|
Neue Planung Mittlerweile versuchten wir mit dem SAPH-Team neue Pläne zu entwickeln, die sich stärker an den spezifischen Bedürfnissen der einzelnen lokalen Vereine ausrichteten. Auf der folgenden Jahresversammlung (Februar 1998) präsentierten wir die Pläne der SAPH. Die Pläne wurden in Programme verarbeitet. Von nun an sollten aktive und zahlende Mitglieder profitieren. Die Mobilität wurde durch vermehrte Anzahl und leichteren Zugriff auf Dreiräder (Rollstühle) und kostenfreien Tranport zum Rehabilitationszentrum erhöht.
Die Unterstützung der Mitglieder untereinander nahm in der Beratungsarbeit viel Platz ein. Mit diesen Themen sind die SAPH-Animateure die meiste Zeit beschäftigt. Versammlungen (Treffen) führten zu konkreten Aktivitäten und wurden interessanter, die finanzielle Unterstützung für die Vereine im Zuge des Projektes wurde angehoben, war aber gleichzeitig weniger wichtig geworden, weil mehr Geld durch mehr Mitgliederbeiträge vorhanden war. Geld in der Vereinskasse wurde selbstverdientes Geld. Durch Speicherung von Getreide, Erdnüssen und anderen Nahrungsmitteln sowie dessen Verkauf fiel manchmal der Gewinn doppelt so hoch aus wie die Investitionskosten aus. Ein zusätzlicher Vorteil war und ist, daß ein Verein die Vorräte in Zeiten der Not an die Mitglieder des Vereins billiger abgeben kann. Auch bei Krankheit und bei Beerdigungen (die hier ein große Rolle spielen) können Mitglieder vom Verein finanzielle Unterstützung bekommen. Ein Verein kann auch auf eigenes Risiko einen Kredit vergeben. Braucht der Verein neue Gebäude, werden von Mitgliedern selbst die Steine hergestellt. |
![]() |
|
ADMIDO Das Mini-Rehabilitationszentrum existiert jetzt ein Jahr. Im letzten Jahr wurden monatlich etwa 10 Kinder behandelt. Manchmal bleiben sie kurz, manchmal 3 - 4 Monate. In der näheren Umgebung wurden ungefähr 600 behinderte Kinder gefunden. Leider ist die Situation oft so, daß die Eltern zuviel Arbeit in der Landwirtschaft haben, sie zu wenig Geld haben (sie müssen sich im Zentrum selbst verköstigen), sie die Situation nicht verändern wollen oder zu einem traditionellen Heiler gehen. Wenn man ein Kind sieht, das anfangs nur auf Händen und Füßen gehen konnte und nach ein paar Monaten im Rehabilitationszentrum - manchmal nach einer Operation - stolz und aufrecht, wenn auch auf Krücken, gehen kann, dann ist das ein wunderbares Geschenk für die Arbeit, die wir hier tun. Die meisten Behinderungen sind durch Polio (Kinderlähmung) enstanden. Nur 11 % der Kinder im Tschad sind geimpft (Einschätzung der WHO). Der Tschad ist so groß, das selbst die teuerste Impfkampagne nicht alle Kinder erreicht. Durch einen Mangel an Verkehrsmitteln für die Impfteams müssen die Mütter oft mit zwei oder drei Kindern unter 6 Jahren einige Stunden zur nächsten Impfstation gehen. Das verhindert häufig die Impfungen. Diese Impfstationen gibt es nur in der Zeit, in der die Kampagne läuft. Für die reguläre Impfung müssen sie noch viel längere Strecken zurücklegen. Diese Woche läuft die dritte Kampagne, seit wir im Tschad sind. |
![]() |