Internationaler Christlicher Friedensdienst

Burundi: Friedensallianzen

Unterstützung regionaler Friedensallianzen in der Region der Großen Seen

Kooperation mit lokalen Partnern in Burundi und Ruanda

Seit 1990 haben die Menschen in der Region der Großen Seen in Afrika, ein Gebiet, das die Länder Ruanda, Burundi, Teile von Uganda und Tanzania sowie die östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo umfasst, große Krisen durchlaufen müssen. Bürgerkriege sowohl in Burundi als auch im Osten der DR Kongo mit über 4 Million Toten, der Genozid in Ruanda, immense Fluchtbewegungen innerhalb der betroffenen Länder und über die nationalen Grenzen hinweg, haben in der gesamten Region deutliche Spuren hinterlassen.

Darüber hinaus wirken extreme Armut, der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung, Terrorisierung der Bevölkerung durch Milizen - besonders im Osten der DR Kongo - Straflosigkeit und eine weite Verbreitung von HIV/AIDS destabilisierend. Feindschaften zwischen den ethnischen Gruppen sind in den Ländern auch nach den Friedensvereinbarungen immer noch vorhanden, da die Umverteilung von Macht und Ressourcen nun umgesetzt werden soll. Alle diese Faktoren bilden ein virulentes Konfliktpotential, das neue gewalttätige Auseinandersetzungen nicht ausschließt. Die Menschen brauchen Unterstützung in einem schwierigen Annäherungsprozess, der von einer Kultur der gewalttätigen Konfliktaustragung in eine Kultur der gewaltfreien Konfliktbearbeitung münden soll.

"EIRENE arbeitet in der Region der Großen Seen zunächst mit Partnerorganisationen in Burundi und Ruanda. Die lokal ansässige Bevölkerung, großen Teils der permanenten gewalttätigen Auseinandersetzungen müde, soll unterstützt werden, schwelende Konflikte unter den Ethnien gewaltfrei zu bearbeiten und perspektivisch zu überwinden.

Die Partnerorganisation von EIRENE in Burundi ist Nduwamahoro-Le Non Violent Actif, in Ruanda arbeitet EIRENE mit AMI (Association Modeste et Innocente) als strategischem Partner zusammen. Beide Vereinigungen sind Zweige von Pax Christi. AMI wurde 1990 in der Diözese Butare/Ruanda gegründet und verfügt über viel Erfahrung in Trainings zu gewaltfreier Konfliktbearbeitung. Nduwamahoro ist aus einem Versöhnungsprojekt des katholischen Zentrums CRID in Bujumbura entstanden mit dem Ziel, Gerechtigkeit und Frieden, Demokratie und Menschenrechte zu fördern. Darüber hinaus setzt sich Nduwamahoro dafür ein, dass sich die Rolle der Katholischen Kirche in Burundi von unten her verändert und eine aktivere Rolle zu Friedensfragen in der Zivilgesellschaft einnimmt. In Zusammenarbeit mit Nduwamahoro Le Nonviolent Actif möchte EIRENE Strukturen zur gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten in Burundi aufbauen und stärken. Das Projekt richtet sich zunächst an Vertreter/innen zivilgesellschaftlicher Organisationen wie Vereinigungen und Nichtregierungsorganisationen und an Journalist/innen und Frauenorganisationen. Die potentiell herausragende Rolle der katholischen und protestantischen Kirchen in der Konfliktregion wird besonders berücksichtigt, d.h. es werden in besonderer Weise Mitarbeitende kirchennaher Friedensorganisationen sowie unmittelbarer kirchlicher Strukturen einbezogen.

Für die Vernetzung lokaler Friedensstrukturen baut EIRENE in Bujumbura neben der Stelle bei Nduwamahoro eine Koordination auf, welche ohne feste Partnerbindung mit verschiedenen grenzüberschreitenden Friedensallianzen in der Region arbeitet und in ein Netz von lokalen Organisationen eingebunden ist. In der Projektregion sollen Gruppen und Organisationen in die Lage versetzt werden, Friedensstrategien zu entwickeln, die neben einer nationalen Komponente auch grenzüberschreitende Aspekte beinhalten. Ein besonderes Augenmerk wird auf Frauen als Peace Builder gelegt, die in Burundi und Ruanda eine besonders aktive und sichtbare Rolle spielen.

Weitere Kooperationen mit Partnerorganisationen in den kongolesischen Provinzen Südkivu und Maniema sind geplant. Schwerpunkte dieser Arbeit sollen in der Arbeit mit Frauen mit Gewalterfahrungen - sowohl mit Opfern als auch mit demobilisierten Kombattantinnen - im Bereich der alternativen Medien mit lokalen Radioclubs, in der Gründung und Stärkung von Basiskomitees in ländlichen Gemeinden und in der Integration demobilisierter Männer und Flüchtlinge liegen.