Projekt-Info:

Alphabetisierung und Friedenserziehung in Koranschulen im Niger und Burkina Faso

Niger und Burkina Faso zählen zu den ärmsten Ländern der Erde Ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung leben von unter 2$ am Tag. Die Mehrheit arbeitet auf dem Land in der Landwirtschaft. In den letzten Jahren führen periodische Dürren und Erosion der Böden immer wieder zu Ernteausfällen und Hungersnöten.  Die Menschen haben nicht genug zu essen, keinen Zugang zu sauberem Wasser, zum Gesundheits- oder Bildungssystem. Nicht einmal jede/r dritte kann lesen und schreiben, stattdessen muss jedes dritte Kind zwischen 5 und 14 Jahren schon arbeiten. Die jüngere politische Entwicklung der beiden Länder wurde von Putschversuchen, Militärregierungen und politischen Spannungen geprägt. In den letzten Jahren machen extremistische Bewegungen und die bewaffnete Gewalt zwischen islamistischen Milizen und Sicherheitskräften die Region unsicher.

Bildung ermöglicht Menschen Teilhabe am wirtschaftlichen und politischen Leben und hilft, Alternativen zur Gewalt bei der Lösung von Konflikten zu entwickeln. Aufgrund der islamischen Geschichte der Region und der Zugehörigkeit von über 90% der Bevölkerung zum Islam spielen die zahlreichen Koranschulen in Niger und Burkina Faso eine wichtige Rolle als Bildungseinrichtungen. EIRENE fördert in Zusammenarbeit mit Koranschulen im Projekt PAPEC („’Appui Pédagogique aux Ecoles Coraniques’’) die Alphabetisierung und Friedenserziehung von Kindern. Dazu kooperiert EIRENE im Niger mit der Vereinigung der Koranschulen, den Nichtregierungsorganisationen OPEN-NIGER und SALSANI. In Burkina Faso arbeitet EIRENE mit den Organisationen IQRA und SUKA TALIBO zusammen. In den Koranschulen lernen Mädchen und Jungen, die keinen Zugang zum staatlichen Schulsystem haben, Arabisch lesen, schreiben und rechnen. Im Unterricht werden auch Prinzipien der Gewaltfreiheit, Staatsbürgerschaftskunde und Demokratieverständnis vermittelt.

EIRENES Beitrag: 

EIRENE stärkt die Koranschulen institutionell, finanziell und beratend durch den Einsatz von lokalen Experten und einer friedenspädagogischen Fachkraft im Programm „Ländliche Entwicklung im Sahel“. Dieses vom BMZ sowie der EU ko-finanzierte Programm fördert in Niger und Burkina Faso zusätzlich ländliche Selbsthilfegruppen und Wiederaufforstung für den Schutz der Böden. Im Projekt PAPEC in Niger und Burkina Faso arbeiten Koranschulen, Lehrkräfte, Elternbeiräte und religiöse Führer eng zusammen, um die Lehre, Unterrichtsmaterialien und Ausstattung der Schulen zu verbessern und Übergangsklassen zum Übergang in reguläre Schulen bzw. Berufsschulen einzurichten. Das Projekt wird aufgrund der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz auf die Regionen Diffa und Téra ausgedehnt.

Projektdaten
Land/Region: 
Niger, Burkina Faso
Finanzierung: 
BMZ, Brot für die Welt, Spenden
Lokaler Partner: 
OPEN, IQRA, Salsani
Projektlaufzeit: 
2016-2019