EIRENE-Archiv:Die Geburt desNordprogramms" (1978)Europa-Programm" war im Frühjahr 1976 der erste Name für das, was einige Jahre später das Nordprogramm von EIRENE ausmachen sollte: die Freiwilligenentsendung in soziale Projekte in den Industrieländern. Unter Beibehaltung der Entwicklungszusammenarbeit begannen die MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle mit einer sozialpädagogischen Arbeit mit Randgruppen in Deutschland und es wurden erste Pläne für den Aufbau eines Freiwilligenprogramms im Ausland geschmiedet. EIRENE will dort, wo wirtschaftliche Not, soziale Ungerechtigkeit und politische Spannungen bestehen, durch Freiwilligendienste zur Überwindung dieser Probleme beitragen." So steht es in der EIRENE-Satzung. Um diesem Anspruch gemäß zu arbeiten, braucht man nicht bis in die Dritte Welt zu gehen. Auch im hochentwickelten" Europa und in der Bundesrepublik gibt es noch genug Not und Unterdrückung, die überwunden werden müssen. Deshalb entschloß sich EIRENE, zusätzlich zu den Projekten der Entwicklungshilfe ein Europa-Programm" aufzubauen. Erstes Projekt dieses Programms ist die Arbeit mit ausländischen Arbeiterfamilien. Ziel unser Arbeit ist es - ähnlich wie in der Entwicklungshilfe - ihnen Hilfe zur Selbsthilfe" zu geben, das heißt hier ihnen zu helfen, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden, ihre Interessen alleine zu vertreten, auf Dauer ohne fremde Unterstützung mit Behörden, Arbeitgebern und Vermietern zurechtzukommen und so weiter. Zur Zeit beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Kindern. Die meisten der ausländischen Kinder scheitern in der Schule an ihren mangelnden Deutschkenntnissen. Zwei Drittel bleiben ohne jeden Schulabschluß und haben damit kaum eine Chance, eine Arbeitsstelle, geschweige denn eine Berufsausbildung zu bekommen (auch nicht in ihrer Heimat, wenn sie dorthin zurückkehren). ... Auch im europäischen Ausland will EIRENE mit sozialen Randgruppen zusammenarbeiten." Ein Jahr später wird im Dezember im Rundbrief 3/77 den LeserInnen und Lesern der Zusammenhang von Süd- und Nordprogramm programmatisch vorgestellt: Seit einem Jahr vermittelt die Organisation EIRENE, Interationaler Christlicher Friedensdienst, auch Freiwillige an Projekte in Europa. Dieser Entschluß einer Organisation, die seit 20 Jahren Projekte in Nord- und Zentralafrika unterstützt, ist das Resultat einer Selbstverständnisdiskussion dieser Entwicklungsorganisation". EIRENE ist ein griechisches Wort und heißt Frieden. Frieden können wir nicht exportieren als ein Gut, das die entwickelten" Länder weitergeben. Friede muß immer neu geschaffen werden. Viele Probleme der Entwicklungsländer" sind in Europa entwickelt" worden. Es geht darum, ein Netz von Dienstmöglichkeiten zu schaffen, die an der Beseitigung der ungerechten Strukturen arbeiten, die gerade in Europa oft ihre Ursache haben. Opfer dieser Strukturen gibt es hier wie dort. Da, wo Unterdrückung und Not herrschen, entstehen immer wieder Bewegungen, die an der Basis für eine Veränderung des schlechten Bestehens arbeiten. EIRENE will mit seinem Europaprogramm solche Initiativen unterstützen, indem sie Freiwillige dorthin vermittelt. Die Projekte sollen in folgenden Aufgabenbereichen arbeiten:
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