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Ungeliebte Freunde Die Geschehnisse der letzten Monate im Tschad haben den Kampf zwischen zwei Einflußbereichen offengelegt. Auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet: der französische Einfluß und der arabisch-islamische, letzterer gekennzeichnet durch Aktionen des Sudans und Lybiens. Die genannten Einflüsse spalten die Bevölkerung noch tiefer und machen die Bereinigung der tschadischen Krise noch komplexer. Frankreich, die ehemalige Kolonialmacht, war eng verbunden mit der Geschichte des Tschad und direkt verwickelt in die Konflikte, die das Land erschütterten. Frankreich hat zu verschiedenen Zeiten militärisch eingegriffen, um den jeweiligen Machthaber zu stützen und die bewaffneten Rebellionen niederzuschlagen; ein militärischer Stützpunkt wurde dauernd im Land aufrechterhalten. Die Rolle Frankreichs ist oft zwiespältig gewesen, und die Unterstützung dieser oder jener politischen Gruppe war entscheidend für die Ergreifung der Macht. Durch seine politische, militärische und wirtschaftliche Stellung verfügt Frankreich über die Mittel, den tschadischen Regierungen Lösungen vorzuschreiben, wie man das zu verschiedenen Augenblicken in der Geschichte des Landes erlebt hat. Die tschadische Bevölkerung erhoffte sich, daß Frankreich bei dem Aufbau eines demokratischen Rechtstaates eine Schlüsselrolle einnehmen würde. Das hätte erlaubt, die Probleme des politischen Wechsels zu beheben, die im Zentrum des tschadischen Konfliktes stehen. Aber die Hoffnungen wurden enttäuscht, denn Frankreich hat wie üblich im Tschad nach dem Modus seiner augenblicklichen Interessen gehandelt. Das Handeln bestand darin, die Männer und die Regierungen zu unterstützen, deren Rechtmäßigkeit angezweifelt ist und die zumeist keine Friedensstifter sind. Beispiel dafür, wie von der lokalen Presse berichtet und der politischen Klasse bezeugt, sind die letztlich abgehaltenen Mehrparteien-Wahlen, bei denen Frankreich die Machthaber unterstützt hat. |
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