Bericht:

Die Olimpipitos 2012 in Managua

Von: Kirsten Stark



Kirsten Stark ist Freiwillige in Jinotega, Nicaragua. Sie arbeitet bei Los Pipitos, die Partnerorganisation arbeitet mit Menschen mit Behinderungen. Im November begleitete Kirsten eine Delegation von Los Pipitos zu den Olimpipitos in die Hauptstadt Managua.

Vom 23.-25. November haben in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas, die VI. Olimpipitos stattgefunden. Es handelt sich dabei um eine Art landesweit ausgetragene Paralympische Spiele, die alle zwei Jahre von Los Pipitos organisiert werden. Dieses Jahr wurden neben den über 900 AthletInnen aus Nicaragua sogar erstmals AthletInnen aus anderen zentralamerikanischen Staaten eingeladen. Wir von Los Pipitos Jinotega haben uns - nachdem der Vorbereitungsstress überwunden, genügend Spenden eingesammelt und natürlich ausgiebigst trainiert worden war - mit unseren elf AthletenInnen in einem vollgestopften Kleinbus voller Vorfreude auf die große Reise gemacht. In Managua angekommen, herrschte schon großer Trubel. Nachdem alle AthletInnen eingeschrieben und mit Essen versorgt waren, zogen die Aktiven mit ihren BetreuerInnen in einem Umzug durch die Innenstadt von Managua. Die Spiele waren hiermit eröffnet.

Nach einer sehr kurzen Nacht, ging es am nächsten Tag dann endlich mit den Wettkämpfen los: Wir sind in Leichtathletik, Fussball und Schwimmen angetreten, aber von (Rollstuhl-)Basketball, über Baseball und Karate bis goal ball (eine Art Fussball für Blinde) war wirklich alles vertreten. Angetreten wurde in verschiedenen Kategorien entsprechend der Behinderung der AthletInnen. Natürlich ist die Organisation eines solchen Ereignisses sehr schwer, aber ein Wehmutstropfen bleibt für mich die Einteilung in nur zwei unterschiedliche Altersgruppen, acht bis zwölfjährige und alle über zwölf Jahre. Die Folge war, dass 13-jährige gegen 24-jährige oder auch 60-jährige antreten mussten. Außerdem war es schade, dass generell nur zwei Begleitpersonen mitkommen durften, sodass Jugendliche mit starken Behinderungen nur antreten konnten, wenn sie aus der Umgebung Managuas kamen.

Aber - obwohl manchmal etwas chaotisch - lief insgesamt alles sehr fröhlich und kameradschaftlich ab. Neben dem Sport stand vor allem der Austausch mit Anderen im Mittelpunkt. Plötzlich konnten die doch häufig etwas isolierten Gehörlosen mit anderen Jugendlichen aus ganz Nicaragua kommunizieren, es haben sich Freundschaften gebildet, es wurde „rumgespasst“! Bei Niederlagen flossen auch mal schnell Tränen, die aber genauso schnell wieder vergessen wurden und am Ende waren alle sehr stolz auf ihre Leistungen. Alle, nicht nur unsere Jugendlichen, haben einen super Job gemacht, haben uns bewegt und sich selbst übertroffen! Belohnt wurden die Anstrengung mit einer Teilnehmermedaille für Jede/n und im Schwimmen haben wir sogar eine Bronzemedaille gewonnen.

Ich werde dieses Ereignis so schnell nicht vergessen, genauso wenig wie die Anderen des Teams von Los Pipitos Jinotega, das während der Spiele zu einer richtigen Gruppe heran gewachsen ist und voller Stolz über die Leistungen nach Jinotega zurückkehrt ist.