Internationaler Christlicher Friedensdienst

Neues aus Rurre

Michael berichtet wieder aus Rurrenabaque

Rurrenabaque, 31. Juli 2003

Liebe UnterstützerInnen,

Jetzt ist dies schon der dritte Rundbrief, der von mir aus Bolivien zu euch nach Deutschland kommt. Die Zeit beginnt für mich immer schneller zu vergehen: gerade waren meine Eltern für vier Wochen hier zu Besuch, vorher war Martina Richard, die Lateinamerikareferentin von EIRENE auf Inspektion in Rurre, da ist es schon August und es fehlen lediglich 8 Monate, dann ist meine Zeit hier rum.

6. August - Nationalfeiertag in Bolivien

Zuerst möchte ich etwas über die Feier des Nationalfeiertages der Bolivianer, den 6. August, schreiben. Die Feiern zu diesem Tag geben nämlich einen guten Einblick in den ganz normalen bolivianischen Wahnsinn im Alltag. Das Fest der Nation wird an dem Tag gefeiert, an dem der erste Präsident und Volksheld schlechthin, Simón Bolivar, 1825 die Unabhängigkeit von der spanischen Krone errungen hatte und eine bolivianische Republik ausrief.

Die Vorbereitungen für die Fiesta gingen in Rurrenabaque schon einen Monat vorher damit los, dass alle Schulen ihre Schüler mit Trommeln ausstatteten und sie morgens statt zwei normalen Unterrichtsstunden zwei Stunden trommeln und marschieren beibrachten, denn am 6. August sollten alle Schüler, vom Kindergarten bis zur Abschlussklasse über die Plaza marschieren. Schon einen Monat vorher also hörte man an jeder Ecke immer irgendein Colegio trommeln, was einen Lärm produzierte, der einen den Feiertag wahrlich entgegenfiebern liess. Die offiziellen Zeremonien begannen dann am Nachmittag des 5. August mit der Eröffnug und der Darbietung traditioneller Tänze durch die Tanzgruppen eines jeden Colegios. Eine dieser Gruppen ist so gut, dass sie einen nationalen Preis gewonnen hat, und nächste Jahr zu internationalen Wettbewerben nach Paraguay und Peru fahren darf, worauf die Tänzer und das ganze Dorf mächtig stolz sind. Die Tänze werden von tradionellen Trommelrythmen und Flötenspiel begleitet und stellen typische Szenen nach, so zum Beispiel eine Flossfahrt oder eine Fahrt mit dem Ochsenkarren, ein auf dem Land noch sehr gebräuchliches Verkehrsmittel.

Abends folgte dann der Fackelumzug sämtlicher Schulen, so auch der CIBA Escuela Técnica. Für diesen Umzug schmücken die verschiedenen Organisationen tradtionell ein Auto oder sonstiges Gefährt, und so bauten die Schüler vom Metallmechanikerzweig der CIBA ein Modell zweier Zylinder, das auf das Schulauto gebaut wurde und jeweils am Totpunkt der Kolben kurzaufblizte und insgesamt einen tollen Effekt abgab. Auch wenn die Schüler sonst nicht gerade mit Zuverlässigkeit glänzen, begeisterten sie sich für ein solche Projekte und bastelteten natürlich bis kurz vor dem Umzug an dem Ding herum. Der Umzug endete dann mit dem ersten Vorbeimarsch an dem Altar der beiden Freiheitshelden und ersten Präsidneten der Republik Simon Bolivar und Antonio Jose de Sucre.

Ab dem 5. August waren auf der Plaza Trink-und Essbuden aufgebaut, die jeweils mit der lautesten Musikanlage und mittelmässigen Schnulzensängern um die Gunst der Porteño, wie die Leute aus Rurrenabaque heissen, buhlten.

Am 6. August kam dann der Höhepunkt der Fiesta, dem grossen Defile der Schulen vor dem Ehrenaltar mit den Autoritäten des Dorfes, dem Bürgermeister, dem Dorfrat, den Kommandanten der Marine- und der Heeresgarnison und der Schulrätin. Hierfür versammeln sich alle Schüler und anderen Organisationen um 9:00 zum Acto Civico, einer Gedenkstunde in der diverse Nationalhymnen gesungen werden und in patriotischen Reden an die vaterländischen Pflichten erinnert wird. Danach folgt dann eine allgemeine Auflösung und grossen Warten auf den eigenen Auftritt oder den der Kinder.

Der Defile am Nationalfeiertag wird von den Schulen als Wettkampf verstanden, in dem es darin geht den perfektesten Marsch in den schönsten Uniformen zu präsentieren. Die vielen bunten Uniformen erinnern dabei ein wenig an den Kölner Karneval. Da jede Schule sich also möglichst exzellent in 30 Minuten präsentieren wollte, dauerte es also bis 13:00 als die CIBA endlich dran kam, die sich nicht an dem Wettkampf um den schönsten Marsch beteilgt. Vielen ist dieser Aufmarsch zu lang, sie interessiert meist nur der Auftritt ihrer Schützlinge. Auf die Frage an die dafür zuständige Schulrätin nach einer Verkürzung dieses Aktes meinte diese hoffnungsvoll, man wolle im nächsten Jahr einfach früher anfangen.

Als weiteres Highlight war für den 6. August das Topspiel der Rurrenabaque-Fussball-Liga, Independiente gegen Cerro Porteño, angesetzt. Die kleine Tribüne platzen aus allen Nähten, und ich konnte mich ein weiteres Mal von den absoluten Fussballbegeisterung der Bolivianer überzeugen. Die Fans schreien einander an, Miltiärpolizei patroulliert und es werden Böller bei jedem Tor oder einer brenzligen Situation abgefeuert und wie in einem deutschen Stadion hätten die Grossmütter der auf der Tribüne versammelten Experten sämtliche vergebenen Torchancen im Schlaf verwandelt.

Am 7. August stand dann die Präsentation der Militärs auf dem Programm, die Gymnastikübungen und ihre Mörser und Sturmgewehre vorführten und den Sportplatz mit Stechschritt und den Klängen von Preussens Gloria zu einem Acker verwandelten.

Meine Arbeit in der Schule

Die im letzten Rundbrief beschriebene Routine bei der Arbeit erhält sich grösstenteils. Meine "normalen" Aufgaben, der Kopierdienst und die Hilfe bei der Schülerverwaltung, das Ausstellen von Zertifikaden nehmen die meiste Zeit in Anspruch. Ausser diesem habe ich im Juni ein Manual für den Excel-Unterricht geschrieben. Eine Aufgabe die eigentlich den Computerlehrern gehört, aber da sie nicht rechtzeitig fertig wurden und ich ganz gut mit der Materie vertraut war habe ich es dann geschrieben.

In den letzten Wochen lief die Zusammenarbeit mit den Artesanos (den Kunsthandwerkern) verstärkt an. Im August wird ein erster Kurs in Marqueteria angeboten. Ausserdem kolaboriert die Schule bei der Herstellung von Etiketten, die wir am Computer entworfen haben. In den Comunidades um Rurrenabaque gibt es viele kleine Zusammenschlüsse von Bauern, die neben Kunsthandwerk auch Wein und Heiltränke aus allen möglichen Kräutern verkaufen. In Zukunft ist auch eine Zusammenarbeit bei Erstellung von Werbemateial geplant, die in meinen Aufgabenbereich fallen wird.

Vor zwei Wochen bin ich angefangen Computerunterricht für die Angestellten von Conservacion International zu geben, einer Organisation international für Umweltschutz arbeitet und in Rurrenabaque ein Büro für den angrenzenden Madidi - Nationalpark betreibt.

Ab September werde ich auch in der Schule Computerunterricht geben, nämlich einen Kurs für Fortgeschrittene in Excel. Mittlerweile klappt es mit der Sprache so gut, dass ich in dem Kurs zurechtkommen werde. Der Kurs wird abends von halb sieben bis acht Uhr stattfinden und erstmal einen Monat dauern. Danach wird er je nach Interesse weitergemacht. Die verschiedenen Kenntnisse der Teilnehmer unter einen Hut zu bringen stelle ich mir ziemlich schwer vor, aber insgesamt bin ich gespannt darauf wie es laufen wird.

Ausserdem planen wir in einer Arbeitsgruppe eine Website über die Schule zu erstellen, wofür sich die Schule allerdings erst ein eigenes Telefonkabel zum Verteiler der Telefongesellschaft legen muss. Diese vor einigen Jahren privatisierte Telefonfirma ENTEL hat ein Monopol in Rurrenabaque und nutzt dieses auch ziemlich aus. Wie gesagt, muss sich jeder der eine aktzeptable Internetverbindung über Kabel haben will sein Kabel selber kaufen. Die 1,5 km lange Verbindung von der Schule zur ihrem Verteiler war die ENTEL nicht begeistert, da dies in ihren Augen sehr viel Reparaturen mit sich bringen würde, nach dem Motto: Lieber keine neuen Kunden sondern die bestehenden wieder ausquetschen.

Das Angebot der Schule wird demnächst auch auf einen Kurs in Motorradmechanik ausgeweitet, da die Zahl der "motos" in Rurre stetig zunimmt und die Strasse von den Maschinen sehr viel abverlangen. Ein Problem bei fast allen Kursen besteht darin, das die wirklich preiswerten Monatsbeiträge von 30 Bolivianos (ca. 3,70 €) nur sehr langsam bezahlt werden. Hierbei ist zu beobachten das die, für die diese Summe wirklich ein Hürde darstellt noch am ehesten sich bemühen das Geld zusammen zu kratzen. Daneben gibt es welche die sich jeden Tag mit dem Motorradtaxi zum Unterricht fahren lassen, aber am Monatsende über Geldsorgen klagen. Das Prinzip der Schule, niemanden wegen Geldmangels die Ausbildung zu verwehren, wird also eher von denen ausgenutzt, die es sich eigentlich leisten könnten.

Planstellen

Nach langem "Kampf" mit den bolivianische Behörden wurden der Schule Ende Juni endlich die ersten fünf Lehrerplanstellen zugesprochen. Dieses stellt ein grosse Erleichterung für die finanzielle Situation der Schule dar, die die Gehälter vorher ja ausschliesslich aus den niedrigen Monatsbeiträgen der Schüler und dem Einkommen aus der Metallwerkstatt aufbringen musste. Die staatlichen Planstellen, die von der Schulbehörde oft eher an ihre Günstlinge verschenkt als an qualifiziertes Personal vergeben werden, wurden der Schule direkt vom Bildungsminister zugesprochen. Die von der Schule angebotene technische Ausbildung soll nämlich laut seiner neuen Bildungstrategie den riesigen Bedarf an qualifizierten Facharbeitern decken. In ganz Bolivien haben über 80 Prozent der Arbeiter keinerlei Berufsausbildung genossen, und sind nur durch Mitarbeit in ihrem Job angelernt worden, weshalb so mancher Unfall passiert und die Qualität der handwerklichen Produkte oft zu wünschen übrig lässt. Dieser Mangel möchte die Regierung nun durch die Forcierung der technischen Ausbildung beheben, weshalb die Escuela Técnica auch in Zukunft auf die Unterstützung des Staates hofft. Die Berechenbarkeit der staatlichen Bildungspolitik wird jedoch durch die häufigen Ministerwechsel (seit ich hier bin waren es schon fünf) nicht gerade gefördert.

An die staatlichen Planstellen ist ein Pensions- und Krankenversicherungssystem, sowie bezahlter Urlaub geknüpft, also Sozialleistungen, die die meisten bolivianischen Angestellten nicht haben.

Besuch aus Deutschland

Ende Juni kamen meine Eltern nach Bolivien und wir sind zusammen zu einigen schönen Orten Boliviens gefahren. So waren wir am Titicacasee, dem höchstgelegen Binnensee der Welt, der tiefblau in der Sonne glitzerte.

Denn 400 km langen Weg ins Tiefland sind wir das erste Stück von La Paz (4000m) bis Coroico (2800m) zu Fuss gegangen. In drei Tagen stiegen wir aus der überwältigenden Andenkulissen langsam in das subtropische Klima der Andentäler, der Yungas, ab. Die knapp 2000m Höhenmeter gingen zwar ziemlich in die Beine, aber die Landschaft hat dafür reichlich entschädigt: Von den Gemsen und Adlern auf 3500 Metern, den klaren Gebirgsbächen des Hochgebirges zu den Schmetterlingen und Bananenplantagen in den Subtropen. Danach fuhren wir mit dem Bus über die gefährliche Yungas-Strasse nach Rurrenabaque. Über diese Strasse habe ich ja schon im ersten Rundbrief geschrieben, und nun wurde endlich, das gefährlichste Stück von La Paz nach Coroico durch einen Tunnel umgangen. Nach etwa 12 Jahren Bauzeit ist die Bilanz dieses einen Tunnels nicht gerade berauschend. Trotzdem wird das Stückchen wegen der enormen Korruption aller Beteiligten die teuerste Strasse Südamerikas genannt. Nach Coroico ist die Strasse aber leider nur unwesentlich sicherer, so dass vor einigen Wochen ein weiterer Absturz eines Busses in 700m Tiefe 40 Tote forderte.

Ein weiteres Erlebnis auf der Busreise nach Rurrenabaque stellen die neuen, von der USA gesponsorten Drogenkontrollpunkte, an denen man je nachdem, ob man einen guten oder schlechten Tag hat, entweder komplett gefilzt und auseinandergenommen wird oder nur der Bus nur grob 15 Minuten untersucht wird. Die Strecke von La Paz in den Norden Boliviens zur brasilianischen Grenze gilt als eine der Hauptrouten für das kolumbianische und peruanische Kokain nach Brasilien.

Nach vier Wochen hiess es dann wieder Abschied nehmen für die letzten knapp acht Monate, die mir auch mit der Zeit nicht lang vorkommen sondern nun wie Flug zu vergehen scheinen.

Rurrenabaque Streetlife....

Möchte ich folgenden Abschnitt überschreiben, in dem ich über das ganz normale Strassenleben dieser Kleinstadt am anderen Ende der Welt beschreiben will.

Ich gehe vom Schulgebäude Richtung City, womit die Gegend um die betonierten Strassen gemeint ist. Es ist sechs Uhr abends, Feierabendzeit, und viele Menschen sitzen vor ihren Häusern und beobachten die Strasse. Hier ein Pfiff für eine Vorbeigehende, da ein "piropo", zu deutsch etwa "Schmeichelei", mir scheint, die Mädchen sehen dies nicht als Belästigung sondern eher als selbstverständliches Spielchen an.

Vor vielen Häusern stehen grosse Thermostaschen, aus denen "Chicha", ein Erfrischungsgetränk aus Mais oder Erdnuss, oder Limonade aus Limonen angeboten wird. Für viele Familien ist es ein Nebeneinkommen, an denen sie durchschnittlich 15 Bolivianos (1,60 €) pro Tag verdienen. Manchmal werden auch Empandas (Teigtaschen) oder Rellenos (mit Reis und Fleisch gefüllter Naturdarm) angeboten, beides lecker als Snack zwischendurch. In einigen Häusern steht ausserdem ein kleines Angebot aus Milchpulver, Büchsenfisch, Reis, Nudeln und Speiseöl zum Verkauf, mit dem die nähere Nachbarschaft versorgt wird. Die meisten Häuser sind Holzhäuser mit einem Schilfdach aus Jatata, die zu einem grossen Teil keinen Betonfussboden haben.

Die Häuser bestehen meistens aus einem Essensraum in dem der obligatorische Fernseher untergebracht ist und einem Schlafraum, in der die Betten der Familie stehen und der gewöhnlich nur mit einer Decke unterteilt ist. Die Küche befindet sich in einer anderen Hütte oder Unterstand, da oft noch über dem Feuer gekocht wird.

Langsam nähere ich mich dem Zentrum und passiere die Post. Die Post Rurrenabaques ist in der Stube einer Familie untergebracht, von deren Gunst es abhängt, ob die Post heute oder erst in drei Tagen abgeschickt wird. Ankommende Briefe werden nicht ausgetragen, sondern man geht je nachdem wie oft man sich die genervte Antwort eines Familienmitglied antun möchte, in die Stube und fragt ob neue Post gekommen ist. Man merkt, die Postfamilie zählt nicht zu meinen dicksten Freunden hier, was jedoch auf Gegenseitigkeit beruht.

Noch ein paar Meter, dann ist die Betonpiste errreicht, die eher einer Autobahn als einer Dorfstrasse gleicht, aber ob ihrer Einzigartigkeit den Stolz der Rurrenabaqueños darstellt. Endlich macht das Chinesenfahrrad auf dem ich sitze ein vertrauenserweckenderes Geräusch. Das Eisen ist so weich, dass mir schon einmal die Vorderradaufhängung an beiden Seiten gebrochen ist und ich mittlerweile in die dritten Pedalen trete.

Über die Betonstrasse führt der Weg vorbei an mehren Lebensmittelläden im Tante-Emma Stil und jeder Menge Frisörsalons. Ausserdem liegen an der Betonstrasse noch diverse Karaokebars, von denen am Wochenende ohrenbetäubend laute Cumbia (Latino-) Musik auf die Strasse schallt. Mit steigendem Bierkonsum werden die Interpreten immer überzeugter von ihrem Können, so mancher schiefe Ton stört so die Nachtruhe am Wochenende, wenn man nicht gerade selbst in so einem Schuppen steckt.

Geradeaus weitergehend führt die Strasse zum Fähranleger, an dem die LKW nach San Buenaventura auf die andere Seite des Rio Beni übersetzen. San Buenaventura könnte man als "Schwesterdorf" (oder: Kaff) von Rurre ansehen, allerdings gehört es schon zum Departement La Paz. Hier beginnt der Madidi Nationalpark, derals weltweit herausragend eingestuft wird bezüglich seiner Artenvielfalt.

Wenn man sich am Fähranleger links hält passiert man die Schlafstelle der Ese-Eja Leute. Diese sehr armen Menschen sind Nachfahren eines Indianerstamms, der vor einigen Jahren das Leben im Wald mit Bettlerleben in Rurrenabaque eingetauscht hat. Sie sprechen noch ihre eigene Sprache und viele der im Dorf vagabundierenden Kinder können auf Spanisch nur nach Brot oder Geld fragen. Weiter enlang am Strand liegt eine Gesundheitsstation, die aus den USA unterstützt wird und in der besonders für die Menschen in den Comunidades am Rio Beni ärztliche Behandlung angeboten wird.

Nun kommt man auf einen grossen Platz, auf dem Sonntags die grosse Feria, der Wochenmarkt von Rurrenabaque stattfindet. An Sonntagen merkt man hier, dass Rurre zwar nur 10000 Einwohner hat, aber dass Einzugsgebiet für viele kleine Comunidades entlang der Fernstrassen und des Rio Benis ist. So liegen am Markttag grosse Einbäume am Strand, in denen die Bewohner der Comunidades am Rio Beni nach Rurre fahren um sowohl ihre Produkte (Früchte, Gemüse) anzubieten als auch selbst Einkäufe zu machen. Die Einbäume werden meistens von selbstgebauten Aussenbordern mit dem lautmalerischen Namen "pekke-pekke" (abgeleitet vom dem Geräusch des Motors) angetrieben werden. Auf dem Markt wird ausser Gemüse und Fleisch vor allem noch Anziehsachen verkauft. In grossen Haufen liegen dort Altkleider, meistens aus den USA, aber auch aus Europa. Oft bestehen die "Stände" der Marktfrauen nur aus einer Decke, auf der beispielsweise 100 Orangen und 50 Tomaten liegen, wobei ich mich dann frage, ob die Verkäufer nur davon leben müssen. Den Markt verlasse ich über die Calle Santa Cruz, in der rechts und links die LKWs und Busreste stehen, die die Menschen in die Comunidades an der Strasse nach La Paz zurückbringen soll.

Soweit nun mein dritter Bericht aus Rurrenabaque. Viele Grüsse nach Deutschland,

Michael Eichholz