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EIRENE ist darum bemüht, die
Geschlechterproblematik als Querschnittaufgabe zu sehen. Das heißt, Projekte werden nur dann unterstützt,
wenn sie keine negativen Auswirkungen auf die Situation von Frauen haben. In jedem Fall aber ist zu gewährleisten, daß die Projektauswirkungen geschlechtsspezifisch analysiert werden und ein möglichst hoher Nutzen für
Frauen erzielt wird.
Die angestrebte nochmalige Förderung unseres Projektpartners CIPRES und des Projektes "Bauern lernen von
Bauern" in der Region Río San Juan ist
in diesem Sinne zu sehen, denn es geht
in dieser letzten Phase des Projektes darum, die Beteiligung von Frauen an den entwicklungsrelevanten Strukturen in
der Region abzusichern und ihre Situation durch einkommensschaffende Maßnahmen zu verbessern. Bis zum Jahre
2001 sollen diese Strukturen gefestigt sein, um anschließend eigenständig weiterfunktionieren zu können.
EIRENE tut sicherlich gut daran,
frauenspezifische Ansätze in den kommenden Jahren gezielter zu verfolgen und sich thematisch auch vor Neuland nicht
zu scheuen.
Konzeptionelles Neuland hat EIRENE
auch in der Zusammenarbeit mit der
Vereinigung ehemaliger Kriegsgegner,
CODEPARD, betreten, wobei unser Engagement auf Grund der Zerstrittenheit zwischen den VertreterInnen der einzelnen Gruppen vorerst beendet erscheint.
Dabei hatte gerade dieses Projekt für
EIRENE als Entwicklungs- und Friedensdienst eine Herausforderung dargestellt, auf die wir uns gerne eingelassen hätten. Ich bin mir auch sicher, daß EIRENE
an einem solchen Vorhaben das eigene
Profil besonders hätte deutlich machen
können. Die mittelamerikanischen Länder leben nicht mehr im Krieg, haben bislang
allerdings auch noch keinen Frieden herstellen können. Denn wahrer Frieden
gründet auf sozialer Gerechtigkeit. Die
Aufgabe von EIRENE ist es meines Erachtens, hier einen, wenn auch bescheidenen, Beitrag zu leisten. Versöhnungsprozesse unterstützen zu wollen bedeutet allerdings nicht unmittelbar die Teilnahme an Befriedungsmaßnahmen.
EIRENE ist in diesem Sinne auch keine
neutrale oder gar vermittelnde Instanz,
denn die Solidarität von EIRENE gilt zuerst den Entrechteten und Armen und all denjenigen, die bislang keine Möglichkeiten hatten, sich zu artikulieren. Ihrer Stimme Kraft zu verleihen, dafür zu sorgen, daß sie vor Ort wie auch hier
bei uns nicht ungehört bleibt, dies ist
und bleibt in der Essenz unsere Aufgabe.
Martina Richard
Lateinamerikareferentin
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