Bericht:

Das Ende der Honeymoon-Phase und der steile Berg wieder hinauf - Catriona Campbell

Von: Catriona Campbell

Catriona Campbell berichtet in ihrem 2. Rundbrief über die Phase nach der ersten Reizüberflutung, wie sie zunächst verzweifelt und lustlos wurde, dann jedoch neuen Mut geschöpft und sich eigenmotiviert neue Aufgaben gesucht hat, die ihr Freude bereiten.

"In unserem Ausreisekurs wurde uns erklaert, dass die erste Phase des Dienstes so eine Art Flitterwochen sind
(Honeymoon). Man kennt noch nicht wirklich alles, wird von neuen Eindrucken ueberschwemmt aber man
sieht alles in einem positiven Licht: man faengt seinen Freiwilligendienst in Costa Rica an – was um alle Welt
kann da fehlen? Rueckblickend blieb ich ziemlich lange in dieser Phase...

Dann jedoch bemerkte ich, dass ich in das Pereza Loch gefallen war. Pereza heisst so viel wie „kein Bok“ und ist
mehr als nur ein Loch. Es ist wie ein endloses Nichts ueberzogen von einer dicken Schlammschicht. Alleine,
ist man zur Huefte darin steckengeblieben. Das Schlimmste jedoch ist nicht, dass man nicht weglaufen kann –
es sind die Arme die sich doch bewegen koennen...

Aber ich habs geschafft den ersten Schritt zu machen und seitdem laeuft es alles besser. Ich bin nun oefter
beim Englischunterricht und spiele eine etwas wichtigere Rolle. Ich werde einen Internationalen Kochkurs mit
Agroindustria anfangen. Ich arbeite jetzt einmal woechentlich beim Comedor. Ich hab ein Recycling Projekt
bei dem ich Muelltonnen beschrifte und das Verfahren in Klassen erklaeren werde. Und das sind erst die
Sachen, die schon sicher sind...".