Projekt-Info:

Ressourcengerechtigkeit im Rohstoffabbau in der DR Kongo

Der Ost-Kongo ist reich an Bodenschätzen. Die Ausbeutung dieser mineralischen Ressourcen (Coltan, Gold und Kassiterit) bestimmt seit der Kolonialzeit die ökonomische Situation des Ost-Kongo (Süd-, Nord Kivu, Maniema). Die in dieser Region stark präsenten bewaffneten Gruppen kontrollieren zu weiten Teilen den Handel mit Bodenschätzen. Daher kann der Erlös nicht in öffentliche Investitionen fließen, sondern kommt diesen Rebellengruppen zugute.

Der Kampf um die Kontrolle des Coltan (nötig zur Herstellung von Tantal, ist in Handys und Computer zu finden), Gold und Kassiterit (Zinn-Erz) ist in der Region Kivu an der Tagesordnung. Dieser Kampf spielt sich nicht nur zwischen dem kongolesischen Staat und den bewaffneten Gruppen ab, sondern auch zwischen den Nachbarländern und ausländischen Großunternehmen. Die lokale Bevölkerung gehört zu den Verlierern dieses Konflikts, unter anderem durch Vertreibung aus ihren Wohngebieten, wenn dort Rohstoffe gefunden und die Konzessionen zur Ausbeutung der Ressourcen an Unternehmen vergeben werden. Diejenigen, die in den Minen Arbeit finden, leiden oft unter schlechten Arbeitsbedingungen und geringer Bezahlung. Sogenannte Kleinschürfer suchen zugleich nach neuen Rohstoffvorkommen und riskieren dabei oft ihre Gesundheit oder gar ihr Leben.

Zwei Organisationen aus der Zivilgesellschaft, PAD und OGP, haben im Mai 2009 die Initiative ergriffen, zivilgesellschaftliche, staatliche und privatwirtschaftliche Akteure an einen Tisch zu bringen. Sie erarbeiten gemeinsam ein Konzept zur Verbesserung der Situation der Bevölkerung und der Arbeiter in den Minen. Beteiligt waren hierbei die kanadische Bergbaugesellschaft BANRO, einer der größten Minenbetreiber in der Region, sowie die zuständigen staatlichen Stellen.

Ziel des Projektes ist es, dass ein Teil des Profits aus dem Rohstoffabbau in lokale Infrastruktur- und Entwicklungsprojekten investiert wird und somit der lokalen Bevölkerung zu Gute kommt. Notwendig sind allerdings auch alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Bislang ist die Arbeit in der Landwirtschaft die einzige Alternative zur Arbeit in den Minen. Hierfür soll der landwirtschaftliche Sektor modernisiert, Erträge gesteigert und die Vermarktung der Produkte verbessert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, neue Arbeitsplätze im handwerklichen Bereich zu schaffen.

 

 

EIRENES Beitrag: 

Dieses Projekt ist Teil des Regionalprogramms EIRENE Große Seen. Eine von EIRENE entsandte Fachkraft unterstützt die Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von Lösungsansätzen für sozial- und umweltverträglichen Rohstoffabbau und –handel. Sie berät die Partnerorganisationen bei der strategischen Planung ihrer Zusammenarbeit sowie in ihrer Arbeit mit den VertreterInnen der MinenarbeiterInnen. Die Fachkraft unterstützt die Partnerorganisation zudem bei der Vernetzung mit weiteren lokalen und internationalen Akteuren, die sich ebenfalls in diesem Bereich engagieren.

Projektdaten
Land/Region: 
Demokratische Republik Kongo/Provinz Süd-Kivu
Finanzierung: 
Ziviler Friedensdienst (ZFD) aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Kurzbeschreibung: 
Unterstützung im Aufbau eines zivilgesellschaftlichen Monitoring von mineralischen Ressourcen in der Provinz Süd-Kivu.
Lokaler Partner: 
OGP (Beobachtung Regierungsführung und Frieden); PAD (Programm zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung)
Projektlaufzeit: 
2015-2018