Die Arbeit von EIRENE-dt. Zweig

Das Jubiläumspfingsttreffen im Mai 1997 in Bonn zum Thema „Gewaltfreiheit und Entwicklung“ mit internationalen Gästen diente der Vertiefung und Orientierung für die zukünftige EIRENE-Arbeit.

Der deutsche Zweig beschloß anschließend, sich in seiner Arbeit auf ein Land zu konzentrieren, in dem gewalttätige Auseinandersetzungen zum Alltag gehören und in dem EIRENE seit vielen Jahren Entwicklungsprojekte durchführt: den Tschad. Zu den Schwerpunkten zählten 1997 folgende Aktivitäten:
  • Mit der tschadischen Vereinigung für Gewaltfreiheit (ATNV) wurde eine kontinuierliche Zusammenarbeit und Unterstützung der Menschenrechtsarbeit aufgebaut. Im Herbst wurde eine Vortragsrundreise mit dem Vorsitzenden von ATNV, Julien Beassemda, durchgeführt, die ihn mit zahlreichen Gruppen in Kontakt brachte. Julien Beassemda beschrieb die Situation im Tschad auf der Mitgliederversammlung des deutschen Zweiges im Oktober 1997 folgendermaßen:
    "Die Gewalt im Tschad ist Resultat antidemokratischer Strukturen und hat seine Ursachen in einer gewissen Gleichgültigkeit, im Analphabetismus und der Armut in breiten Teilen der Bevölkerung. Die Gewalt ist zumeist das Mittel der Privilegierten, die an der Erhaltung des Status Quo interessiert sind. Es muß im Tschad also zu einer fundamentalen gewaltfreien Veränderung kommen, die die Mentalität und traditionellen Verhaltensmuster einbezieht. Die Bevölkerung muß Unterstützung dafür erhalten, sich seiner Rechte und Pflichten bewußt zu werden. Nur dann ist sie in der Lage, positiv auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung ihres Landes einzuwirken.


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  • Ein großes Erdöl/Pipeline-Projekt droht die angespannte Menschenrechts- und Entwicklungssituation noch zu verschärfen. Wir unterstützen eine Arbeitsgruppe zahlreicher deutscher Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechts- organisationen, die durch Lobby-und Öffentlichkeitsarbeit dafür sorgen möchte, daß das geplante Projekt in einer sozial und umweltverträglichen Weise durchgeführt wird.
  • Die Ausstellung "Baumwolle auf Abwegen", erstellt durch den deutschen Zweig von EIRENE, wurde 1997 an zehn Orten mit großem Erfolg gezeigt.

    Günter Schönegg  




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