Internationaler Christlicher Friedensdienst

EIRENE aktuell

Internationaler Frauentag

Frauen gegen menschenverachtende Gesetze (07.03.2007)

Fast hundert Jahre nachdem Textilarbeiterinnen in New York für menschenwürdige Arbeitsbedingungen streikten, sind weltweit Frauen immer noch nicht gleichberechtigt. Wenn am 8. März der Internationale Frauentag begangen wird, erreichen Frauen im internationalen Durchschnitt nur zwischen 50 und 80 Prozent der Bezahlung der Männer. Zwei Drittel aller Menschen, die nicht Lesen und Schreiben können, sind Frauen. Ein Drittel aller Frauen weltweit leidet unter Gewalt. In vielen Staaten erleben Frauen eine Politik, die ihre Rechte missachtet.

Der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE weist auf das Beispiel Nicaragua hin, wo ein neues Gesetz eine Abtreibung selbst bei Lebensgefährdung der schwangeren Frau oder bei einer Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung unter Strafe stellt. Bislang war ein Abbruch aus einer solchen medizinischen oder kriminologischen Indikation erlaubt, wenn diese von drei unabhängigen Instanzen bestätigt worden war. Nach dem neuen Gesetz muss ein Arzt mit zehn Jahren Gefängnis rechnen, wenn er bei einem vergewaltigten 12jährigen Mädchen einen Schwangerschaftsabbruch vornimmt, selbst wenn das Mädchen bei einer Geburt absehbar sterben würde. Das Gesetz wurde noch im letzten Jahr noch unter einer rechtskonservativen Regierung verabschiedet. Für das Gesetz stimmten allerdings auch die ehemals linksorientierten Sandinisten, die nach den Wahlen im November nun mit dem früheren Revolutionskommandanten Daniel Ortega den neuen Präsidenten stellen.

"Wir begrüßen die deutlichen Worte von Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die den Präsidenten Daniel Ortega aufforderte, das menschenverachtende Abtreibungsgesetz zu ändern", so EIRENE-Lateinamerikareferentin Martina Richard in einer Stellungnahme. "In Nicaragua haben mehrere EIRENE-Partnerorganisationen gegen das Gesetz Klage eingereicht, darunter die Menschenrechtsorganisation CENIDH, das 'Movimiento de Mujeres Maria Elena Cuadra' (MEC) und die Frauenorganisation 'Grupo Venancia'. EIRENE hat den Partnerorganisationen die Hoffnung ausgedrückt, dass ihre Klage Erfolg hat."



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