Lebensplätze schaffen !
Ein Vater: “Das geht nun wirklich zu
weit: 8 Stunden pro Tag schuften, manch
mal am Wochenende und dann noch dafür bezahlen!“ Eine Mutter: “Und mich
glotzen altbekannte Freunde fragend an,
was ist mit Ihrer Tochter passiert, so arm
sind Sie ja nun wirklich nicht, daß mich
Ihre Tochter um finanzielle Unterstützung
für ihren Unterhalt im Ausland anbetteln
müßte!“
Einmal im Jahr kommen Eltern der Friedensdienstleistenden für ein gemeinsames
Wochenende ins EIRENE-Haus. Für viele
Eltern eine Gelegenheit, endlich zu erfahren, auf welchen gemeinnützigen Verein,
mit welchem staatlich anerkannten Entwicklungsdienst sich Tochter oder Sohn eingelassen haben. Wie sieht dieser nach §14b
des Zivildienstgesetzes anerkannte Träger
des Auslandsdienstes für Kriegsdienstverweigerer in seinem Innern aus? Weshalb
erhält er für den sozialen Dienst im Ausland keine Unterstützung des Bundesamtes für den Zivildienst?
Und dann lesen Eltern in der Runde aus
Berichten ihrer Kinder, manchmal mit Tränen in den Augen, wenn der Dienst der
Tochter oder des Sohnes in USA in einem
Sterbehaus mit HIV-infizierten Menschen
stattfindet oder mit alten Menschen in
Frankreich oder Belgien, deren Angehörige von deutschen SS-Soldaten ermordet
wurden. Sie lernen ihre Töchter und Söhne aus einer anderen Perspektive kennen,
und Dankbarkeit leuchtet aus ihren Gesichtern, Dankbarkeit für das, was die Kinder
machen, welche internationalen Brücken
sie bauen, wie sie dazu beitragen, daß Orte
der Hoffnung an sozialen Brennpunkten erhalten bleiben und neu entstehen.
Voraussetzung für substantielles freiwilliges Teilen und ökologische Nachhaltigkeit ist auch die Fähigkeit, einen nicht verschwenderischen Lebensstil zu leben. Ein
solcher Lebensstil ist im freiwilligen Friedensdienst erfahr- und erlernbar.
Der gemeinnützige Friedensdienst EIRENE
bietet zeitlich befristete “Lebensplätze”. Zwar
können mit den Friedensdiensten keine
langfristigen Arbeitsplätze in Industrieländern geschaffen werden, aber EIRENE bietet würdige, spannende Lebensplätze für einen monatlichen Betrag von lediglich
500,-DM an. Er ermöglicht es, freiwillige
FriedensdienstlerInnen so in ihrem Dienst
zu begleiten, daß diese Freiwilligen ihr
Leben lang von dieser interkulturellen Lernerfahrung zehren werden. Es gibt genügend
Partner in West- und Osteuropa und in den
USA, die Freiwillige aufnehmen, ja dringend für ihre sozialen und ökologischen
Projekte benötigen und es gibt genügend
BewerberInnen und InteressentInnen für
einen solchen Dienst. Was fehlt, ist die Betreuungskapazität in der EIRENE-Zentrale.
Jeder zusätzliche Referent, der eingestellt
werden könnte, würde den Einsatz von weiteren 30 zusätzlichen Friedensdienstleistenden organisatorisch und pädagogisch ermöglichen. Er schafft also 30 “Lebensplätze”.
Teilen mit einer gemeinnützigen Institution ist die effizienteste Weise, Erwerbsarbeit zu schaffen und Solidarität zu üben.
Die in diesem Jahr zu gründende gemeinnützige EIRENE-STIFTUNG hat die Erhaltung und Erweiterung des Friedensdienstes
zum Ziel. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, dann schicken Sie bitte den
unten stehenden Abschnitt an uns zurück.
Über Rückmeldungen freuen wir uns sehr.
Mit allen guten Wünschen
Ihr
Paul Gentner
Paul Gentner arbeitete 35 Jahre als
Freiwilliger, Geschäftsführer und
Finanzreferent bei EIRENE. Heute
lebt er im „Ruhestand“ auf dem
Gemeinschaftshof ‘Bannmühle’ in
Odernheim in der Pfalz.
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