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Volle Parkplätze - leere Autos; dreispurige Autobahnen und Bahnhöfe mit Gleisen, soweit das Auge sieht - auf Parkbänken wird nicht geparkt, sondern “getankt”, auf den Bahnhöfen sammeln sich die Ausgegrenzten und beschleunigen
durch “Einspritzung” (das war keine lustige Erfahrung) ihren Lebenstakt, ihren Untergang! Andere junge Menschen
sind gekleidet, als gehörten sie einem
neuen goldenen Zeitalter an, voller Design, Stil und parfümiertem Selbstbewußtsein - was in den engen Räumen
des Arbeitsamtes mir die Sprache verschlägt! ...Hinein in die Unbeschwertheit deutschen Lebens: schön friedlich,
sorgenlos, unbedrückt, paradiesisch,
Kinderüberraschung, Winterschlußver-
kauf, Hans Meisers Tagesthema: “Ich bin
ein Sex-Gott!”...
Wir hier sind anders, denken anders,
handeln anders und das ist oft erschreckend, denn viele Vorurteile von Menschen anderer Kulturen über Deutsche
bestätigen sich. Wir leben sehr gut hier,
sehr sehr gut, dies möchte ich noch einmal unterstreichen, aber unser Reichtum ist nicht nur Ernte des berühmten
deutschen Fleißes, sondern auch die der
brutalen Ausbeutung unterentwickelter
Länder - und davor schließen wir zu oft
die Augen, denn nur sehr wenige sind
bereit, auf etwas zu verzichten. Wir sind
reich und wir haben Frieden, doch von
der Weisheit letzten Schlusses sind wir
noch weit entfernt!
Bitte bleibt weiter so engagiert - einfach Menschen mit Herz und Rückgrat, denn das ist ja letztendlich doch alles,
was uns am Ende bleibt - In Gedanken
bei Euch - Jens Neumann”.
Ich bin solchen Rundbriefen sehr
dankbar, denn sie fordern uns auf, über
uns, unsere Gesellschaft und unsere Art
zu leben immer wieder nachzudenken
und zu hinterfragen. Es wird deutlich,
wie ein Freiwilligendienst mit EIRENE die
Menschen verändern kann und ich denke, sehr zum positiven. Mit diesen Menschen verändert sich auch unsere Gesellschaft, unsere Zukunft, und so hoffe ich, daß unser Wunsch von einer gerechteren Welt auch einmal Wirklichkeit werden kann.
Ralf Ziegler
Nordprogrammreferent
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