Mahnwache fordert: Kein Krieg!
Gemeinsame Aktion von Juden, Muslimen und Christen (26.08.2006)
Neuwied 26. August – „Shalom“ und „Salam“ war auf hebräisch und
arabisch auf den Friedensfahnen zu lesen, die am Samstag in der
Neuwieder Fußgängerzone wehten. Mehr als 100 Menschen hatten sich zu
einer Mahnwache für den Frieden eingefunden. Die Teilnehmenden
gedachten der Opfer, die der jüngste Nahostkrieg im Libanon und Israel
gefordert hatte.
Zahlreiche Fotos zeigten bei der Mahnwache den
Schrecken des Krieges auf beiden Seiten: verstörte Kinder, die in einem
Bunker in Israel auf das Ende des Raketenbeschusses warten, Frauen in
Beirut, die in den Trümmern ihres Hauses nach ein paar verbliebenen
Habseligkeiten suchen, Menschen in Libanon und Israel, die um ihre
getöteten Angehörigen trauern.
„Das Gedenken an die Opfer mahnt uns, für einen gerechten Frieden in
der Region zu beten. Friede in der Region wird nur dann möglich sein,
wenn die Interessen aller in der Region lebenden Menschen beachtet
werden und es zu einem gerechten Ausgleich dieser Interessen kommt“,
betonte Angela König, Geschäftsführerin des Internationalen
Christlichen Friedensdienstes EIRENE.
Susanne Kudies von der Neuwieder Gruppe von amnesty international rief
alle Konfliktparteien, aber auch die Regierungen der Anrainerstaaten
sowie Europas und der USA zum Bemühen um eine politische Lösung des
Nahostkonfliktes auf.
Ein besonders bewegender Moment der Veranstaltung war das Vortragen von
Friedensgebeten der verschiedenen Religionsgemeinschaften. Es sprachen
Herr Yahya Chamali vom Islamischen Verein für Dialog und
Völkerverständigung, der Imam Hasan Özen von der türkischen Ravza
Moschee in Neuwied und Pfarrer Werner Zupp von der evangelischen
Marktkirchengemeinde als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
Christlicher Kirchen (ACK) in Neuwied. Von der Jüdischen Kultusgemeinde
Koblenz war leider kein Vertreter persönlich anwesend, der Vorsitzende
Herr Dr. Kahn hatte jedoch für die Mahnwache einen Text mit einem
jüdischen Friedensgebet gesandt.
Zum Abschluss der Mahnwache wurde der internationale Aufruf „Kein
Krieg“ verlesen, in dem sich jüdische und muslimische Gelehrte,
Professorinnen und Künstler gegen den Krieg und für den sofortigen
Beginn eines Dialogs für den Frieden aussprechen. „Wir halten die
derzeitige Polarisierung zwischen der so genannten westlichen und der
so genannten islamischen Welt für eine Pervertierung unserer jeweiligen
Traditionen“, heißt es am Ende des Aufrufs, dem sich die Teilnehmenden
der Mahnwache anschlossen.







