Projekt-Info:

DR Kongo: Gewalt gegen Frauen verhindern

Der Osten der DR Kongo wird nach wie vor zu großen Teilen von bewaffneten Gruppen kontrolliert. Der Friedensprozess von 2008 ist hier ins Stocken geraten. Nach den vielen Jahren der Instabilität und Gewalt sind viele Menschen von Gewalterfahrungen traumatisiert. Die Schwelle zu Gewalt ist sehr niedrig, Waffen zirkulieren in städtischen und selbst in entlegensten Gebieten, kleine Auseinandersetzungen eskalieren schnell. Es kommt zum Einsatz von Gewalt und Waffen. Eine Kultur der gewaltfreien demokratischen Konfliktbearbeitung ist bisher nur ansatzweise entstanden und wird vor allem von zivilgesellschaftlichen Organisationen gefördert. Diese Ansätze gilt es langfristig zu stärken.

Ein Großteil dieser Menschen sind zivile Opfer, darunter viele Frauen und Kinder. Viele sind durch brutalste Gewalterfahrungen traumatisiert. Es gibt Hunderttausende von Frauen, die Vergewaltigungen überlebt haben, daraufhin aber häufig von ihren Familien verstoßen werden. Tausende aus den Vergewaltigungen entstandene Kinder wurden weitgehend sich selbst überlassen und sind heute als Teenager außerhalb der Gesellschaft und ohne Familien. Die Konsequenzen sind für die Frauen, das Zusammenleben innerhalb der Familien zwischen den Familien und den Gemeinschaften desaströs. Um diesem entgegen zu wirken sind in den Dörfern Frauenhäuser entstanden, in denen Frauen, die von Gewalt bedroht sind, Zuflucht finden. Diese Einrichtungen werden von der Dorfgemeinschaft akzeptiert und getragen.

Das Netzwerk CCAP (Komitee zur Koordination von Friedensaktionen) hat 27 Mitgliedsorganisationen. Zahlreiche Organisationen innerhalb des CCAP haben die Problematik der Gewalt gegen Frauen erkannt und dieses Thema zu ihrem Arbeitsschwerpunkt gemacht. Das Projekt für Frauenrechte im Netzwerk CCAP bietet den Mitgliedsorganisationen Fortbildungen zu diesem Thema an. Um die Situation der Frauen im Kongo positiv zu verändern, ist auch die Arbeit mit Männern wichtig. Denn eine nachhaltige Stärkung der Rechte der Frauen ist nur durch eine Veränderung des Rollenverständnisses zwischen Mann und Frau zu erreichen.

Diese Arbeit zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Frauen wird ergänzt durch eine zweite Projektkomponente im Bereich Reintegration bewaffneter Gruppen. Zusammen bilden sie das EIRENE Projekt „Unterstützung lokaler Friedens- und Versöhnungsaktivitäten“.

EIRENES Beitrag: 

Dieses Projekt ist Teil des Regionalprogramms Große Seen von EIRENE. Die Fachkraft unterstützt das CCAP-Netzwerk und seine Mitgliedsorganisationen durch Training und Beratung zu Fragen des Umgangs mit Gewalt gegen Frauen. Dabei werden auch Strategien zur Arbeit mit Männern zum Zusammenhang von Männlichkeit und Gewalt entwickelt.

Projektdaten
Land/Region: 
Demokratische Republik Kongo, Region Fizi/Itombwe, Stadt Uvira
Finanzierung: 
Ziviler Friedensdienst (ZFD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kurzbeschreibung: 
Unterstützung lokaler Friedens- und Versöhnungsaktivitäten
Lokaler Partner: 
CCAP Koordinationskomitee für Friedensaktionen
Projektlaufzeit: 
2010-2018