Gewaltfreie Konfliktbearbeitung in Mali
GENOVICO Mali
GENOVICO - Projet d´appui à la creation d´un reseau de formateurs en Gestion Non Violente des Conflits (Netzwerk von Trainerinnen und Trainern in ziviler Konfliktbearbeitung)
Mali, größtes Sahelland Westafrikas, überspannt mit seinen 1700 km Nordsüdachse mehrere Klimazonen. Es leben über 12 verschiedene Ethnien in Mali, unter anderem Tuareg, Araber, Fulbe, Sonrai und Bambara. Sie sind Viehhalter, Ackerbauern oder Fischer.
Mali wird seit der Revolution 1991 durch eine demokratisch legitimierte Regierung geführt. Gleichzeitig hatte das Land aber auch mit der Tuaregrebellion zu kämpfen, die 1995 durch einen Waffenstillstand beendet wurde. Es dauerte jedoch noch Jahre bis sich die Situation in den betroffenen Gebieten normalisierte. Seit 1991 wächst für westafrikanische Verhältnisse eine zivile Gesellschaft heran mit einem beachtlichen Selbstbewusstsein. Es gibt heute an die 2000 registrierte NROs in Mali. Insbesondere Frauenrechtsbewegungen und Menschenrechtsorganisationen konnten sich unter den neuen Bedingungen gut entwickeln und ihre Arbeit trägt nach 10 Jahren trotz aller Widerstände gute Früchte. Die Dezentralisierungsreform führte 1998 zur Gründung von 703 Kommunen, deren Arbeit unterschiedliche Erfolge aufweist.
Ländliche Konflikte drehen sich hauptsächlich um den Zugang zu den natürlichen Ressourcen Wasser und Land. Dabei kommt es je nach Akteuren zu verschiedenen Ausprägungen. Es gibt den klassischen Konflikt zwischen Viehhaltern und Ackerbauern, der besonders im Westen und im Nigerdelta ausgeprägt ist. Im Osten und Norden sind hingegen die Konflikte zwischen den verschiedenen Viehaltern bestimmend. Hier geht es oft um Zugang zu Brunnen und Weiden sowie um Viehraub.
Hinzu kommt die permanente Unsicherheit in den Grenzgebieten. Dies trifft auf die Grenzen zu Mauretanien und Senegal zu, aber auch auf die Zonen an den Grenzen zu Algerien und Niger. In beiden Regionen zirkulieren relativ viele leichte Waffen, die entweder noch aus der Rebellion stammen oder aus den ehemaligen Kriegsgebieten Liberias und Sierra Leones importiert werden. Weitere Konflikte sind religiösen Ursprungs (Bau von Moscheen, neue religiöse Praktiken wie z. B. Sekten, Ernennung von Imamen), die Reformen zur Dezentralisierung (territoriale Aufteilung, Ressourcennutzung, Interpretation der Gesetzestexte), sozial bedingt (Ehe, Erbschaft, Nachbarschaft) und innerhalb von Chefferien verankert (Nachfolgefragen).
Ziel von GENOVICO Mali ist die Prävention von Konflikten und die lokale Konfliktbearbeitung durch Ausbildungen und durch Netzwerkarbeit. Innerhalb einer informellen Kerngruppe von Organisationen, die zu Ressourcenkonflikten mit Ackerbauern und Viehaltern arbeiten, werden Themen, wie beispielweise traditionelle Mechanismen der Konfliktbearbeitung oder Islam und Konfliktbearbeitung konzeptionell diskutiert und Studien, die im Rahmen des Projektes erstellt werden, begleitet. Das informelle Netzwerk sammelt die vorhandenen Erfahrungen und passt die von außen kommenden zKB-Instrumente und Methoden an die Gegebenheit vor Ort an.
Bei den Ausbildungen werden insbesondere malische Ausbilder, die bereits Erfahrung haben, in Methoden zur gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten weitergebildet. Das Projekt will Know-how zur zivilen Konfliktbearbeitung in dauerhafter und angepasster Form in Mali verankern. Gleichzeitig soll an einer Vernetzung der Erfahrung im frankophonen Westafrika gearbeitet werden.
Handlungsfelder / Kategorien: Aufbau von Kooperations- und Dialogstrukturen, Friedensjournalismus und Vernetzung, Beratung und Trainingsmaßnahmen
Zielgruppe: MitarbeiterInnen von malischen Nichtregierungsorganisationen und malische MitarbeiterInnen in internationalen Ressourcenschutzprojekten, sowie Mitglieder von Kommunalverwaltungen, die in konfliktträchtigen Situationen arbeiten
Anzahl der Friedensfachkräfte: 1







