Internationaler Christlicher Friedensdienst

Eine Woche Leben - Abenteuer inbegriffen!

Victor Haner berichtet in seinem 3. Rundbrief aus einem Ferienlager in den Bergen Rumäniens. Diese Ferienlager sind ein Höhepunkt in der Arbeit der Kinder- und Jugendorganisation "Nori orizonturi" in Lupeni. ( Oktober 2006)

Der Sommer geht, das Tal kommt

An alle die mich kennen. Ich grüße euch aus dem Herzen Rumäniens. Ja, mir geht es gut hier unten. Hab mich an die Sprache und die Leute gut angepasst. Will jetzt schon nicht mehr daran denken, dass es „nur noch“ zehn Monate sind, bis ich hier fertig bin.

Ja, der Sommer ist vorbei und mit ihm auch die Tage auf dem Berg. „Straja“, knappe zwei Monate waren wir ca. 15 Leader, fünf Tage die Woche, hier oben. Straja ist irgendwie ein seltsamer Ort. Er beherbergt sowohl die schönen als auch die Schattenseiten Rumäniens. Selbst hier oben auf 1 400m Höhe liegt unheimlich viel Müll rum, denn zur Wintersaison wimmelt es jedes Wochenende nur so von Ski-touristen, die wie viele Rumänen ein recht eingeschränktes Umweltbewusstsein haben. Die Wiese, der Fluss, der Wald, die Straßen für die Meisten ist alles ein großer Mülleimer. Insgesamt fällt es auf den ersten Blick nicht so besonders auf, aber wenn man wandern geht, ist es unmöglich nicht ein paar Mal über PET-Flaschen und Plastiktüten zu stolpern. Das macht mir jedes Mal klar, wie wichtig Entwicklungsarbeit in Rumänien ist. Natürlich sind die Menschen nicht schlechter, weil sie ihren Müll ungeachtet wegwerfen, aber sie brauchen Menschen, die ihnen die Augen öffnen und sie aufklären, dass es ihnen hilft, dies nicht zu tun. Wie soll der einfache Steuerzahler begreifen, dass er seinen Müll möglichst in den geeigneten Behälter deponieren soll, wenn sogar die staatlichen Instanzen unfähig sind auch nur annähernd rechtzeitig die Container und Mülltonnen auszuleeren. Wie sollen die Kinder wissen, worauf es ankommt, wenn sie es von den „Erwachsenen“ vorgemacht bekommen. So kommt es ständig zu Überfüllung und somit zu stinkenden Haufen, die Straßenhunde, Kühe und auch wilde Tiere anziehen. Niemand denkt mehr an die Milka-Werbung, wenn er sieht, wie Kühe aus unseren Abfällen fressen. Ungeachtet dessen gibt es auch hier Großstadtkinder, die denken, dass Kühe lila oder bunt sind. Außerdem wird hier oben sehr viel gebaut. Straja ist ein ausgewachsenes Skigebiet mit dem passenden Skidorf dazu. Das Problem dabei ist, dass jeder, der Geld hat sich einen Fleck Erde mietet, ja mietet, denn der ganze Berg gehört einem stinkreichen Geschäftsmann, und dort wo und wie es ihm passt seine „Hütte“ hinstellt. Mit „Hütte“ ist meist ein kleines Hotel gemeint. Das Ergebnis ist, das gebaut wird wie verrückt, es gibt keinerlei Grenzen. Was im Weg steht wird plattgemacht, was nicht passt wird passend gemacht. Deswegen sieht das Skidorf sehr bunt aus und die Eingänge zu den Häusern sind oft, wo man sie vielleicht nicht unbedingt vermuten würde.

Trotz allem ist Straja fantastisch. Der Ausblick auf das Jiu-Tal jeden Morgen ist einfach klasse. Man sieht von hier oben ca. 20 von den 30km Länge des Tales. Vor allem wenn es dunkel wird und die Städte einem wie in einer Modelleisenbahn vorkommen, und der Himmel einen klaren Mond und einen unbeschreiblich schönen Sternenhimmel offenbart. Die Wiesen mit den Schafen, der Wind, die Sonne und der Anstieg. Alles fühlt sich stärker an wie unten, alles ist intensiver. Intensiv, so auch meine Zeit hier oben. Das Programm mit den Kindern geht von Morgens bis Abends. Momente um dem Geist die nötige Ruhe zu verschaffen und zu verschnaufen gibt es dabei eher selten und der Stress mit den Kindern ist ziemlich groß. Ich will damit nicht sagen, dass mein Job nicht schön sei, sondern dass man sehr viel Verantwortung für die Kinder trägt. Wir sind schließlich alle Menschen, aber hier sind wir Ideale. Wir behaupten, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem wir bei weitem nicht sind. Zumindest nicht in dem Ausmaß, in dem wir es sein sollten. Es ist nicht all zu lange her, da war ich es, der im Schullandheim die Dummheiten machte und nur Streiche im Kopf hatte und bloß halbstarkes Gerede von mir gab.

„Hobbits in the House! Uh, uh!“

Nichts desto Trotz, bin ich diesen Sommer wahrscheinlich so viel gereift, wie noch nie. Ich fühle mich nicht mehr wie der Schüler, der nur die Theorie kennt. Die Kinder können einem unheimlich viel geben, wie z.B. beim Abschied, wenn sie protestieren und sagen, dass sie sich nicht vom Fleck rühren, weil es ihnen bei uns so gefällt. Da ist man schon einen Moment sprachlos, bevor der Verstand wieder rational sagt, dass „ihr“ jetzt gehen müsst. Der Beruf des Pädagogen macht mir zwar Spaß, aber momentan, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich das Mal fürs Leben machen will. Auf jeden Fall macht es mir Spaß, Leute anzuleiten, was vermutlich auch mit der Tätigkeit hier als Leader zu tun hat. Jede neue Woche mit neuen Kindern war schön und hatte ihren eigenen Reiz. Der Höhepunkt war fuer mich persönlich aber, als meine Cousins im Camp waren. Alle fünf auf ein Mal. So hatte ich endlich die Gelegenheit, den Charakter der bekannten Gesichter näher besser kennen zu lernen. Es war schon ziemlich cool.....


Von Sonne, Wind und Blitzkrieg Einsammeln von Regenponchos nach einem kräftigen Schauer!

Das Wetter ist wie zu erwarten typisches Bergwetter. Wechselhaft und sehr regnerisch. Wenn es auch nicht viel geregnet hat, dafür aber um so öfter. Das listige an dem Wetter ist, dass der Wind einen die starke Sonne nicht spüren läßt und ich deshalb die ersten zwei Wochen ständig einen Sonnenbrand auf der Glatze trug. Man merkt es erst, wenn es zu spät ist. Nachdem man bei strahlendem Sonnenschein verschwitzt im Camp ankam, kühlte man sofort aus, sobald man aus der Sonne in den Schatten ging. Hin und wieder spürte man die ganze Energie des Berges. Wenn es regnete, dann richtig. Mit Blitz und Donner, so das man den Eindruck bekam, dass Kanonen neben einem abgeschossen wurden. Im großen und ganzen hat das Wetter fiesen Sommer sehr gut mitgespielt. Wenn man morgens im T-Shirt zum Camp hoch wanderte und sich was Warmes zum anziehen mitnahm, konnte man am Besten am angenehmsten über die Runden kommen. Außerdem waren Wanderschuhe ein absolutes Muss! Die Kinder hatten fast nie, oder nur selten die richtigen Klamotten an. Und so kam es häufiger vor, dass sie froren oder schwitzten, was das Zeug hielt. Es war natürlich unsere Aufgabe, sie morgens zu mustern und dafür zu sorgen, dass wir das bestmögliche tun, um ihren Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich zu machen. Es ist schon nicht einfach jeden Morgen, bei jedem Wetter top motiviert und gut drauf, vor allem, wenn es draußen regnerisch und windig ist. Aber dies war Gott sei Dank eher selten der Fall. Es war ziemlich sonnig, so dass es richtig Spaß gemacht hat, mit den Kindern die Vertrauensübungen, und „Mutproben“, denn anders kann man sie meiner Meinung nach nicht nennen, zu machen.

Ein Woche VIATA! Eine Woche Leben!

Die Woche beginnt nicht wie bei den allermeisten Menschen am Montagmorgen, sondern am Sonntagvormittag. So gegen 11.00 Uhr morgens kam ich gegen üblich ins Büro, wo ich meine emails checkte, noch den einen oder anderen Anruf nach Deutschland tätigte, bloß um sicher zu sein, dass ihr noch da seid ;-) Um dann anschließend um 12.30 zur wöchentlichen Besprechung anwesend zu sein. Dort wurde üblicherweise über die Geschehnisse der letzten Woche und über den Ablauf und die Besonderheiten der kommenden Woche diskutiert. So gegen 13.15 Uhr, waren wir dann auch schon fertig. Gerade rechtzeitig um die aufgeregten, teils ungeduldigen und wartenden Eltern und Kinder zu begrüßen. Hier wurden die Teilnehmer in Kleingruppen von sieben bis fünfzehn Personen eingeteilt. Hier konnte man schon so einigermaßen erahnen, was diese Woche auf einen zukommen würde. Der einstündige Transport auf den Berg ist dann ein Kapitel für sich. Wie schon in vorherigen Rundbriefen erwähnt führt noch keine befestigte Straße nach oben, sondern ein extrem holpriger und steiniger Bergweg, voll von Serpentinen. Unsere allererste Tour bleibt für mich unvergessen, da wir die Ehre hatten mit einem ehemaligen sowjetischen Armee Truck von der alten Garde, hinten auf der offenen Ladefläche hin und der zu balancieren. Natürlich haut es einen dabei schon Mal um, wenn man keine Sitzgelegenheit(auf dem Boden) hat. Nach ca. 45 min. Voller Staub und Dieselabgasen war’s dann schon geschafft.

Bei all den Strapazen darf man aber nicht vergessen, dass die Stimmung doch witzig und ausgelassen bleibt, da man ja ins Abenteuercamp fährt. Oben angekommen wird eingecheckt. Jede Woche gibt es ein zwei Personen Team, dass mit den Kindern im Haus schläft, da Kinder und leader getrennt von einander schlafen. Nach dem Einchecken geht’s mit Kennenlernspielen und „large group games’= Großgruppenspiele los. Die Namenspiele sind sehr effizient, so dass sich die Gruppenmitglieder(bis zu 20 schon beim Namen kennen). Anschließend gibt es dann erstmal Abendessen. Für uns leader gibts meistens sehr gute Kost, während es die Kinder nicht immer so gut hatten. Vor allem aber hatten wir alle die Wiener zum Früstueck und den Überfluß an Fleisch satt. Um acht Uhr beginnt fuer uns leader dann die Möglichkeit unsere schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu setzen. Wir spielen dabei kurze und lustige Theaterstücke, die einen sehr witzigen Eindruck bei den Kindern machen. Zum Abschluss werden alle zusammengetrommelt und zur Bergkirche geführt. Dort gibt es dann ein religiöses Gespräch, was den Zweck hat sie für die moralischen und kirchlichen Grundsteine unserer Gesellschaft zu sensibilisieren. Und so geht für die Kinder ein erster voller erster Tag zu ende. Während es für die Leader gerade erst lustig wird. Obwohl total geschlaucht und fertig zwingen wir unserer Körper dazu noch ein paar Stunden bei voll aufgedrehter Musik bis spät in die Nacht zu feiern. Am nächsten Morgen ist man dementsprechend verschlafen und eventuell muffig. Doch an ausschlafen ist nicht zu denken. Um 8.30 Uhr gibt es Frühstück und um 9.30 Uhr trifft man sich mit den Kindern. Ich finde diese Zeiten recht human, in Anbetracht dessen, dass wir an manchen Tagen bis um 22.30 Uhr mit den Kindern verbringen und anschließend noch ein Meeting stattfindet, kommt man frühestens um Mitternacht ins Bett. Üblicherweise schlafen drei bis vier Personen in einem Zimmer. Zeit fuer Privatsphäre bleibt da so gut wie keine. Trotzdem beschwert sich hier so gut wie niemand, und falls es passiert geschieht es meist unter vier Augen. Beschweren würde ohnehin nichts helfen, denn die Kinder haben für Ausfälle kein Verständnis. Man hat hier zu lachen und Spaß zu haben, was einem schon manchmal gehörig auf den Magen schlägt. So geht es am ersten Morgen los ins Camp, mit dem bis oben hin, mit Lebensmitteln, gefüllten Wanderrucksack den selben Berg wie immer entweder als erster oder letzter, weil immer einer der Leader vorne und hinten sein muss, hinauf. Nach ca. fünf Minuten legen wir auch schon die erste Pause ein, um die Trinkbehälter mit Wasser zu füllen und die physisch schwächeren Teilnehmer nicht zu überfordern. Es geht weitere zehn Minuten bergauf, bis wir am Waldrand sind. Ab hier geht nun ein bequemer und recht kurzer Waldweg die letzten zehn Minuten zum Camp. Singend und lauthals schreiend vergehen die letzten Minuten, als ob es sie nie gegeben hätte. Im Camp angekommen geht es darum die Kinder so schnell wie möglich mit den Regeln und Prinzipien des Camps vertraut zu machen. Das schöne an unserer Tätigkeit ist, dass wir den Kindern nicht nur zu einem Haufen Spaß verhelfen, sondern auch noch einiges lehrreiche übers Leben beibringen. Sie lernen hier was Vertrauen, Respekt und Mut bedeuten. Wir fangen mit leichten Vertrauensübungen an und gehen immer weiter, bis die Gruppe spürt, dass sich Jeder auf Jeden verlassen kann. Oftmals ist das schon ziemlich schwer, da wir häufig mit Problemkindern zu tun haben. So kommen wir zur Abenddämmerung wieder nach Hause(ins Skidorf), um zu Abend zu essen und die Kinder anschließend ins Bett zu bringen, und zu versuchen dafür zu sorgen, dass sie nicht die ganze Nacht über wach bleiben und über unsinniges lachen und reden. Wenn ich mich aber in meine eigen Schullandheimerfahrung erinnere, war es genau dieses was damals den Reiz des Schullandheimes ausgemacht hat. Ich kann die Jugendlichen deshalb sehr gut verstehen, und bin nicht all zu streng mit ihnen, weil es in diesen Situationen ohnehin nichts hilft. Stattdessen ist es viel sinnvoller, ihnen zu erlauben, aufzubleiben, aber ja keinen Krach zu machen, damit die die wirklich schlafen wollen auch eine Mütze voll Schlaf bekommen! So kommt es das am nächsten Morgen nicht nur wie Leader sondern auch die Kinder dementsprechend geschafft sind.

Von Hochseilakteuren und Grillmeistern

Und das an dem wichtigsten Tag der Woche! Es ist der Tag, an dem alle Gruppen im Camp sind. Während am Vortag die einen untem im Wald „Orienteering“ mit Kompass und Karte machten und die anderen am Felsen kletterten, sind Heute alle vereint. Die Gruppen, die bereits die Vertrauensübungen hinter sich haben, werden Heute in fünf bis zehn Metern Höhe ueber Baumstämme und Drahtseile balancieren. Das heisst für uns leader doppelt aufgepasst! Wir müssen die Teilnehmer per Kletterseil und Geschirr sichern und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Gruppe dynamisch bleibt und die anderen anfeuert. Die Kinder machen an diesem Tag einen Haufen gemischte Gefühle mit! Von Todesangst, bis zu Freudentränen, war diesen Sommer glaube ich alles dabei. Es geht hier Hauptsächlich um den Spaßfaktor, und darum Angst zu überwinden und sein persönliches Limit immer höher zu setzten.

Abends, beim Lagerfeuer, kommt dann die aufgeregte Meute endlich zur Ruhe. Nach dem sich alle mit leckeren Grillwürsten den Bauch vollgeschlagen haben, geht es in den Endspurt des längsten Tages im VIATA-Camp. Während des Tages sollten die Kinder kurze Theaterstücke vorbereiten, in denen sie sich gegenseitig über die Folgen von Umweltverschmutzung klar werden. Außerdem haben Ilie und Vali, unsere zwei VIATA Koordinatoren/Animatoren, ein Programm für die Kids. Es wird gelacht und zusammen gesungen. Lagerfeuerstimmung kommt auf und der Moment bleibt bei Vielen unvergessen. Um diesen vollen Tag abzurunden, gibt es noch eine Nachtwanderung durch den finsteren Wald. Taschenlampen, Handys und andere Hilfsmittel sind dabei selbstverständlich verboten. Dabei halten wir uns alle an den Händen, um uns Gegenseitig vor Stürzen zu bewahren. Wenn der erste(ein Leader), über einen Stein stolpert flüstert er es dem Hintermann, dieser wiederum flstert es seinem Hintermann, usw. Ich persönlich finde die Nachtwanderung mitunter am schönsten, da es still von statten gehen sollte, kann man hier die Natur voll und ganz spüren. Denn durch Singen und Schreien gehen einem wertvolle Erfahrungen verloren. Die Nachtwanderung versucht die Kinder für die Natur zu sensibilisieren und die Gruppe zu festigen.

Klettern & Orienteering

Am vorletzten Tag gibt es dann die letzten zwei Herausforderungen. Der Felsen und Der Kompass!!! Je nach Gruppe hat man zuerst den Klettern, oder zuerst den Orientierungskurs. Der Felsen, ist etwa zehn Meter hoch und hat drei verschieden Routen. D.h., dass sich jeder Teilnehmer, je nach Selbstvertrauen und Kraft sich den Schwierigkeitsgrad selbst aussucht. Meistens sind alle ziemlich angespannt und wissen nicht so ganz, was auf sie zukommen wird und wie sie sich dort oben verhalten werden. Insgesamt, geht dann aber alles gut und alle sind sehr glücklich, dass sie es zumindest versucht haben und jetzt wissen, wie es sich anfühlt. Das Problem ist nämlich eher selten ein Problem, sondern eher das abseilen, wenn man die Beine in einem Winkel von 90 Grad vom Körper auf dem Fels halten soll, um sich nicht an Knien und Kopf zu verletzen. Bei dieser Übung geht es darum den Kindern Selbstvertrauen zu geben und die Gruppe zum anfeuern zu motivieren. Wenn man über den eigenen Schatten springt hat man bereits gewonnen. Am Nachmittag, geht es darum sich mit Karte und Kompass so gut wie möglich zurecht zu finden. Es sind verschiedene Rätsel und Anweisungen in einer bestimmten Reihenfolge aufgebaut. Es geht nun nicht nur darum, die gesuchten Punkte zu finden, sondern darum mit den anderen Gruppenmitgliedern zu kommunizieren und die sich zu vergewissern, dass es eine Gruppenentscheidung gewesen ist und nicht die von einigen wenigen, die sowieso mit Karte und Kompass umgehen konnten. Bei dieser Aktivität hatte ich üblicherweise die allerbesten Debriefings (Auswertungsgespräch) mit den Kindern. Je nach Gruppe kann man hier klar die Fortschritte und Ansichten der Teilnehmer erkennen. Außerdem ziehen wir wie nach jeder Aktivität eine Parallele zu wirklichen Leben, und machen ihnen Bewusst, dass auch der Weg des Lebens ohne „Karte“ und „Kompass“ nur schwer zu finden ist. Jeder hat dabei seine eigene Art, aber an einige Grundregeln, müssen wir uns alle halten.

Nach diesem aufregenden letzten Tag sind alle sehr hungrig. Also noch ein Mal den Bauch vollschlagen!!! Von Dancingqueens und Zorros


Am letzten Abend findet dann der Kostümball statt. Das ist der lustigste Abend fuer Leader, als auch für die Kinder, die total glücklich darüber sind, dass sie sich verkleiden dürfen. Wir haben eine riesen Kiste mit alten und lustigen Klamotten, aus der sich die Kinder nach Herzenswunsch rausnehmen was zu ihnen passt. Darauf hin kommen die lustigsten und kreativsten Kombinationen zu stande. Vom Zigeunerpaar, bis zur Waldfee ist an sich alles dabei. Beim Kostümwettbewerb, bei dem die Leader in der Jury sitzen, verwandelt sich der kleine Party Raum in einen echten Catwalk. Und davor und danach wird getanzt. Sie haben einen Haufen Spaß, zumindest die, die sich trauen zu tanzen. Es gibt unter ihnen auch viele, die noch keine Gelegenheiten zum Tanzen hatten und dementsprechend zurückhaltend sind. Da hilft nur der „Gruppenzwang“. Selbst die Disco ist letztendlich durchorganisiert. Es gibt auch Gruppentänze, wie den einzigartigen „Menehito“, bei dem der ganze Saal zu einer choreographischen Meisterleistung wird oder z.B. Limbo Auf jeden Fall gibts zum Abschluss, den Höhepunkt, für Jeden eine von uns Leader handbemalte Urkunde.

Von Grünen Engeln und die, die es noch werden wollen.

Am letzten Tag, kann man es meist gar nicht fassen, dass wirklich wieder fünf Tage vergangen sind. Denn die Zeit vergeht so rasend schnell, dass man es kaum fassen kann. Nach einem letzten Frühstück, bei dem die einen fast gar nichts essen, da sie dich Wiener bereits satt haben und die anderen sich die Finger und Teller lecken, da die Bergluft und die viele Bewegung ziemlich Kohldampf machen, geht es auch schon zum Kofferpacken. Doch noch gibt es ein Event! Die „Ecology lesson“. Auf Deutsch: Umweltunterricht. Die Kinder werden mit Bildern und Fakten konfrontiert, die sie in ihrer täglichen Umgebung auf der Straße sehen und nichts tun, oder noch schlimmer Mitverursacher des Mülls sind. Es wird ihnen erklärt, dass unser Trinkwasser sich auf 0,03% des gesamten Wasservorkommens auf der Welt beschränkt ist. Und apropos, wusstet ihr, dass allein in Deutschland täglich 600 Hektar Land zubetoniert werden? Jedenfalls erhoffen wir uns von dieser Lektion, dass gerade die letzten Tage und der „Wertevertrag“ die Jugendlichen sensibel für unsere Umwelt machen. Der Wertevertrag ist sozusagen, der Höhepunkt dessen, was wir uns für die Zukunft der Jugendlichen erhoffen. Wir hoffen darauf, dass möglichst viel von den positiven Eindrücken bei den Kindern hängen bleibt. Damit sie eine Perspektive haben. Eine Perspektive, glücklich zu und frei zu sein.

Ein frölicher Abschied fuer alle nach Woche 6

Im Augenblick, ist es ja schon wieder später Herbst und das Camp ist längst rum. Mein Leben im Tal hat sich verändert. Im Gegensatz zum Frühling fühle ich mich in Rumänien heimisch. Ich kann rumänische Bücher lesen und besser schreiben, als am Anfang. Die Arbeit in den Impact Clubs geht nun weiter. Es gibt sehr viel zu organisieren und schreiben. Ich sitze wieder einige Stunden vor dem PC und springe ein, wenn man Mal wieder einen Fahrer braucht, da zur Zeit niemand außer mir einen Führerschein besitzt. Aber mehr von dieser Episode in einer neuen Folge von „Victors Welt“. Ich denk, aber trotzdem immer wieder Mal an „Zuhause“ und wünsche mir, euch einfach anzurufen und euch zu treffen, wenn mir danach ist. Soweit von hier, ich gebe wieder zurück in eure Zimmer an euren Bildschirmen.

 ¶