Internationaler Christlicher Friedensdienst

"Entwicklungspolitik im Windschatten militärischer Interventionen?"

Gemeinsames Positionspapier der kirchlichen Hilfswerke Misereor, Evangelischer Entwicklungsdienst und Brot für die Welt

(Aachen, Bonn, Stuttgart, 8. September 2003) Zwei Jahre nach den Ereignissen vom 11. September 2001 ziehen die kirchlichen Hilfswerke Misereor, der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und "Brot für die Welt" eine Bilanz der Entwicklungspolitik unter veränderten weltpolitischen Vorzeichen. In einem gemeinsamen Positionspapier äußern sie sich besorgt darüber, wie schnell sich die internationale Aufmerksamkeit ständig neuen Kriegsschauplätzen zuwendet. Strategien für langfristige Veränderungen gerieten so aus dem Blickfeld.

Sicherheit sei unteilbar, betonen die Hilfswerke: "Weder Nord noch Süd noch einzelne Staaten können sie für sich allein gewinnen und bewahren, ohne sie der Mehrheit der Bevölkerung und der Völker zuzugestehen." Sicherheit für alle erfordere einen globalen Interessenausgleich, der vom Norden erhebliche Zugeständnisse und Veränderungen verlangen werde. Dazu seien Bemühungen für einen Bewusstseinswandel erforderlich, die nicht nur Sache der Kirchen sein könne, so die Hilfswerke in ihrem Positionspapier "Entwicklungspolitik im Windschatten militärischer Interventionen?".

Militärische Interventionen verändern die Rolle der Entwicklungszusammenarbeit, so Misereor, EED und "Brot für die Welt", wenn sie von Anfang an zur indirekten Finanzierung von Kriegen eingeplant werde. Die öffentliche Aufmerksamkeit verlagere sich auf den Wiederaufbau und auf humanitäre Hilfe zu Ungunsten langfristiger Strategien der Armutsbekämpfung und der Menschenrechtsarbeit . Es zählen schnell sichtbare Ergebnisse. Gerechter Interessenausgleich, Versöhnung und die Schaffung von friedensfähigen politischen und gesellschaftlichen Strukturen sei aber eine mühsame Aufgabe. Frieden müsse von unten wachsen, betonen die Hilfswerke.


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