Internationaler Christlicher Friedensdienst

Ich bin jetzt schon länger als 2 Monate hier und immer noch habe ich das Gefühl, nicht wirklich angekommen zu sein. Immer wieder entdecke ich Neues, kein Tag ist wie ein anderer, jede Woche ändert sich wieder etwas

Sabine Gitter schreibt in ihrem 1. Rundbrief über ihre Motivation für ihren Freiwilligendienst, von ihren Aufgaben im Centre for Global Education und über ihre Eingewöhnungsphase in Belfast (Oktober 2008)

 

1.Rundbrief von Sabine Gitter



Liebe Bekannte und Interessierte,


Mehr als drei Viertel der Schüler denken es sei wichtig, dass Schulen ihnen helfen zu verstehen, was Menschen machen können, um die Welt zu einem besseren Platz zu machen.

1 von 5 jungen Menschen hat noch nie über weltweite Nachrichten in der Schule diskutiert

1 von 5 jungen Menschen hat noch nie weltweite Probleme in der Schule behandelt

Nur 50% der jungen Menschen glauben, es sei eine gute Idee, dass Menschen mit verschiedenen Hintergründen im selben Land leben


Zitat von Hetan Shah, Chief Executive von DEA (Development Education Association)



„Wo bist du eigentlich gelandet?“ Ich befinde mich gerade in Nordirland, welches politisch ein Teil des Vereinigten Königreiches ist und geographisch der nordöstliche Teil der irischen Insel ist. Hier wohne ich im Süden Belfasts in einer Wohngemeinschaft mit zwei Freiwilligen und einem polnischen Arbeiter. Belfast hat im Stadtkern ca. 277.000 Einwohner. Leider spielt die Trennung von (meist protestantischen) Loyalisten und (meist katholischen) Republikanern immer noch eine große Rolle. Über die letzten 200 Jahre hat sich Belfast zu einer industriellen, administrativen Universitätsstadt entwickelt. Nicht zu verachten ist auch die ausgeprägte Trinkkultur. In vielen Pubs wird noch regelmäßig Livemusik gespielt.



In diesem Brief möchte ich hauptsächlich auf mein Projekt, meine Arbeit, mein Dienstverständnis und meine Freizeit eingehen.



Mein Projekt, das „Centre for Global Education“ ist eine gemeinnützige, nicht staatliche Organisation, welche 1986 von 8 Entwicklungsdiensten gegründet wurde um Bildungsangebote bereitzustellen, die das Bewusstsein über internationale Entwicklungsarbeit fördern. Gründer sind unter anderen Christian Aid, Concern Worldwide, Mercy Justice Centre, Save the Children und Trocaire.


Bezüglich der Arbeit mit „Development Education“ schließt sich das Center der Definition der Vereinten Nationen an. Diese führt aus, dass „Globales Lernen Menschen befähigt an der Entwicklung ihrer Gesellschaft, ihrer Nation und der gesamten Welt teilzuhaben“.


Am besten lässt sich das „Centre for Global Education“, kurz „Center“ vorstellen, indem ich die Arbeit meiner Mitarbeiter beschreibe.


Die neueste Mitarbeiterin, Charo aus Peru, nennt sich „Black and Minority Ethnic (BME) Officer“, für dessen Projekt das Center erst kürzlich die Finanzierung erhalten hat. Das Hauptziel dieses Projektes ist es, innerhalb von BME- Organisationen in Nordirland Kompetenz in der Entwicklungsbildung, im globalen Lernen zu kreieren. Die Projektaktivitäten werden in Zusammenarbeit mit BME- Gruppen ausgeführt und werden sich mit den kenntlich gemachten Bedürfnissen des BME Sektors nach globaler Bildung befassen.


Das Projekt meiner nordirischen Mitarbeiterin Nora nennt sich „Global Dimension in Schools“, welches vom „Ministerium für Internationale Entwicklungszusammenarbeit“ getragen wird. Das Hauptziel dieser Initiative ist es, Lehrende mit effektiver und nachhaltiger Unterstützung auszustatten und eine globale Dimension in die Lehrpläne aller Fächer einzubringen.

Unter www.globaldimensioninschools.org gibt es Links zu Materialien von staatlichen und nicht- staatlichen Organisationen in der globalen Bildungsarbeit, sowie einen Kalender mit für Lehrer nützlichen Events.

Nora organisiert auch berufsbegleitende Ausbildungstage für Lehrer, die darauf abzielen, die globale Dimension zu erklären und klar zu machen, wie sie in den nordirischen Lehrplan integrierbar ist.


Jenna aus den USA ist „Training and Research Officer“. Sie veröffentlicht ein halbjährliches Journal der Entwicklungsbildung, „Policy and Practice“, dessen Ziel es ist Reflektionen und Diskurs rund um die Praxis des globalen Lernens zu ermöglichen.

Sie ist für die Organisation einer jährlichen „Global Education“- Konferenz zuständig, um Mitgliedern des Sektors die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen und von der Kompetenz des Gegenüber zu lernen sowie tief gehenden Diskussionen rund um die Praxis des globalen Lernens eine Plattform zu geben.

Außerdem ist sie an der Veranstaltung von „Global Issues“- Seminaren in der Queens Universität Belfast beteiligt. Die Seminare greifen aktuelle und themenbezogene, entwicklungspolitische Belange auf. Sie sind für Januar geplant.

Jenna kommt aus New York, mit ihr lässt es sich am besten über das Wetter beschweren. Komme ich einmal völlig genervt vom Regen, Hose und Haare nass, zur Arbeit, so lässt es sich mit ihr am besten über das Wetter beschweren. Danach fühle ich mich schon viel besser. In Hinblick auf die bevorstehende Dunkelheit unmittelbar vor Arbeitsbeginn und danach freuen wir uns schon seit August auf den Weihnachtsmarkt mit vielen Lichtern und (viel) Glühwein.


Eine weitere Mitarbeiterin ist Deirdre, die Finanzmanagerin. Sie hat den finanziellen Überblick über alle im Centre laufenden Projekte und die Bücherei.


Stephen, der Direktor, ist immer für alle da. Er kommt morgens als Erster und verlässt meistens als Letzter das Büro. Er hilft bei jeglicher Art von Problemen: „Was, die wollen dir kein Bankkonto geben?“, zieht sich seine Jackett über, streift sich durch die Haare, „Ich komme mit dir“.

Stephen pflegt Kontakte zu allen im Sektor Bildungsarbeit, Entwicklungshilfe und Jugendarbeit Beschäftigten. Er organisiert Seminare, treibt Spenden ein, ist Ansprechpartner für die Regierung und leicht traurig darüber, dass er wenig Zeit findet, um an seiner Doktorarbeit zu schreiben.

Im August hat er den „Development Reader“ veröffentlicht. Dieser liefert eine Einführung in die Schlüsselthemen internationaler Entwicklung und in die Haupttrends der Politik. Das Buch liefert Expertenanalysen in den Bereichen Schulden, Handel, HIV, Geschlechter, Kinderarbeit, Migration und Asyl. Die Beitrags leistenden sind ein Mix aus Akademikern, Mitarbeiter nicht staatlicher Organisationen und Praktizierende im Bereich Entwicklungsaufklärung.

Stephen versteht es ehrlich zu loben und den sozialen Kontakt zu seinen Mitarbeiterinnen zu pflegen.



Meine Job-Bezeichnung ist „Information Officer“. Meine Aufgabe ist es, die Mitglieder und die Bücherei zu managen und für die Bücherei zu werben.

Dazu gehört, Datenbanken von zum Beispiel Mitgliedern oder Partnerorganisationen zu erstellen und immer wieder zu ergänzen. Das war eine meiner ersten Aufgaben und wird auch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Außerdem soll ich immer wieder neue Bücher bestellen und diese in die schon vorhandene Datenbank eintragen.

Die Bücherei des Centers bietet eine große Auswahl an Materialien für Schulen, Universitäten und Jugendarbeit im Themenbereich der internationalen Entwicklung.

Darunter sind Unterrichtsmaterialien, Themen- und Länder bezogene Archivboxen, Präsentatioshilfen, DVDs, mehr als 50 Nationale und internationale Zeitschriften und Magazine und über 1500 Bücher unterteilt in Themenbereiche wie Kinder, Wirtschaft, Entwicklung, Kultur, Politik, Umwelt, Menschenrechte, Gesundheit, Religion und Kontinente.


Flugblätter verteilen, z.B. unser neues Mitgliedschaftsformular in die verschiedensten Fakultäten der Universität. Eine Auflistung von in unserem Center hilfreichen Materialien für die Soziologiestudenten erstellen. Dieses Jahr war das Thema "Wie transnationale Konzerne für fairen Handel werben."

Seitdem kommen ständig Studenten in die Bibliothek, die meisten wollen einfach nur ein Mitglied werden, zahlen ihren Beitrag und fühlen sich gut. Obwohl sich einige wirklich schon Informationen über ihr Wunschland suchten, drehten die meisten, nachdem sie ihre Mitgliedskarte in der Hand hielten, dem Center wieder den Rücken zu. Stephen meint, das schlechte Gewissen kommt dann kurz vor Abgabetermin. Dann kommen sie hysterisch angerannt und lassen sich noch schnell ein paar Artikel kopieren.

Nach einem Training für die Website www.centreforglobaleducation.com erhalte ich auch diese ab und an auf dem neuesten Stand.

Einmal war ich auf einem Event, eine Rede über das kubanische Gesundheitssystem, und hatte einige Bücher zum Verkauf dabei. Verkaufsstände aufbauen wird sich in Zukunft noch häufen.

Dabei soll ich den Center vertreten und für die Bücherei und aktuelle Veröffentlichungen werben. In den letzten Wochen war das vor allem der Development Reader.

Bestellungen entgegen nehmen, Rechnungen schreiben, Bücher verkaufen und wenn nötig verschicken. Alles muss genau aufgelistet werden.

Das monatliche Informationsblatt zusammenstellen und per Mail verschicken, in dem ich auch immer wieder Werbung für unsere Veröffentlichungen und Veranstaltungen mache.

Dies ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Er stützt sich auf Informationen aus den Mails und der Post, die ich regelmäßig empfange. Diese sind von Partnerorganisationen, nicht staatlichen Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit, Netzwerken und Unterstützern. Der Rundbrief informiert über bevorstehende Ereignisse, Seminare, Publikationen, Möglichkeiten Spender zu finden und Stellenangebote.

Dazu kommen tägliche Aufgaben wie Mails lesen und wenn nötig beantworten, Post entgegen nehmen und verteilen, Anrufe entgegen nehmen und weiterleiten.

Dank der erstklassigen Einführung meines Vorgängers auf meiner Projektreise im Mai war mir schon klar, was ungefähr auf mich zukommt.



Zu meiner Vorgeschichte lässt sich sagen, dass ich mit 16 Jahren, zusammen mit einer Freundin, meine erste Gruppenstunde mit ca. 11 jährigen Kindern geleitet habe und von da an, vor allem durch meine Jugendreferentin des Dekanats Lauda, Sabine Rhein mit Jugendarbeit begann. Gruppenleitergrundkurs, 72 Stunden Aktion der Erzdiözese Freiburg, Jugendgottesdienste, Betreuerin im Zeltlager, Dekanatsteam. Auf einem Fit4Fun Tag für Gruppenleiter lauschte ich begeistert einem jungen Mann, der gerade ein Jahr in Peru als Freiwilliger der Erzdiözese Freiburg verbracht hatte. Erste Gedanken an einen ähnlichen Auslandsaufenthalt nach meinem Abitur schlichen sich in meinen Kopf ein und begleiteten mich ständig. Mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, unentgeltlich, und das intensiver als es mir während meiner Schulzeit möglich war. Mit meiner Arbeit eine Änderung hervorrufen. Als ich in der 11.Klasse plötzlich sehr schlecht in Englisch wurde beschloss ich, dies in einem englisch sprachigen Land zu tun.


Nur um Englisch zu lernen, von zu Hause raus zu kommen, Lebenserfahrung zu sammeln, neue Leute kennen zu lernen und Spaß zu haben, hätte ich auch ein Jahr als Au Pair arbeiten können. Damit hätte ich sogar noch für mein Studium gespart. Aber mir ist der soziale Aspekt wichtig. Mich für eine gute Sache einsetzen


Meine erste Anlaufstelle war die Fachstelle Freiwilligendienste/ Friedensdienste in Freiburg. Vor genau einem Jahr lies ich mich dort zum Infotag einladen. Schnell Bewerbung schreiben (warum Friedensdienst, Erfahrungen, Auslandsaufenthalte, Stellungnahme zu den EIRENE Grundsätzen, persönlicher Lebenslauf, 2 Referenzen) und ab in den Briefkasten. Beim Bewerbungsseminar im Dezember wurde genau geprüft, welches Projekt zu mir passt, was mich motiviert, ob lieber Leben in der Stadt oder auf dem Land, wie ich mir das WG- Leben vorstelle, Stärken und Schwächen, was mich an zu Hause bindet. Zum Glück unterstützen mich meine Familie und meine Freunde/innen in meinem Wunsch. Ein paar Tage später bekam ich die Zusage.


„Wie, du machst ja jetzt gar nichts mit Kindern?“ Stimmt. Sondern ich trage mit meiner Arbeit dazu bei, dass zumindest Menschen und Organisationen hier in Nordirland über Problemfelder, die Entwicklung betreffen, informiert werden.

Vor allem Studenten und Lehrer und somit auch deren Schüler sollen begreifen, dass sie auf Grund der wachsenden Verflechtung mit anderen Ländern und Gesellschaften mit der Art wie sie leben Einfluss auf kulturelle, wirtschaftliche, soziale und politische Strukturen haben.

Ziel ist, dass die Menschen hier auch lernen, wie! sie entwicklungsfördernden Einfluss nehmen können und mit diesem Wissen etwas gegen die globalen Probleme tun werden. „From the Local to the Global“



Meine Entsendeorganisation EIRENE ist für die pädagogische und organisatorische Begleitung verantwortlich. Auch für die Vorbereitung, die Begleitung für Versicherungsfragen, Zwischenseminare und Auswertungstreffen.

EIRENE ist eine von sechs in Deutschland staatlich anerkannten Personaldiensten in der Entwicklungszusammenarbeit.

Außerdem ist EIRENE durch die rheinland-pfälzische Landesregierung als Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und vom Bundesamt für den Zivildienst als Träger des „Anderen Dienstes im Ausland“ anerkannt.

EIRENE unterstützt bereits seit 1957 im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Projekte in Afrika und Lateinamerika durch finanzielle Hilfen und durch Fachkräfte (Südprogramm).

Im Jahr 1980 wurde das Freiwilligenprogramm in den Industrieländern entwickelt (Nordprogramm z.B. Nordirland), um junge Menschen für weltweite soziale Fragen zu sensibilisieren.

Das Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit wird jungen Menschen in der Praxis ermöglicht.

Bis heute haben über 1.700 junge und ältere Menschen einen Friedensdienst mit EIRENE in aller Welt geleistet. Wer sich mehr für diese Organisation interessiert, schaut bitte auf www.eirene.org



Anfang Juli begann mein Dienst mit dem EIRENE Ausreiseseminar in dessen Hauptsitz in Neuwied. Diese zwei Wochen waren teilweise sehr aufregend für mich, haben mich aber auch viel zum Nachdenken gebracht. Ich habe viele nette Leute kennen gelernt, die größtenteils wie ich Projekte in Nordirland haben. Neben vielen spaßigen Einheiten, die die Gruppendynamik förderten, haben wir Technisches und Versicherungen geklärt, etwas über Gewaltfreiheit gelernt, bekamen eine länderspezifische Vorbereitung, hatten mehrere Einheiten zu Interkulturellem Lernen, Phasen des Dienstes (angeblich soll nach der Honeymoon- Phase eine Hölle- auf- Erden- Phase kommen. Diese traf bei mir noch nicht ein), eine sehr spannende Glaubensdiskussion, eine Einheit über Konflikte im Projektalltag und zu Entwicklungspolitik.



Ich bin jetzt schon länger als 2 Monate hier und immer noch habe ich das Gefühl, nicht wirklich angekommen zu sein. Immer wieder entdecke ich Neues, kein Tag ist wie ein anderer, jede Woche ändert sich wieder etwas.

Anfangs war noch so viel zu klären. Mietvertrag unterschreiben, Bankkonto eröffnen („Nein, wenn Sie „Freiwillige“ sind, können wir Ihnen kein Konto erstellen. Ihr Chef muss in dem Brief „Angestellte“ erwähnen“). Einstufungstest zum Sprachkurs machen, zum Sprachkurs anmelden und zahlen, in die erste Stunde gehen und dann doch feststellen, dass der Kurs zu einfach ist. Das dem Lehrer klar machen, nachzahlen. Medical Card beim Arzt beantragen.

Ständig lerne ich neue Leute kennen. Hauptsächlich Freiwillige. Die meisten sind aus Deutschland, einige aus Italien, ein paar aus Spanien und, sehr knapp vertreten, Freiwillige aus Frankreich, der Türkei und Armenien. Natürlich kenne ich auch ein paar Menschen, die nicht als Freiwillige hier arbeiten. Freunde meiner Arbeitskollegen, Bekannte meines Arbeitsplatzes, Nachbarn und Verkäufer, denen ich immer wieder begegne.


Jetzt, nach zwei Monaten beginnt erst das, was ich als „Einleben“ bezeichnen würde.

Meine Freizeit gestalte ich, Dienstag und Donnerstag morgens mit Joggen. Eines der wenigen Dinge, die hier schon zur Gewohnheit wurden und was ich zuvor immer nur als Anlass sah, mich mit einer Freundin zu treffen und zu reden. Jetzt habe ich jedoch das Ziel, bis Weihnachten in einem meiner Meinung nach ordentlichen Tempo eine halbe Stunde laufen zu können.

Nach der Arbeit, wo ich theoretisch Montag bis Freitag immer von 9-17 Uhr bin (Ausnahme: Sprachkurs), finde ich geht die Zeit rasend schnell vorbei. Ich liebe es, spontan einkaufen zu gehen und mir im Laden zu überlegen, was ich nun esse. Wenn ich mich dann entschieden habe zu kochen, weil vom Vortag nichts mehr übrig ist, gekocht, gegessen und gespült habe, ist es schon dunkel und es folgen Gespräche mit meinen Mitbewohnern, lesen (unter anderem über Entwicklungspolitik) weil wie Anja so schön gesagt hat „Lesen ist Zeit für sich selbst nehmen“, schreiben, mein wunderschönes großes Zimmer genießen, aufräumen, putzen, mit Freundinnen telefonieren, früh schlafen gehen oder doch noch mal raus gehen. Da gibt es dann die Option neue Freiwillige kennen zu lernen, gemeinsam zu essen, Geburtstag zu feiern, DVD Abend zu machen, tanzen zu gehen, einen Pubquiz mitmachen und und und.


Entscheidend ist meistens, wie das Wetter ist. Regnet es heftig, wenn aus dem Büro komme, dann fahre ich so schnell wie möglich mit meinem „Oh- wo hast du denn das Fahrrad her- bist du damit vom Süden Deutschlands bis nach Belfast gefahren?“ nach Hause und möchte nur noch ins warme Bett. Scheint jedoch die Sonne, so bin ich überglücklich. Kaufe mir Schokolade und setze mich in einen Park, genieße die freie Zeit und die warmen Sonnenstrahlen. Oder ich fahre einfach mal drauf los. Versuche eine offene Kirche zu finden. Ich schau mir gerne Kirchen und vor allem Orgeln an. Leider sind diese hier, aus Angst vor Vandalismus, unter der Woche geschlossen und man kann nur sonntags während dem Gottesdienst rein. Ein Überbleibsel der „Troubles“ der 1970er Jahre. Ich fahre durch Straßen, in denen ich noch nie war. Schaue mir schöne Häuser an oder lass mich erschrecken von den rot- weiß- blauen Bordsteinen. Ich konnte zuerst nicht glauben, dass die Loyalisten das wirklich machen. Sie finden es gut, dass Nordirland zum Vereinten Königreich gehört und demonstrieren dies unter anderem mit zahlreichen Flaggen und Umzügen. Die Republikaner dagegen hoffen immer noch darauf, dass Nordirland einst wieder an die Republik Irland angeschlossen wird.



Bis zum nächsten Mal, mit tollen Aktionen wie dem SOS- Bus und dem Zwischenseminar.

Herzliche Grüße, eure Sabine von der grünen Insel


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