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Gegen Mittag - es regnet noch immer - erreichen wir das in Pfützen und Schlammfeldern liegende Dorf. Wir warten im KOOKARI-Haus, einem architektonisch originell gelungenen, ausschließlich aus Lehm erstellten Gebäude, zusammen mit den Animateuren auf die Dorfbewohner. Sicher wird sich die Versammlung wegen des Regens verzögern, denn etliche Teilnehmer müssen weite Fußmärsche zurücklegen. Die Befürchtung bestätigt sich. Erst gegen 4 Uhr, just als es aufhört zu regnen, strömen die Massen. Und in Windeseile ist der Dorfplatz gefüllt. Rechts sitzen und stehen die Männer, links hocken die Frauen - fast alle festlich gekleidet, viele mit ihren Kleinsten auf dem Rücken. Die Luft schwirrt wie von einem Bienenschwarm. Alles plaudert. Dann wird die Versammlung eröffnet, und zwar von dem Vertreter der Frauen. Nein, nicht von der Vertreterin, soweit ist man/frau noch nicht in Faray. Aber das kommt auch noch. Schließlich geht es bei dem Ansatz der Autopromotion darum, alle einzubeziehen, nicht vorzupreschen, Traditionen zu respektieren, keine Entscheidungen von oben zu treffen und einen langen Atem zu haben bei allen Aktivitäten... damit es auch hält. Gestenreich und lautstark erläutert der junge Mann auf Haussa, um was es geht. Ein weiterer Vertreter kommentiert seine Rede. Die sich zurückhaltenden Animateure beobachten, erklären, übersetzen uns das Wesentliche. Auf einmal entsteht ein Tumult. Aus der Menge der Frauen erhebt sich eine alte Frau, eilt in die Mitte des Platzes, fuchtelt mit den Armen vor der Nase eines der Redner herum und ergießt sich in lautstarke Monologe. Es gibt großes Gelächter. Meinem Nachbarn, dem Animateur, bleibt fast die Spucke weg. Er raunt mir zu, daß so etwas noch nicht vorgekommen sei und ist begeistert. Irgendwann kehrt wieder Ruhe ein; offensichtlich wurden die Frauen nicht richtig vertreten bzw. ihre Anteilnahme ungenügend wiedergegeben. |
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Es ist sehr spannend, dabeizusitzen,
ohne zur Kenntnis genommen zu werden. Niemand stört sich an meiner Präsenz und auch nicht an meinem Fotoapparat, den ich trotz Ermutigungen nur zögernd einsetze. Dann kommt Bewegung auf. Nach und nach legen verschiedene Männer Schaufeln und Hacken auf den Boden. Ein Mann verzeichnet die Exemplare in einem Heft. Es geht darum zu prüfen, ob auch wirklich alle Geräte zurückgebracht worden sind. Mangels eigener Reserven wurden für die gemeinsame Kampagne von KOOKARI über 50 Schaufeln und Hacken angeschafft und an die in Schichten arbeitenden Menschen verliehen. Nach der beendeten Kampagne werden diese nun wieder eingesammelt, um sie bei der nächsten Gelegenheit parat zu haben. Keine Schaufel fehlt. Alles stimmt. Danach diskutieren sie untereinander, wer sich zu der Gruppe gesellen will, die für die Instandhaltung und Reparatur der verschiedenen Erdwälle gegründet wird: Es melden sich mehr als benötigt. Plötzlich, ohne lange Reden, ist die Versammlung beendet. Im Nu ist der Platz leer. Damit ich mit eigenen Augen sehen kann, was diese Frauen und Männer geschaffen haben, fahren wir noch zu dem Gelände mit den Erdaushebungen. Voller Stolz zeigt mir einer der Bauern verschiedene Wälle, in denen junge, gesund aussehende Gaobäumchen ihre Krönchen in die Höhe recken. Ja, es ist schon sehr beeindruckend, was ich hier gesehen, gehört und erlebt habe. Spät fahren wir zurück. Schon sind die Wassermassen versickert oder abgeflossen, so daß die Fahrt ohne Beeinträchtigung verläuft. Nach einem kurzen erneuten Stop in Dosso geht es weiter. Der Vollmond beleuchtet unseren Weg... und zufrieden und inspiriert lande ich wieder in der Hauptstadt. Wer an weiteren Informationen über Autopromotion und deren Umsetzung im Niger interessiert ist, kann die bei EIRENE im Februar erscheinende Sonderbroschüre zum Projekt PAAP und KOOKARI anfordern.
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