Von einer Welt, in der sich alle für alle verantwortlich fühlen

Von Marie-Pierre Bovy, Frankreich

Marie-Pierre Bovy, Mitglied im EIRENE-Beirat und ehemals Präsidentin des internationalen Versöhnungsbundes, betreute über mehrere Jahre hinweg EIRENE Freiwillige, die ihr auf der nun geschlossenen Archegemeinschaft von Lanza del Vasto Bonnecombe in Frankreich u.a. auch bei der Kampagnenarbeit gegen Atomtests zur Seite standen. Heute lebt Marie-Pierre Bovy in Burgund, von wo aus sie weiterhin die französische und internationale Politik dazu aufruft, sich gegen Nuklearwaffen und Atomtests einzusetzen.

In aller gebotenen Kürze möchte ich skizzieren, warum ich mich für Frieden und Abrüstung und daher auch für Entwicklung einsetze.

1. Meine tiefe Verbundenheit mit dem Evangelium von Jesus Christus ruft mich dazu auf, mich in jeder Situation für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. Unser Gott ist ein Gott der Liebe. Und indem wir diese Liebe leben, offenbaren wir das wahre Gesicht Gottes: Er ist ein Gott der Lebenden, der Aufrechten und Befreiten.

2. Diese Verbundenheit mit dem Evangelium macht mich mitverantwortlich für das Wohl meiner Mitbrüder und Mitschwestern.

3. Wenn ich davon überzeugt bin, daß nukleare Waffen und alles, was mit ihrer Herstellung zusammenhängt, eine beständige Bedrohung für die gesamte Menschheit und die Umwelt sind, dann bin ich es mir einfach schuldig, diese Gefahr bekannt zu machen und die Verantwortlichen persönlich und direkt anzufragen, die diese Waffen in Umlauf bringen.

4. Gewiß, ich könnte mich auch für ganz andere Ziele einsetzen (etwa für Gerechtigkeit, für die Ausgeschlossenen aus unserer Gesellschaft, für die Flüchtlinge etc.), aber ich muß mich letztlich für ein Ziel entscheiden, dem ich mich dann mit meiner ganzen Kraft widmen kann.

Natürlich erkläre ich mich darüber hinaus solidarisch mit ganz vielen anderen menschlichen und umweltschützenden Zielen, indem ich zum Beispiel auch Kampagnen anderer Organisationen unterstütze. Und dennoch widme ich mich nur einem Ziel ganz: Dem Kampf gegen die Verbreitung von nuklearen Waffen, denn auf diesem Gebiet gibt es nur wenige MitstreiterInnen.

5. Ich glaube, daß die Welt nur dann eine Zukunft haben wird, wenn sich Menschen, Männer und Frauen jeden Alters, aller Schichten und Nationen, solidarisch und verantwortlich fühlen für alle Menschen - ohne jede Ausnahme - und für die ganze Schöpfung. ... Und wenn sie dann, immer zahlreicher werdend, diese Solidarität auch konkret in die Tat umsetzen, in ihrem ganz persönlichen Alltag. Diese Solidarität wird dann spürbar in ihrer Art zu produzieren, zu verbrauchen, zu pflanzen, zu erziehen, zu lehren, zu leben, Willkommen zu heißen, zu teilen, zu denken und zu reden.

6. Ich glaube darüber hinaus auch an die Kraft und an die Wichtigkeit von Bitten, die im Gebet ausgesprochen werden für Menschen in großer Not (Timor, Kosovo, Algerien) und an die Hingabe unseres Lebens (jeder nach seinen Möglichkeiten) an Christus, den Retter der Welt, damit die geschenkte, unverdiente Liebe (amour gratuit) nicht in Vergessenheit gerät, sondern im Gegenteil überall immer spürbarer wird.

Übersetzung: Christiane Bals





Homepage      Südprogramm      Nordprogramm      Freiwillige
News      Infomaterial      Kampagnen      Kontakt mit uns