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Darüber hinaus ist das gesamte Verfahren durch Geheimhaltung gekennzeichnet. Mißstände werden - wenn überhaupt - nur zufällig und im Nachhinein bekannt. Sogar Parlamentarier/innen können die Entscheidungen nicht beeinflussen; sie erteilen statt dessen eine jährliche Blankozusage über die gesamte Deckungssumme. Die Hermes-Zusage beim weltweit umstrittenen Drei-Schluchten-Staudamm in China hat gezeigt, daß nicht einmal eine Parlamentsdebatte Einfluß auf die Bürgschaftsvergabe hat. Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen - nur die Ministerien, die Industrie und die Banken sind bei der Vergabe von Deckungszusagen dabei. Nutznießer dieser Praxis sind deutsche Unternehmen, die ihre Exporte in Hoch-Risiko-Länder mit staatlicher Unterstützung versichern lassen. Nutznießer in den Importländer sind in vielen Fällen korrupte Eliten, die unverantwortliche Großprojekte gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen und dafür massive Schuldenerhöhungen in Kauf nehmen. Leidtragende sind die von ökologischen Katastrophen, Zwangsumsiedlungen, Kriegen und Verschuldung Betroffenen. Wir fordern:
Zur Umsetzung dieser Ziele fordern wir:Prüfung der Umwelt- und Sozialverträglichkeitaller Anträge auf Grundlage der Weltbank-Richtlinien unter Beteiligung der Öffentlichkeit in Deutschland und in den Empfängerländern. Von der Bürgschaftsvergabe prinzipiell auszuschließen sind Exporte mit schwerwiegenden negativen Folgen für Mensch und Umwelt. Dazu zählen insbesondere Atomtechnologie, Industrievorhaben in sensiblen Ökosystemen, Großstaudämme und gefährliche Chemikalien. Prinzipielles Verbot der Versicherung von Rüstung und rüstungsnahen GüternExporte, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können (Dual-use-Güter), dürfen nicht versichert werden, wenn ein militärischer Empfänger angegeben wird. Nutzt ein ziviler Empfänger ein Dual-use-Gut für militärische Zwecke, muß das zum Erlöschen des Versicherungsschutzes führen. Beachtung entwicklungspolitischer Kriterien bei Exporten in Entwicklungsländerdurch explizite Zustimmung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) im Rahmen einer transparenten Prüfung. Die Lieferung darf den Zielen der nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 und den Zielen der deutschen Entwicklungspolitik (Armutsbekämpfung, Menschenrechte, Schutz der Umwelt) nicht widersprechen. Altschulden aus vergangenen Hermes-Bürgschaften müssen für die ärmsten und besonders verschuldeten Länder gestrichen werden. Wirksame Bekämpfung von Korruptiondurch das Erlöschen der Bürgschaften im Falle von Schmiergeldzahlungen durch den Exporteur. Information der Öffentlichkeitdurch Veröffentlichung von Projekttyp, Projektort und Deckungssumme vor der Bürgschaftsvergabe. Einwände z.B. von Umwelt- und Entwicklungs-NRO auch aus den betroffenen Ländern sind vor den Entscheidungen anzuhören und zu berücksichtigen. Wirksame parlamentarische Kontrolledurch die Information der Fachausschüsse und des Haushaltsausschusses über alle beantragten Bürgschaften. Einsprüche von Parlamentarier/innen müssen vor der Deckungszusage behandelt werden. Aktiver Einsatz der Bundesregierung in OECD, EU, G7 und WTO für soziale und ökologische StandardsDie Bundesregierung soll ihre ablehnende Haltung gegenüber echten Reformen der Exportversicherungen aufgeben und sich statt dessen auf internationaler Ebene aktiv für entsprechende Standards einsetzen. Die Unterzeichnenden mahnen die längst überfällige Reform der Exportförderungs- und Außenhandelspolitik an. Wir fordern die Bundesregierung auf, in Diskussion mit allen gesellschaftlichen Gruppen Vorschläge zur grundlegenden sozialen und ökologischen Umgestaltung des Hermes-Instrumentariums zu erarbeiten und umzusetzen. | ||
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