Projekt-Info:

Sozialer Zusammenhalt in der DR Kongo


Das Projekt setzt für die Rechte von Frauen und gegen sexualiserte Gewalt ein.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo wachsen die Spannungen zwischen den einheimischen Gruppen und den ruanda-stämmigen Gruppen seit den 80er Jahren. Nach dem ruandischen Völkermord 1994 zogen sich Teile der ehemaligen ruandischen Hutu-Armee (Interhamwe, heute FDLR) in die Kivu-Provinzen zurück, um von dort die Rückeroberung Ruandas vorzubereiten. Dies war 1998 der Vorwand für die ruandische Armee, (gemeinsam mit Uganda) große Teile des Kongo zu besetzen. Sie lösten damit einen Krieg aus, an dem sieben Länder beteiligt waren und der ca. 4 Millionen Menschen das Leben kostete. Da viele kongolesische Tutsi auf der Seite Ruandas gekämpft haben, werden sie heute von den anderen Gruppen häufig als ruandische Besatzer betrachtet. In Süd-Kivu bestehen derzeit große Spannungen, insbesondere zwischen den Babembe und Bafulero einerseits und den Banyamulenge (Tutsi) andererseits. Es kommt regelmäßig zu Gewaltausbrüchen. Vor diesem Hintergrund haben sich bewaffnete Gruppen gebildet (Mai-Mai-Milizen, Banyamulenge-Milizen FRF), die ihre Existenz damit rechtfertigen, dass sie ihr jeweiliges Volk vor den anderen schützen wollen. Die Miliz FRF in der Region Minembwe/Kilembwe kämpft darüber hinaus für die Anerkennung der Rechte der Banyamulenge als kongolesische Staatsbürger und die Autonomie der von Banyamulenge besiedelten Gebiete auf der Hochebene.

Seit 2004 hat sich die ruandische Armee zwar zurückgezogen, aber der Hass zwischen den Banyamulenge und den anderen Gruppen ist geblieben.  Ein zentrales Ziel des EIRENE-Projekts in der Region ist es deswegen, Aktivitäten lokaler Akteure zu unterstützen, bei denen Banyamulenge und Babembe zusammenarbeiten. So wurden in den letzten Jahren vor allem Aktivitäten zur Förderung des Dialogs zwischen den beiden Gruppen durchgeführt. Es ist dabei aber auch deutlich geworden, dass ein Schlüssel für den Frieden und den sozialen Zusammenhalt im Umgang mit den bewaffneten Gruppen sowie in der Reintegration von Ex-Kombattanten in ihre jeweiligen Gemeinschaften liegt. Als zivilgesellschaftliches Akteure, die sich in diesem Bereich engagieren, sind Kontakte und Zugänge zu beiden Seiten unverzichtbar. Dabei spielen die Familien ehemaliger Kämpfer eine wichtige Rolle und müssen ebenfalls für diesen Prozess sensibilisiert werden.

Wir werden auch in der neuen Programmphase ab dem Jahr 2015 damit fortfahren, lokale Initiativen zu unterstützen, die sich der Förderung einer Friedenskultur verschrieben haben in direktem Zusammenhang mit dem alltäglichen Leben und den konkreten Bedürfnissen in den Gemeinden. Die abgedeckten Themenbereiche sind „Gender“ bzw. „sexualisierte Gewalt“, „Landkonflikte“ und „Dialog zwischen verfeindeten Gruppen“. Die Idee dahinter ist, die Entwicklung konstruktiver Kommunikationsstrukturen zur Gewaltprävention im Alltag der Gemeinden zu begleiten.

EIRENES Beitrag: 

EIRENE unterstützt seit 2008 zivilgesellschaftliche Strukturen in der Region Fizi/Itombwe in der Provinz Südkivu im Osten des Kongo. Die EIRENE-Fachkraft vor Ort berät die Partnerstrukturen bei der Planung und Durchführung von Aktivitäten und in der Förderung lokaler und regionaler Vernetzung sowie bei der Schaffung von Synergien mit anderen lokalen Akteuren. Ferner unterstützt die Fachkraft die Partnerorganisation(en) bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit und bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten.

Projektdaten
Land/Region: 
Demokratische Republik Kongo, Provinz Süd-Kivu
Finanzierung: 
Ziviler Friedensdienst (ZFD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kurzbeschreibung: 
Zivilgesellschaftliche Akteure und lokale NROS in der Region Fizi/Itombwe
Lokaler Partner: 
Die Partnerschaft befindet sich noch im Aufbau.
Projektlaufzeit: 
2015-2018