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Los Pipitos, ein Verein von Eltern
mit behinderten Kindern Das Konzept der gemeindenahen Rehabilitation (engl. Community Based Rehabilitation, CBR) sieht vor, Behinderte im Rahmen ihren realen Lebensbedingungen zu fördern und nach Möglichkeit ihr Lebensumfeld ihren Bedürfnissen anzupassen. Grundsätzlich soll bei diesem Ansatz auf die vor Ort verfügbaren Ressourcen zurückgegriffen werden (technische Mittel, Personal, etc.), zeitlich begrenzte Rehabilitationsmaßnahmen (Operationen, Anpassung von Hilfsmitteln, Fördermaßnahmen, etc.) werden einbezogen. Wir sehen in diesem Konzept die einzige Möglichkeit, die zuvor angedeutete Problematik anzugehen. Denn eine Sichtweise, die lediglich individuell auf die Person mit Behinderung ausgerichtet ist, läßt unzulässigerweise den Zusammenhang und gesellschaftlichen Kontext der Menschen mit Behinderung außen vor und schränkt deren Entwicklungschancen ein. Los Pipitos ist ein gemeinnütziger Selbsthilfeverein. Er vereint Mütter und Väter von behinderten Kindern, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder ihrem kulturellen Hintergrund. Los Pipitos in Estelí wurde als Ortsverein der nationalen Organisation im Jahr 1990 gegründet.Heute gehören dem Ortsverein 550 Eltern an. Seit 1992 wurde mit Unterstützung aus Deutschland (u.a. durch EIRENE) begonnen, behinderten Kindern eine sonderpädagogische Gruppenförderung anzubieten und deren Eltern anzuleiten, die Kinder ko-therapeutisch zu betreuen. Im gleichen Jahr habe ich meine Arbeit im Projekt in meiner Funktion als Behindertenpädagogin aufgenommen. Schwerpunkte meiner Aufgabenstellung sind die Anleitung der pädagogischen Arbeit an und die Durchführung von Fortund Weiterbildungen. |
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Neues Projektvorhaben: Jugend- und Berufsförderzentrum
für behinderte und nicht-behinderte Jugendliche
Das neue Projekt planen Los Pipitos in Zusammenarbeit mit EIRENE und der Christoffel-Blindenmission. Ein Finanzierungsantrag für ein Projekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren wurde bei der Europäischen Gemeinschaft eingereicht. Obwohl bereits im Herbst vergangenen Jahres eingereicht und als positiv beurteilt, liegt leider bis heute schriftliche Bewilligung der EU auf den Projektantrag vor. In der Projektkonzipierung bauten wir auf die gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen unserer bisherigen Arbeit auf und wollen einen zusätzlichen Aspekt der Prävention, Rehabilitation und Integration angehen: die berufliche Vorbereitung und anschließende Integration, d.h. Anpassung der gesellschaftlichen Bedingungen an die Bedürfnisse der Jugendlichen, um ihnen eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Unser besonderes Augenmerk gilt in diesem Projekt den Frauen und Mädchen und speziell den Personen mit geistiger Behinderung. Bei diesem Personenkreis handelt es sich um eine Zielgruppe, die am stärksten ausgegrenzt werden und denen sich in Nicaragua bisher kaum Förderungsmöglichkeiten bieten. Das Projekt will Lösungsansätze entwickeln und umsetzen, die die soziale und ökonomische Situation der Herkunftsfamilien der Behinderten aller Art verbessern können. In bezug auf die soziale Situation der behinderten Mädchen und Jungen soll versucht werden, ihr Selbstbewußtsein, ihr Bildungsniveau und ihre handwerklichen Fähigkeiten so zu stärken, daß sie in die Lage versetzt werden, speifische Tätigkeiten selbständig auszuführen. Sie können so ihr Selbstwertgefühl stärken, was eine Integration in die Ge- sellschaft erleichtert. Sie sollen befähigt werden, sich in vor Ort ansässige Werk stätten oder ihre Familienbetrieben zu inegrieren, um hier eigenständige Arbeiten zu verrichten und so die Familien personell und finanziell zu entlasten. Nichtbehinderte Jugendliche, die aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit im informellen Sektor oder aufgrund sozialer Integrationsprobleme bisher keine Schulausbildung abgeschlossen haben, sollen in Kurzausbildungslehrgängen und Orientierungskursen berufliche Fähigkeiten entwickeln. Dies soll in sechs verschiedenen Werkstätten geschehen, in denen die Jugendlichen mindestens 2 Jahre entsprechend ihrem individuellen Entwicklungstempos verbleiben. Daneben soll das Zentrum die Begegnung zwischen nichtbehinderten und behinderten Jugendlichen fördern. Rehabilitationsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen (physisch, psychisch und ergotherapeutisch) unterstützen die Berufsausbildungsmaßnahmen und fördern die Möglichkeiten der Integration. |
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