Bericht:

M wie März oder Migrationsrouten- A wie April oder Alltagsmüdigkeit - M wie Mai oder Mittel zwecks Arbeit - Lucie Kirstein

Von: Lucie Kirstein

Lucie Kirstein erzählt in ihrem 3. Rundbrief von ihrem Alltag: Der veränderten Migrationsgesetzgebung und den Auswirkungen auf die Arbeit von Cenderos, den alltäglichen Streitereien im WG-Leben, von Urlaubsimpressionen aus Panama sowie der Abhängigkeit einer Freiwilligen von techischen Gerätschaften.

 

"Bei einem Seminar mit Jugendlichen analysieren wir die Schwierigkeiten der Migranten bei der illegalen Einreise. Für sie ist es wichtig all dies in Worte zu fassen, um sich über ihre eigene Situation im Klaren zu sein, denn vieles wird aus Reflex ausgeblendet. In einem Interview stelle ich zum Beispiel fest, dass von „den Migranten“ geredet wird, sich selber nicht mit eingeschlossen, obwohl doch so viele die Schwierigkeiten des Grenzgangs so haargenau kennen. So gibt es zum Beispiel bestimmte Pfade durch den Wald, die abseits der geteerten Strassen liegen, auf denen man nach Berichten der Jugendlichen schon mal mehr als zwei Tage unterwegs sein kann und am Flussufer schlafen muss. Wenn man auf Grenzbeamten trifft, verlangen diese oft Geld oder man wird festgenommen und deportiert. Die Frauen sind zudem schutzlos dem Risiko der Vergewaltigungen von Seiten der Grenzpolizei ausgesetzt, die oft sexuelle Handlungen gegen Freilassung verlangen...".