Internationaler Christlicher Friedensdienst

Konfliktintervention in Süd-Süd-Kivu, Demokratische Republik Kongo

Seit 1990 haben die Menschen in der Region der Großen Seen in Afrika, ein Gebiet, das die Länder Ruanda, Burundi, Teile von Uganda und Tanzania sowie die östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo umfasst, große Krisen durchlaufen müssen. Bürgerkriege sowohl in Burundi als auch im Osten der DR Kongo mit über 4 Million Toten und immense Fluchtbewegungen , haben in der gesamten Region deutliche Spuren hinterlassen. Darüber hinaus wirken extreme Armut, der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung, Terrorisierung der Bevölkerung durch Milizen destabilisierend. Feindschaften zwischen den ethnischen Gruppen sind in den Ländern auch nach den Friedensvereinbarungen immer noch vorhanden, da die Umverteilung von Macht und Ressourcen nun umgesetzt werden soll. Die Menschen brauchen Unterstützung in einem schwierigen Annäherungsprozess, der von einer Kultur der gewalttätigen Konfliktaustragung in eine Kultur der gewaltfreien Konfliktbearbeitung münden soll.

In der Provinz Süd-Kivu ist vor allem Bukavu durch große internationale Präsenz und Aufmerksamkeit geprägt. Die ist seit Beginn 2005 durch eine ungemütliche Ruhe gekennzeichnet: Die Kämpfe im Stadtgebiet sind noch sehr in Erinnerung und es gibt regelmäßig wiederkehrend Gerüchte, dass die Stadt überfallen werden soll.

Obwohl sich ethnische Erklärungsversuche der Kriege längst angesichts der auf hohem Gewaltniveau funktionierenden Kriegsökonomie im Ostkongo als zweifelhaft erwiesen haben, wird die „Hutu-Tutsi-Karte“ oder die Zugehörigkeit zu „ruandasprachigen Völkern“ dort immer wieder bemüht, im Falle der beiden wichtigsten in den Krieg verwickelten Völker der Banyamulenge und der Babembe noch durch mehrheitlich protestantische bzw. katholische Religionszugehörigkeit unterstrichen. In den Kivus kann der ethnisch geführte Wahlkampf schnell zu Gewaltausbrüchen führen.

Das Hauptziel des Projektes ist, einen Beitrag zur Stärkung zivilgesellschaftlich getragener Friedensstrategien auf regionaler Ebene zu leisten. In der Projektregion sind zivilgesellschaftliche Gruppen und Organisationen in der Lage, Friedensstrategien zu entwickeln, die neben einer nationelen Linie auch grenzüberschreitende Aspekte beinhalten. In der beschriebenen Region entstehen Friedensallianzen, die glaubwürdig, respektiert und handlungsfähig sind.

Eine lokale Friedenslobby kann nur dauerhaft bestehen, wenn sie an der Graswurzelebene in den Gemeinden eine Basis findet. Im konflikt- und eskalationsträchtigen Hochplateau erscheint der Aufbau lokaler Komitees sinnvoll, die dort peace constituencies auf der Graswurzelebene aufbauen und einen öffentlichen Druck für Frieden schaffen können.

Dies soll erreicht werden durch die Ausbildung von KonfliktberaterInnen, die vor allem im Süden der kongolesischen Provinz Südkivu Friedenskomitees schaffen und begleiten. Diese Friedenskomitees sollen vor allem in der Lage sein, in Konflikten um Land zu vermitteln. Desweiteren werden sie unterstützt bei der Stärkung von Fähigkeiten, um im Falle von Eskalation direkt bei militärischen Gruppierungen intervenieren zu können.

Partnerorganisation: UGEAFI (Banyamulenge-nah), SOCOODEFI (Babembe-nah) / CCAP

Handlungsfelder / Kategorien: Ausbildung, Kooperationsstrukturen, Dialog

Zielgruppe: Mitarbeitende in Projekten, Vereinigungen und Nichtregierungsorganisationen, die besonders in den Bereichen gewaltfreie Konfliktbearbeitung, Menschenrechte und Good Governance tätig sind, KonfliktbearbeiterInnen auf dem Hochplateau

Anzahl der Friedensfachkräfte: 1

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