Internationaler Christlicher Friedensdienst

So sind die Eindruecke und Erfahrungen vielfaeltig gewesen, intensiv und interessant, manchmal hart und manchmal auch bitter. Doch ich moechte sie alle nicht missen!

Christiane Fischer berichtet von 13 Monaten intensiven und interessanten Erfahrungen und Eindrücken in der L`Arche Dublin in Irland. (September 2006)

Ihr lieben Unterstuetzer, liebe Familie, liebe Freunde!

3.Advent 2005

Nun bin ich schon mehr als zwei Monate hier in Irland und moechte Euch ein wenig ueber mein Hiersein und meine Arbeit berichten. Wo fange ich an? Mit einigen von Euch stehe ich regelmaessig in Verbindung, so dass sich fuer Euch wohl so manches wiederholen wird. Aber das schadet nichts ...

Am 27. September war mein Abflugtermin in Berlin-Schoenefeld. Drei Wochen zuvor fand ein 14taegiges Ausreiseseminar von EIRENE in Neuwied (bei Koblenz) und Staudernheim (bei Mainz) statt. Dort wurden wir auf sehr unterschiedliche und vielfaeltige, auch manchmal sehr anstrengende Weise (immer gruppendynamisch!) auf unseren Auslandsaufenthalt vorbereitet. Wir waren eine Gruppe von ca. 25, vor allem sehr jungen, Freiwilligen, die nun in verschiedensten Projekten in verschiedensten Laendern taetig sind (Frankreich, Belgien, USA, Kanada, Niger, Irland). Danach hatte ich noch zwei Wochen, um letzte Dinge vorzubereiten, den Rucksack zu packen, drei Pakete vorzuschicken (eine sehr teure Angelegenheit!) und vor allem, noch einmal die Familie, meine Eltern, die Kinder und Freunde zu treffen, um mich zu verabschieden. Das fiel mir dann doch ganz schoen schwer, und einige Traenen flossen ...

Am 27. September war es dann so weit – Daniel, Alexander und Jan, ein lieber Freund aus Berlin, brachten mich zum Flughafen, ueberbrueckten die Zeit bis zum Start mit allerlei froehlichem Geplauder, worueber ich sehr froh war. In Dublin wurde ich nach dem etwa zweistuendigen Flug freundlich begruesst. Das Haus, die Bewohner und einige der Freiwilligen kannte ich ja schon, da ich im Mai das Projekt bereits fuer eine Woche besucht hatte. So wusste ich schon ein wenig, was mich erwartet. Ich bezog mein Zimmerchen, etwa 12 qm gross – inzwischen habe ich es mir, so gut es ging, sogar ein bisschen gemuetlich gemacht mit Bildern an den Waenden, Muscheln und Steinen und einigen Pflanzen.

Der Stadtteil (Baldoyle), in dem ich lebe, ist im Norden Dublins gelegen, unweit des Flughafens, zehn Minuten von Kueste und Strand entfernt. Letzteres besonders geniesse ich, so oft es nur geht, und mache Wanderungen entlang der Kueste, oberhalb schroffer Klippen, mitten durch Ginster und Heide, die im Oktober und November sogar noch bluehten, oder einfach nur am Strand entlang, um Muscheln und Steine zu sammeln. Der wunderschoene, lang andauernde Herbst lud oft dazu ein. Leider ist die Zeit dafuer sehr begrenzt – und so will ich nun ein bisschen von meiner Taetigkeit und meinem neuen Umfeld berichten.

Die Arche wurde 1964 von dem Kanadier Jean Vanier in Frankreich gegruendet. Die Idee ist, dass Freiwillige ein Stueck ihres Lebens mit erwachsenen geistig behinderten Menschen teilen und gemeinsam in einer kleinen, christlich gepraegten Gemeinschaft leben. Inzwischen gibt es diese Archen in vielen Laendern. In Dublin haben wir zwei Haeuser. In meinem Haus leben vier Behinderte (genannt „core-members“, da sie den „Kern“ der Gemeinschaft bilden) – Frau C., Frau T., Herr M. und Herr N. – und fuenf Freiwillige (= assistents). Die Freiwilligen kommen aus verschiedenen Laendern: Polen, Litauen, Neuseeland und Nepal. Wir verstaendigen uns natuerlich auf Englisch, was nicht immer ganz leicht ist, aber inzwischen habe ich doch eine Menge dazugelernt. Die core-members haben alle auch koerperliche Beeintraechtigungen, so dass teilweise ein hoher Pflegeaufwand notwendig ist. So beginnt der Tag um 7 Uhr mit Wecken, Duschen, Anziehen, Fruehstueck. Etwa 9 Uhr verlassen die core-members das Haus und werden zu Workshops bzw. Tageseinrichtungen gebracht. Danach wird saubergemacht, eingekauft, Waesche gewaschen, persoenliche Angelegenheiten fuer die Bewohner geregelt und was so alles ein grosser Haushalt verlangt, erledigt ... Bis zur Rueckkehr der Behinderten gegen 15 Uhr haben wir Zeit fuer uns. Ein wichtiger Fixpunkt fuer alle ist das Dinner um 18 Uhr, wofuer wir im Wechsel kochen. Oft sind auch noch zusaetzlich Gaeste zum Essen da, so dass man schon mal fuer 12 oder 15 Personen zu kochen hat! Beschaeftigung danach, abendliche Routinehandlungen vor dem Schlafengehen, 22 Uhr ist Bettruhe. Das ist meist ein anstrengender Tag, und so gehe ich fast immer auch um diese Zeit zu Bett.

Einen Tag und einen Abend pro Woche haben wir frei, ausserdem ein Wochenende pro Monat. Diese freie Zeit habe ich bisher immer sehr intensiv fuer Aktivitaeten ausserhalb des Hauses genutzt, denn der Abstand ist enorm wichtig fuer mich. Das sehr enge Zusammenleben im Haus, kaum Privatsphaere, dauernde „Laermbelaestigung“, da alles sehr hellhoerig ist, immer Menschen um mich herum – das macht ganz schoen muede und fertig. So habe ich an meinen freien Tagen wunderschoene Wandertouren entlang der Kueste gemacht, habe Dublin und seine Umgebung kennengelernt und besuchte an einem Wochenende eine im Sueden der Insel, in Skibbereen, lebende Cousine. Im November besuchte ich recht kurz entschlossen die Eltern in Halle, worueber sie sich sehr freuten, traf auch dort meine Kinder und Geschwister und konnte mit meinem Kammerchor, dem TASK, das Brahms-Requiem in Dresden mitsingen, was fuer mich zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde.

Ja, die Musik, auch das Singen vermisse ich hier sehr. Wie selbstverstaendlich ist es doch in Deutschland, gute Konzerte besuchen zu koennen, ueberhaupt so viel (die uns gewohnte) Kultur haben zu koennen. Irlands Kultur unterscheidet sich doch ziemlich von der uns vertrauten mitteleuropaeischen Kulturtradition. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit wuerde ich gern mal ein Weihnachtsoratorium oder aehnliches hoeren ... Ein ziemlich gutes Chorkonzert mit a-cappella-Literatur konnte ich erleben, geleitet vom Dresdener Dirigenten Hans-Christoph Rademann!

Wie geht es mir nach diesen zehn Wochen in der Fremde? Ich denke, dass ich mich inzwischen recht gut eingelebt habe, wenn auch die Kommunikationsprobleme noch ziemlich massiv vorhanden sind. Ich verstehe die anderen gut, kann vieles aus dem Kontext heraus erfahren. Das Selber-Sprechen ist schwieriger, wenn auch gut moeglich fuer die alltaeglichen Dinge. Aber sobald ich mal eine „richtige“ Unterhaltung fuehren moechte, komme ich doch recht schnell an Grenzen. Da fuehle ich mich einfach meiner Muttersprache beraubt. Wie vielen Menschen auf der Welt geht das so!! Ich kann mich aus meiner Situation heraus recht gut in sie hineinversetzen. Ab Januar moechte ich deshalb an einem laenger dauernden Englisch-Kurs teilnehmen und hoffe sehr, dafuer freie Zeit zu finden.

... Aber ich glaube, die Erfahrungen, die ich dabei mache, wie ich meine eigenen Grenzen erlebe, wie ich damit umgehe, wozu ich in der Lage bin – das ist sicher wertvoll. Und nicht zuletzt – Kommunikationsschwierigkeiten in einer fremden Sprache zu meistern, auch wenn es harte Arbeit ist! Schoen ist, dass wir in unserem Haus ein recht gutes Team von assistents sind und das Zusammenarbeiten meist ganz gut klappt.

Nicht vergessen moechte ich auf EIRENE zu verweisen, die deutsche Organisation, die es mir - gemeinsam mit Euch Unterstuetzern - ermoeglichte, hier sein zu koennen. Vor zwei Wochen trafen sich alle in Irland taetigen Freiwilligen, die ueber EIRENE in verschiedensten Projekten hier arbeiten, zu einem Zwischenseminar in Nordirland in Corrymeela, ganz im Norden wunderschoen an der Kueste gelegen. Wir tauschten uns aus ueber die bisher gemachten Erfahrungen in den einzelnen Einrichtungen - es war sehr interessant, die Berichte der anderen zu hoeren, und es war schoen, deutsch zu sprechen! Neben einem Besuch des beruehmten Giants Causeway verbrachten wir einen Tag in Belfast und hoerten einiges zur Geschichte dieser Stadt und Nordirlands. Es ist gut, EIRENE hinter sich zu wissen, die einen Teil der Verantwortung fuer meinen Einsatz hier traegt. So moechte ich Euch noch einmal, auch im Namen von EIRENE fuer die Unterstuetzung danken. Vielleicht interessiert den einen oder anderen eine kurze Zusammenfassung der Arbeit dieser Organisation: „Um einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren, ist eine paedagogische und organisatorische Begleitung sehr wichtig. Fuer die Vorbereitung, die Begleitung, fuer Versicherungsfragen, Zwischenseminare und Auswertungstreffen ist die gemeinnuetzige Organisation EIRENE verantwortlich. Bereits seit 1957 unterstuetzt EIRENE im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Projekte in Afrika und Lateinamerika durch finanzielle Hilfen und durch Fachkraefte (Suedprogramm). Im Jahr 1980 wurde das Freiwilligenprogramm in den Industrielaendern entwickelt (Nordprogramm), um Menschen fuer weltweite soziale Fragen zu sensibilisieren. Das Eintreten fuer Frieden und Gerechtigkeit wird diesen Menschen in der Praxis ermoeglicht. Mitte der 90er Jahre wurden erste Freiwillige auch in Osteuropa (Ostprogramm) eingesetzt. Bis heute haben ueber 1.200 junge und aeltere Menschen einen Friedensdienst mit EIRENE in aller Welt geleistet....“

In zwei Wochen ist Weihnachten. Zum ersten Mal werde ich es nicht mit meiner Familie feiern, zum ersten Mal in der Fremde sein. Ich werde so einiges vermissen ... Aber auch dieses wird eine Erfahrung wert sein. Wir feiern gemeinsam mit den Bewohnern des zweiten Hauses in Dublin, und ich bin sicher, es wird sehr turbulent werden!




April 2006

Halbzeit – das heisst, sechs Monate L’Arche Dublin liegen hinter mir, sechs Monate liegen noch vor mir. Ich denke, auch Zeit ein wenig Bilanz zu ziehen. Manchmal vergehen die Tage wie im Fluge, manchmal schleichen die Minuten. Das wird jeder von Euch kennen. Meinen letzten Brief an Euch schrieb ich im Advent. Inzwischen bin ich mit vielem hier im Haus vertrauter und auch sicherer geworden, kenne unsere Bewohner, die core-members, und auch die anderen volunteers besser. Und – ich habe auch schon mehr vom Land gesehen und kennengelernt. Aber vielleicht der Reihe nach: In der Adventszeit erhielt ich die Anfrage, fuer zwei Wochen in der Arche Kilkenny auszuhelfen, da dort Personalmangel herrschte. Zunaechst tat ich mich ein bisschen schwer mit der Entscheidung – neue Menschen, ein mir unbekanntes Haus, Angst vor Sprachproblemen ... Aber nach einer Nacht entschied ich mich dafuer und bereute es nicht: Ich lernte sehr nette Menschen dort kennen, wurde sehr herzlich aufgenommen und konnte dies wirklich nur als Bereicherung meiner Erfahrungen ansehen. Einen Tag vor Weihnachten kehrte ich nach Dublin zurueck – mitten in die Vorbereitung fuers Fest. Da wir eine internationale Besetzung sind (ohne Iren), gab es Heilig Abend kein typisch irisches Mahl, sondern unsere beiden Polinnen kochten traditionell polnisch mit 12 Gaengen! Das war sehr schmackhaft und auch sehr gemuetlich und liess mich ein wenig das Heimweh vergessen. Gerade um Weihnachten herum fehlte mir die mir sonst gewohnte Umgebung, meine Familie, vor allem die Musik und all die schoenen Advents- und Weihnachtslieder. (Ausser „Stille Nacht“ kannte man hier keine Weihnachtslieder!) Ich stellte fest, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben das Weihnachtsfest ohne meine Familie verbrachte! Auf einem sehr primitven Keyboard im Haus spielte ich oft ganz fuer mich allein alle mir vertrauten Lieder – das stimmte mich froh und zugleich traurig. Die Zeit nach Weihnachten war fuer uns assistents sehr anstrengend, da die Workshops und Tageseinrichtungen unserer core-members geschlossen hatten und wir uns neben allen Hausarbeiten auch mehr mit den Behinderten beschaeftigen mussten. Es war nicht immer einfach, etwas zu finden, ist der Grad der Behinderung doch sehr unterschiedlich und zum Teil recht hoch, sowohl geistig als auch koerperlich. So teilten wir uns oft, gingen entweder ein wenig spazieren oder mal ins Kino, auf eine Cola in den naechstgelegenen Pub, malten oder spielten „Mensch, aergere dich nicht“. Den letzten Tag des Jahres feierten wir gemeinsam mit den Bewohnern des anderen Hauses - es war ein sehr froehlicher und ausgelassener Abend. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen, ein wenig mehr ueber die core-members zu erfahren: Da ist zunaechst Frau C., 24 Jahre alt, sie ist halbseitig gelaehmt und sitzt in einem elektrischen Rollstuhl, den sie in bewunderswerter Weise selbst steuern kann. Ihre geistige Behinderung ist „mittelgradig“, sie kann sprechen, ist allerdings auf Grund der Laehmung schwer zu verstehen. Sie ist sehr selbstbewusst und auch eigensinnig, moechte am liebsten unabhaengig leben (was natuerlich voellig unmoeglich ist), faehrt allein mit dem Bus zum Workshop, kauft auch ein, braucht ansonsten viel und zeitaufwendige Hilfe bei den taeglichen Verrichtungen. Frau T. mit Down-Syndrom ist 56 Jahre alt, geistig sehr schwach, aber sehr liebenswert mit ihrer ansteckenden Froehlichkeit. Bei ihr habe ich gelernt, was es heisst, Geduld aufzubringen! Sie ist oft ziemlich starrsinnig, und es dauert meist sehr lange, ehe sie bereit ist, sich zum Beispiel an- oder auszuziehen, zur Toilette zu gehen, aufzustehen ... Da vergeht viel Zeit mit Warten, immer wieder auffordern, Dinge zu tun. Anfangs dachte ich, das nicht auszuhalten, war oft verzweifelt, doch inzwischen habe ich ein bisschen dazugelernt und uebe mich besser in Geduld. Herr N., 26 Jahre alt, kann sehr schlecht laufen auf Grund halbseitiger Laehnungserscheinungen. Er hat einige Aufgaben im Haushalt wie Muell entsorgen oder die Spuelmaschine anstellen und ausraeumen, tut dies mit Akribie und Freundlichkeit. Aber er ist auch sehr, sehr zwanghaft und reagiert mit Aggressionsausbruechen und Schlaegen, wenn etwas ungewohnt oder veraendert im Ablauf ist. Da muessen wir sehr auf der Hut sein! Herr M., Anfang 50, schwerer Epileptiker, kann auf Grund einer Fehlstellung seiner Fuesse sehr schlecht laufen. Ist er gut in Form, hat er ein wahres Talent zum Entertainer. Da haben wir oft eine Menge zu lachen. Soviel zu unseren core-members, mit denen wir gemeinsam leben, denen wir helfen, ihre taeglichen Aufgaben zu bewaeltigen. Ein wenig moechte ich noch von meiner doch sehr knapp bemessenen Freizeit berichten: Immer, wenn irgend moeglich – das heisst, normalerweise zwei Stunden taeglich in der Mittagszeit – gehe ich am nahegelegenen Strand oder Ufer spazieren, lasse mir den Wind um die Nase wehen, hoere mittels tragbarem CD-Player Musik oder Hoerspiele und tanke neue Energie. Das ist mir wirklich taegliches Beduerfnis geworden. Im Feburar und Maerz hatte ich Besuch von lieben Freundinnen – wir mieteten uns ein Auto, fuhren an die Westkueste Irlands, einer landschaftlich wunderschoenen und vielfaeltigen Gegend und konnten es gemeinsam sehr geniessen. Wir waren sehr beeindruckt von allem, auch von der wirklich sprichwoertlichen Freundlichkeit und Zugewandtheit der Menschen.

Nun steht Ostern vor der Tuer, auch hier im katholischen Irland und der katholischen Community ein wichtiges Fest mit allerhand Ritualen und Gottesdiensten. In der Woche danach fahren wir gemeinsam in die Ferien nach Wexford, im Sueden Irlands gelegen. Darauf freuen sich natuerlich schon alle.



Dublin, im August 2006

Das Jahr meines Irland-Aufenthaltes neigt sich dem Ende entgegen, und es ist Zeit, dass Ihr noch einmal Post von mir bekommt, auch Zeit, ein wenig Bilanz zu ziehen. Wenn ich zurueckschaue, sind die letzten Monate ziemlich schnell vergangen - und sie waren voller Ereignisse, Eindruecke, Begegnungen, Veraenderungen. Herr M. und Herr N., unsere beiden maennlichen core-members waren inzwischen in andere Einrichtungen umgezogen. Im Moment leben hier nur noch Frau C. und Frau T. als core-members. Meine Nachfolgerin Rebecca, ebenso wie ich von EIRENE vermittelt, ist auch schon hier, und so laeuft unser Leben bei guter Arbeitsteilung und harmonischer Atmosphaere recht entspannt und ruhig. Ich bin sehr froh darueber, hatte ich bei meiner Rueckkehr doch einige Bauchschmerzen und Bedenken und auch ein schlechtes Gewissen, meine Arbeit hier vernachlaessigt zu haben. Mitte August besuchten mich meine Soehne und wir verbrachten schoene gemeinsame Tage an der Suedkueste Irlands mit herrlichen Ausfluegen.

Nun geht also die Zeit hier zu Ende. Was nehme ich mit? Irland hat wunderschoene Landschaften, Kuesten, Berge, alte Kloester, uralte Kulturstaetten.... Die Iren sind offene, zugewandte und sehr kommunikative Menschen (da koennte sich manch Deutscher etwas abgucken!). Links zu fahren im Strassenverkehr ist gar nicht so schwer... Aber vor allem habe ich viele wunderbare Menschen kennengelernt. Und ich habe gelernt, mich in einer fremden Sprache auszudruecken und zurechtzufinden (auch wenn es da noch viele Defizite gibt). Ich habe gelernt, ein sehr enges Zusammenleben mit voellig verschiedenen Menschen auszuhalten. Im Umgang mit unseren core-members lernte ich, Geduld aufzubringen. Und taeglich erlebe ich mit ihnen, wie wenig es braucht, sich zu freuen. So sind die Eindruecke und Erfahrungen vielfaeltig gewesen, intensiv und interessant, manchmal hart und manchmal auch bitter. Doch ich moechte sie alle nicht missen. Und ich denke, sie haben mich vielleicht sogar ein wenig veraendert. Aber ich weiss jetzt auch, wie wichtig mir meine Heimat und vor allem meine mir vertraute Muttersprache ist. Euch allen moechte ich Danke sagen! Besonders die finanziellen Beitraege haben mir diese Zeit ermoeglicht, aber ich bin auch dankbar fuer alle moralische Unterstuetzung, die Briefe, e-mails, Telefonate, guten Gedanken! Und ich bin den Mitarbeitern von EIRENE, der Organisation die mich hierher vermittelte, dankbar. Sie leisteten eine gute Vorbereitung, organisierten ein interessantes Zwischenseminar mit allen anderen Irland-Freiwilligen, und nach Abschluss laden sie zu einem Rueckkehrerseminar nach Neuwied ein. Auch fand ich dort immer ein offenes Ohr fuer anfallende Fragen und Probleme.

So verabschiede ich mich mit ganz lieben Gruessen! Eure Christiane