Projekt-Info:

Medien und Frieden


Radio für und mit den Menschen vor Ort.

Techniker im Studio von Radio Maendeleo.

JournalistInnen, die oft ehrenamtlich bei Radiosendern in Burundi, Kongo und Ruanda tätig sind, haben selten eine Ausbildung. So fällt es ihnen häufig schwer Informationen zu sammeln über Ereignisse, die in schlecht erreichbaren Gegenden stattgefunden haben, oder Recherchen zu machen über Auswirkungen und Umsetzung gesetzlicher Neuerungen, zum Beispiel zur strafrechtlichen Verfolgung von Vergewaltigern. Auch erschweren schlechte Straßen, unzuverlässige Stromversorgung, aber auch die politischen Bedingungen, die die Meinungs- und Pressefreiheit einschränken, die Arbeit der JournalistInnen.

Durch das Projekt „Medien und Frieden“ wird mit verschiedenen Medienpartnern aus allen drei Ländern eine Ausbildung für JournalistInnen in der Region der Großen Seen ermöglicht. Ziel des grenzüberschreitenden Projekts ist unter anderem die Vernetzung und die Verständigung zwischen den drei Ländern voranzutreiben, da sich die Konflikte in der Region der Großen Seen gegenseitig stark beeinflussen. Einen Beitrag dazu sollen die JournalistInnen leisten, indem sie auch aus den Nachbarländern berichten und sich gegenseitig bei der Berichterstattung unterstützen. So wird Vorurteilen und Stigmatisierung der Menschen aus den anderen Ländern entgegengewirkt.

Neben dem Ausbildungsprogramm für die JournalistInnen mit regional- und länderspezifischen Themen und Techniken des Radiojournalismus werden auch Praktika in den Sendern der Nachbarländer angeboten. Die an der Partnerschaft beteiligten Radios verpflichten sich darüber hinaus, durch gegenseitige Information und den Austausch von Korrespondenten einen Beitrag zur regionalen Integration zu leisten und nach Standards des Qualitätsjournalismus zu arbeiten. Das heißt, dass die JournalistInnen auf Allparteilichkeit, Quellentreue und –vielfalt, Nachvollziehbarkeit sowie Wahrhaftigkeit achten. Neben diesen Grundlagen werden den JournalistInnen die Besonderheiten des Friedensjournalismus vermittelt. Als FriedensjournalistInnen leisten die Mitarbeitenden der drei beteiligten Radiosender einen Beitrag, Friedens- und Versöhnungsprozesse mit Hilfe des Mediums Radio in Gang zu setzen.



EIRENES Beitrag: 

Dieses Projekt ist Teil des ZFD Regionalprogramms Große Seen von EIRENE. Die Fachkraft koordiniert das von "Medien und Frieden" angebotene Ausbildungs- und Austauschprojekt. Das Projekt arbeitet mit jeweils einer Radiostation in Ruanda, Burundi und Kongo und legt den Akzent auf die Ausbildung von JournalistInnen und den Austausch von Informationen und Sendungen sowie auf die Erarbeitung friedensjournalistischer Standards.

Projektdaten
Land/Region: 
Demokratische Republik Kongo – Bukavu, Burundi – Bujumbura, Ruanda – Kibungo
Finanzierung: 
Ziviler Friedensdienst (ZFD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), DEZA (Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit)
Kurzbeschreibung: 
Förderung von Demokratie und Frieden durch Hörfunk-Sendungen und Journalistenausbildung.
Lokaler Partner: 
Radio Maendeleo und Maison de la Presse de Bukavu (DR Kongo), Centre de Formation des Médias dans la Maison de la Presse (Burundi), kommunale Radios (Ruanda)
Projektlaufzeit: 
2010-2018