überfluss lebt.

Die „Unterschicht“

Ihr gehören ein wirklich sehr großer Teil der Rumänen an (incl. Vielen Minderheitengruppen wie Roma, aber auch viele Ungarn). Im Prinzip sind das diejenigen mit denen ich täglich zu tun habe und auch wenn es sich komisch anhört, würde ich einen Großteil derjenigen, mit denen ich zusammen arbeite, auch dieser Gruppe zuordnen. Es ist eine Gruppe voller Überlebenskünstler und ich höre oft von Personen, die nach außen einen recht mittelständigen Eindruck machen, wie sie jeden Bani drehen und wenden müssen. Ich zähle zu dieser Gruppe auch Lehrer, Doktoren und Psychologen, die mir erzählen, dass sie von 250 € /Monat eine 5 köpfige Familie versorgen müssen und dabei schon 200 € für Miete und Nebenkosten drauf gehen (im Winter sogar mehr). Ich weiß von einer älteren Frau, die bei Everychild freiwillig neben ihrer Rente noch arbeitet und die im letzten Monat mit umgerechnet weniger als 2,50€ sich und ihren Sohn noch über einen halben Monat ernähren musste. Ich laufe jeden morgen an einer „Behausung“ vorbei, die aus einem sehr alten Wohnwagen und unzähligen Brettern, Plastikfolien und Metallabfällen in mitten von Wohnblocks errichtet wurde. Eine Behausung, wohl kleiner als mein Zimmer hier, das mindestens 5 oder 6 Personen Unterschlupf bietet. Ich sehe sie morgens mit einem Eimer aus einem verdreckten und inzwischen fast ausgetrockneten Bach Wasser schöpfen und sehe sie Schnee schmelzen. Abends sehe ich den Mann Holz hacken, das er wohl im Müll gesammelt haben muss und sehe die Frau ihre Wäsche an einer Leine aufhängen, die zwischen zwei Bäumen gespannt ist. Ich erlebe täglich, dass Lehrer den Kindern der reicheren Familien zusätzlich Unterricht gegen Bezahlung zukommen lassen, während die anderen Kinder somit jegliche Chance verlieren, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen. Dazu muss man sagen, dass diese Lehrer es aber auch nur tun, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Lehrer verdient hier nämlich durchschnittlich auch nur um 150 Euro und versucht sich also durch den Zweitverdienst das Leben zu sichern (..um vielleicht auch einmal bei den Eltern ausziehen zu können…). Man hat also Schwierigkeiten damit zu sagen: die Menschen sind korrupt. Es ist wohl eher das System.

Die Mittelschicht:

Es ist natürlich ein fließender Übergang zwischen „Unterschicht“ und „Mittelschicht“ und mein stark vereinfachtes Modell sollte alleine die Unterschicht in 10 verschiedenen Gruppen aufteilen, da das was ich als Unterschicht sehe alleine aus dem Grund, dass ihr der größte Teil der Rumänen angehört, schon eigentlich zu Mittelschicht wird. Die Mittelschicht, die ich hier erläutere sind oftmals (nicht nur) Menschen die entweder selbstständig sind und z.B. ein gut laufendes Restaurant besitzen oder diejenigen, die mit ihren monatlichen Gehalt eigentlich zur Unterschicht zählen müssten, aber ihren gesamten Jahresurlaub dazu verwenden, um im Ausland arbeiten zu gehen. Es sind auch z.T. die Menschen die bei mir im Projekt arbeiten und neben ihrer Tätigkeit noch anderen Beschäftigungen nachgehen. Ich kenne Menschen, die von morgens 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr Abends arbeiten und treffe sie am Wochenende in Non-Stop Supermärkten oder an Verkaufsständen, damit sie sich etwas „Luxus“ leisten können.

Es ist eine Gruppe, die einen recht geringen Anteil der Rumänen ausmacht und es sind zum größten Teil Menschen, die neben ihrer Schulausbildung viel Zeit und Energie in das Erlernen spezieller Fähigkeiten, Studien oder Fremdsprachen gesteckt haben. Ich habe mir eine Zeit lang die Mühe gemacht und jeden, der gutes Englisch sprach, gefragt, woher er diese Kenntnisse habe und nicht ein einziges Mal war die Antwort: „Na, aus der Schule!“ .- Vom Fernsehen, Sprachkurse, Auslandaufenthalte, aus Büchern,… aber nie „Na, aus der Schule!“

Die Oberschicht:

Es scheint ein wahrgewordenes Märchen zu sein, dass den „American Dream“ a là „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ in den „Romanian Dream“ verdreht,… oder man glaubt einem Großteil der Rumänien, der behauptet, „die da“, hätten ihren Reichtum nur durch Korruption, Betrügereien, Ausbeutung und Diebstahl ergaunert….

Fakt ist, dass gerade in Cluj, aber auch in anderen größeren Städten mehr teure Geländewagen und Limousinen das Straßenbild beeinflussen, als in mancher deutschen Stadt. Es gibt Straßenzüge, in denen man nicht erst auf den zweiten Blick erkennt, dass manche Gebäude kleine Abbilder des weißen Hauses darstellen. Es sind Straßenzüge, die von Marmorsäulen, riesigen Hoftoren, Villen von unglaublichem Ausmaß und den teuersten Autos gesäumt sind. Dort leben diejenigen Menschen, die in einem unvorstellbaren Reichtum leben, wie ich ihn in Deutschland noch nie so offen gesehen habe. Es sind Villen die einem nicht nur durch den riesigen Marmorlöwen am Eingang einen ehrfürchtigen Eindruck vermitteln und deren Hoftor ein Eingang in eine vollkommen andere Welt darstellt.

Fazit:

Nicht zuletzt diese riesigen gesellschaftlichen Unterschiede in Rumänien scheinen eine Art Depression bei vielen Rumänen auszulösen. Ich treffe täglich so viele Menschen, die aus finanziellen Gründen ihr Land verlassen müssen und ich muss mich ständig gegen die Vorurteile wehren, dass in Deutschland alle von goldenen Tellern speisen würden. Im gleichen Moment wird mir aber auch wieder bewusst, dass mir (nicht zuletzt durch die Miete und die Nebenkosten, die meine Organisation trägt) fast genauso viel Geld monatlich zur Verfügung steht wie einem studierten Doktor, der seine Familie mit dem Gehalt versorgen muss und schon ich alleine muss jeden Bani zweimal umdrehen und mir mein Geld genaustens einteilen.

Wird ein EU Beitritt etwas an der Situation ändern? Wenn ja: Wird es besser, oder gar schlimmer? Ist das Schulsystem an der ganzen Misere schuld?

Ich weiß es nicht….

Danksagung und Grüße

Auch in diesem Rundbrief gilt meine erste Danksagung all denjenigen, die mir mit ihrer finanziellen Unterstützung meinen Dient ermöglicht haben und mir dadurch diese Erfahrungen erst ermöglicht haben. Gegrüßt fühlen dürfen sich auch diesmal alle Mitfreiwilligen in der ganzen Welt, Art Canrobert e.V., stellvertretend für viele meiner Freunde und natürlich alle Eirenis in Neuwied und der ganzen Welt.

Euer Timo Kanjo


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