Konfliktbearbeitung in der Region Tera/Niger
PADET NigerPADET - Promotion de la Paix et la Décentralisation dans le Département Téra (Förderung des Friedens und der Dezentralisierung im Département Téra)
Der Dezentralisierungsprozess und der Übergang hoheitlichen Handelns auf die mit der Dezentralisierung neuen entstandenen kommunalen Autoritäten und Institutionen führt im Département Téra zu Konflikten. Für die Bevölkerung wirkt der derzeitige Aufbau kommunaler Strukturen wie eine administrative Neuordnung auf der Grundlage von Ansprüchen bestimmter ethnischer Gruppen, was die Auseinandersetzung um natürliche Ressourcen und Bodenressourcen kompliziert und verschärft.
Gründe für die Konflikte liegen in der Anfechtung von Bodeneigentum, fehlenden Grenzmarkierungen von Feldern und mangelnde Rechtssicherheit bei Grundstückstransaktionen. Vielerorts gibt es Auseinandersetzungen zwischen Ackerbauern und Viehzüchtern, da Felder von durchziehenden Tierherden verwüstet werden oder Bauern die Durchzugswege, die Weidegründe oder den Zugang zu den Wasserstellen blockieren. Des Weiteren entstehen im Zuge der Dezentralisierung ethnisch bedingte Konflikte. Die Frage der Legitimität von Bodenbesitz und widersprüchliche Auffassungen von Bodeneigentum sind Ursachen dieser Konflikte. Die Sonrai gestehen den Tuareg und Peuhl kein Bodeneigentum zu, da diese weiterhin als nomadisierende Viehzüchter angesehen werden, obwohl sie in einigen Fällen sesshaft geworden sind und seit mehreren Jahrzehnten auf verschiedenen Flächen Ackerbau betreiben. Konflikte enstehen außerdem im Zusammenhang mit der Festlegung administrativer Grenzen. Unklare Zuständigkeiten, Inanspruchnahme von Leistungen und widersprüchlichen Ansprüche bilden in ihrer Gesamtheit eine Quelle oft gewaltsamer Konflikte zwischen den Bürgern der verschiedenen Gemeinden.
Ziel des Projektes PADET ist es, zur Minderung der Spannung zwischen den verschiedenen Konfliktparteien (Ackerbauern/Viehhalter, traditionelle Autoritäten und neue Administration/Kommunalverwaltung) im Département Téra beizutragen, eine Kultur des Friedens und der gewaltfreien Bearbeitung von Ressourcenkonflikten zu fördern und die örtlichen Kapazitäten zur gewaltfreien Bearbeitung von Ressourcenkonflikten im Umfeld der Dezentralisierung zu stärken. Die örtlich Verantwortlichen (örtliche Leadership für den Frieden) und die Bevölkerung im allgemeinen erkennen die essentielle Bedeutung der friedlichen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und setzen sich für den Frieden ein. Hierzu haben insbesondere die Sensibilisierungsarbeit über die radios communautaires und die jährlichen Friedenskarawanen sowie die Wahlbeobachtung während der Kommunalwahlen beigetragen. Die lokalen Akteure der Konfliktbearbeitung und die operationellen Partner werden in der ersten Phase qualifiziert und integrieren die neuen Instrumente und Mechanismen zur Konfliktbearbeitung in ihre Arbeit. Das Projekt wird seine Zusammenarbeit in der zweiten Phase auf weitere Kommunen ausweiten und darauf hinwirken, die Kapazitäten der operationellen Partner zu konsolisieren. Es ist in die übergreifende Perspektive der Friedensbewahrung und der Festigung des Rechtsstaates und der Demokratie im Niger einzuordnen.
Operationelle Partner:
- Bodenkommissionen im Département Téra (Cofodep-Commission Foncière Départementale und Cofob-Commissions Foncières de base)
- Regionalkoordination der Lokalradios in Niamey/Tillabéry
- AREN (Koordination im Département Téra)
Darüber hinaus arbeitet das Projekt im Sinne eines systemischen Ansatzes der Konfliktbearbeitung mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen strategischen Partnern nationaler und internationaler Provenienz zusammen.
Handlungsfelder / Kategorien: Aufbau von Kooperations- und Dialogstrukturen, Rechtsberatung und Trainingsmaßnahmen, Friedensjournalismus
Zielgruppe: Mitglieder von Bodenkommissionen im Département Téra (Cofodep - Commission Foncière Départementale, Cofob Commission Foncière de base), BeraterInnen und Mitglieder der Vereinigungen zur Förderung der Lokalradios, traditionelle und religiöse Chefs, Bürgermeister und Gemeinderäte, Verwaltungsbehörden und Vertreter der technischen Dienste, Sicherheitskräfte, Mitarbeiter von EZ-Projekten und Vorsitzende lokaler Vereinigungen
Anzahl der Friedensfachkräfte: 1





