Brücken bauen zwischen Ost und West
Friedensdienste in Osteuropa
Warum wir uns in Osteuropa engagieren
Europa steht auf der Tagesordnung. Aber wie entsteht ein gemeinsames Europa? Besonders für die Länder Südosteuropas ist der Weg in die Europäische Union noch sehr weit. Sie haben heftige soziale Umbrüche erlebt. Die Wirtschaft ist vielfach zusammengebrochen. Viele Menschen haben diese Veränderungen als Bedrohung erlebt. Sie sind Verlierer dieser Prozesse. Während nun Politiker auf Konferenzen Rahmenbedingungen für ein vereinigtes Europa erarbeiten, gehen Freiwillige den Weg von unten, an der Seite von sozialen Randgruppen. Unsere westeuropäischen Freiwilligen können miterleben und im kleinen daran mitwirken, zivilgesellschaftliche Strukturen zu gestalten. Sie erleben Projektpartner, die mit viel Power an zentralen Problemen ihrer jeweiligen Gesellschaft arbeiten. Sie erleben den gewaltigen Unterschied zwischen Ost und West und erfahren gleichzeitig, wie nah uns dieser andere Teil Europas doch ist.

Straßenkinder in Bukarest: Trotz aller Not vital und lebenstüchtig.
Verständnis füreinander braucht Begegnung
EIRENE möchte das Zusammenwachsen von Ost- und Westeuropa fördern. Ein Europa, in dem alle Völker in Frieden miteinander leben können. Eine Illusion, sagen die einen angesichts der Kriege und Diktaturen der vergangenen Jahrzehnte und des riesigen Wohlstandsgefälles zwischen West und Ost. Eine Hoffnung, sagen die anderen, machen sich auf den Weg und gehen erste Schritte in Richtung Frieden, Versöhnung und sozialer Gerechtigkeit.
Projekte in Rumänien
Arbeit mit behinderten Kindern: In einem armen Land wie Rumänien ist die Situation für behinderte Kinder besonders schwer. Daher helfen EIRENE-Freiwillige in Heimen, die ihre behinderten Schützlinge nicht nur verwahren, sondern auch fördern und ihnen ein verlässlichessliches Zuhause geben. Behinderte Kinder erzielen mit einer geeigneten Therapie und Zuwendung große Fortschritte - ein Ansatz, der in Rumänien noch weitgehend unbekannt ist.
Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in dörflichen Sozialzentren: In manchen Dörfern leben verschiedene Bevölkerungsgruppen äußerst spannungsreich zusammen. EIRENE-Freiwillige unterstützen hier die Sozialarbeiter in den Dorfzentren, in denen Begegnung für Ungarn, Rumänen und Roma möglich ist. Als "neutrale" Ausländer sind sie wertvolle Ansprechpartner für alle Gruppen.
"Im Haus Mara spielen und basteln wir mit behinderten Kindern. Die Kinder fordern häufig Dinge von mir, die noch nie jemand gefordert hat. Vor allem Geduld für etwas, das in unserem Sinne nicht produktiv ist. Ich versuche zum tausendsten Mal, Christina beizubringen, wie man mit einer Schere schneidet. Neulich lachte sie zum ersten Mal. Das war meine schönste Belohnung. (I.S., Rumänien, 2000)"
Straßenkinder-Projekte: EIRENE-Freiwillige engagieren sich einerseits in Projekten, die präventiv ansetzen: Kindern und Jugendlichen, die auf dem Weg "zur Straße" sind, werden Alternativen angeboten. Andererseits gibt es auch Anlaufstellen für Kinder, die bereits auf der Straße leben. Diese Tageszentren bieten warme Mahlzeiten, Kleidung u.a. für die obdachlosen jungen Menschen.
Roma-Organisationen: Die Roma sind auch heute noch eine ungeliebte und ausgegrenzte Minderheit in Rumänien. Menschenrechtsorganisationen und lokale Roma-Initiativen arbeiten an dieser zentralen Frage der rumänischen Gesellschaft und werden dabei von EIRENE-Freiwilligen unterstützt.
«In diesem Sozialzentrum helfen die Freiwilligen bei der Kinder- und Jugendarbeit mit, organisieren Seminare und fördern somit die Dorfentwicklung.
Projekte in Bosnien
Internationales Jugend- und Begegnungshaus: Hier wird Kommunikation über ethnische Grenzen hinweg gefördert. Junge Menschen aller Nationen können sich hier kennen lernen. In diesem Zentrum der deutschen Organisation "Schüler helfen leben" engagieren sich EIRENE-Freiwillige aber auch beim Aufbau von Schülervertretungen und setzen sich für politische und kulturelle Bildungsarbeit ein.
"Für uns bedeutet Schülervertretung Mitbestimmung, Gestaltung unseres schulischen Umfeldes und Erlernen von Demokratie auf sehr greifbarer Ebene. All' das sind Dinge, die vielen bosnischen Schülern völlig fremd sind. Jugendliche, mit denen ich zusammenarbeite, ermutige ich immer wieder dazu, sich für diese Idee zu interessieren. Wir initiieren kleinere Aktionen dazu und führen Seminare durch." (H.K., Bosnien, 2000)
Bulgarien
Derzeit sind wir dabei, auch in Bulgarien Kontakte mit Kooperationspartnern aufzubauen. Erste Anfragen nach EIRENE-Freiwilligen liegen bereits vor.

Das internationale Jugend- und Begegnungshaus von "Schüler helfen leben" ermöglicht Begegnung.
Wie lange dauert ein Friedensdienst in Osteuropa?
Ein Freiwilligendienst mit EIRENE dauert in Osteuropa 18 Monate. In diese Zeit sind ein Sprachkurs und verschiedene Seminare integriert. Der Beginn eines Dienstes ist jeweils im Januar/Februar oder Juli/August des Jahres. Von der Erstanfrage bis Dienstbeginn dauert es etwa ein Jahr.
Wer kann mitmachen?
Ein Freiwilligendienst mit EIRENE steht Frauen und Männern ab 18 Jahren offen. Eine bestimmte Berufsausbildung ist nicht erforderlich.
Voraussetzungen
- Sprachkenntnisse in Englisch oder Französisch
- Lust auf neue Kulturen und Lebensformen
- Interesse am politischen Geschehen und an den (noch) unbekannten Kulturen in Osteuropa
- Einen Unterstützungskreis aufbauen.





