Internationaler Christlicher Friedensdienst

EIRENE aktuell

Nicaragua 25 Jahre nach der Revolution

EIRENE engagiert sich weiter (16.07.04)

Familie in Nicaragua

Neuwied - Zum 25. Jahrestag des Volksaufstandes in Nicaragua bekräftigt der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE seine Unterstützung nicaraguanischer Initiativen für ein Leben in Würde und für soziale Gerechtigkeit. "Gerade weil Nicaragua wieder ein vergessenes Land zu sein scheint: Die Menschen dort brauchen weiterhin unsere Solidarität", betont Lateinamerikareferentin Martina Richard.

EIRENE engagiert sich in Nicaragua mit dem Einsatz von Fachkräften und Freiwilligen. Seit 1981 leisteten 52 EIRENE-Freiwillige einen Dienst in dem mittelamerikanischen Land. Insgesamt wurden 118 Projekte umgesetzt, die ein Gesamtvolumen von über 9 Millionen Euro hatten. 

Nach der Vertreibung des brutalen Diktators Somoza am 19. Juli 1979 stand Nicaragua für viele Hoffnungen. Die Bevölkerung hoffte auf ein Leben in Würde. Für die vielen Solidaritätsgruppen weltweit wurde Nicaragua zu einem Projekt für eine gerechtere Welt. Nach dem zermürbenden Krieg gegen die von den USA finanzierten Contras in den 80ern und der "neoliberalen Wende" in den 90ern ist Nicaragua inzwischen nach Haiti wieder das zweitärmste Land Lateinamerikas. Heute gibt es drei Mal mehr Analphabeten als vor 20 Jahren. Nach dem Zusammenbruch der Kaffeepreise stehen tausende Landarbeiter und Kleinbauern vor dem Nichts. 

In dieser Situation sind die Projekte, die EIRENE gemeinsam mit nicaraguanischen Partnerorganisationen durchführt, konkrete Hilfe und Zeichen der Hoffnung. Auf dem Land sind ihre Zielgruppen Landfrauen- und Bauerngruppen, Dorfentwicklungs- und Trinkwasserkomitees. Die Projekte arbeiten für den Schutz der natürlichen Ressourcen, entwickeln angepasste Techniken für den Landbau und unterstützen die Bauern bei der Eintragung von Besitztiteln. 

In den Textilfabriken von 'Maquilas' genannten Freihandelszonen nähen Frauen unter menschenunwürdigen Bedingungen Sportbekleidung für internationale - auch deutsche - Firmen. Gemeinsam mit der nicaraguanischen Frauenorganisation MEC setzt sich hier eine EIRENE-Fachkraft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein. 

Nicht zuletzt als Spätfolge der Pestizideinsätze auf den Plantagen der Bananen- und Kaffeekonzerne, hat sich die Zahl der Kinder mit Behinderungen vervielfacht. EIRENE unterstützt finanziell und personell das Zentrum 'Los Pipitos', in dem diese Kinder schon früh gefördert werden können.

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