EIRENE aktuell
Freiwilligenprogramm weiter ausgebaut
EIRENE stellt Geschäftsbericht für das Jahr 2007 vor
Neuwied - Der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE e.V. legte seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2007 vor, den die Organisation an über 10.000 Freunde und Förderer im In- und Ausland versandte. Die Geschäftsführerin von EIRENE, Angela König, erläuterte im Rahmen eines Pressegesprächs in Neuwied die Arbeit des vergangenen Jahres.
Mit einem Haushalt von rund 3,3 Millionen Euro unterstützte EIRENE auch 2007 zahlreiche Projekte in Afrika und Lateinamerika finanziell und durch den Einsatz von Fachkräften und Freiwilligen. Im Jahr 2007 waren mit EIRENE 23 Fachkräfte und 70 Freiwillige im Einsatz. König erläuterte auch die Beteiligung des Friedensdienstes an Kampagnen in Deutschland. Unter anderem engagierte sich EIRENE gemeinsam mit anderen Organisationen im 'Aktionsbündnis Landmine' für ein Verbot sämtlicher Streumunition. Noch immer werden unter Mithilfe deutscher Firmen diese besonders perfiden Waffen produziert und auch exportiert.
Im Freiwilligenbereich hat sich im Jahr 2007 viel getan. Mit dem neuen Programm „weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit wurde eine alte Forderung von EIRENE, Freiwilligendienste, mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen, umgesetzt. „Genauso wichtig wie die öffentliche Unterstützung des Freiwilligendienstes ist uns allerdings die begleitende entwicklungspolitische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Deutschland, damit der Dienst im Ausland auch bei uns zu einem Klima der Solidarität beiträgt“, so die Meinung von König.
Auch im letzten Jahr hat EIRENE daran gearbeitet, das Freiwilligenprogramm weiter auszubauen, damit mehr Menschen die Möglichkeit haben einen Dienst im Ausland zu leisten. Neben der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in Nicaragua, in Brasilien, in Bolivien, im Niger, in Marokko und in Bosnien Herzegowina werden ab diesem Sommer auch Freiwillige in Costa Rica und in Uganda ihren Dienst leisten. Weiterhin stößt der Freiwilligendienst im Norden und Rumänien auf großes Interesse. Die Freiwilligen engagieren sich für obdachlose Familien in den USA, für Flüchtlinge in Frankreich oder Straßenkinder in Rumänien. Weitere Einsatzfelder sind Projekte der Friedensarbeit in Nordirland oder Kampagnen zum Klimaschutz. „Wir leben in einer Welt und sind voneinander abhängig. Armut und Ungerechtigkeit gibt es sowohl im Norden als auch im Süden. Globales Lernen kann und muss überall stattfinden“, betont König.
Einer von den Freiwilligen, die letztes Jahr mit EIRENE ihren Dienst leisteten, war Niklas Oelerich. 18 Monate arbeitete er in einem Projekt für geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche der Partnerorganisation Los Pipitos in Estelí in Nicaragua. „Durch meinen Freiwilligendienst mit EIRENE in Nicaragua habe ich viele neue Einsichten in die ungerechten Verhältnisse auf dieser Welt bekommen, die meinen Horizont erweitert haben und die unvergesslichen bleiben werden", so die Erfahrung von Niklas Oelerich. Im Bereich des Zivilen Friedendienstes wurden im vergangenen Jahr die ersten beiden Friedensfachkräfte für die Region der Afrikanischen Großen Seen entsandt. Damit ist EIRENE derzeit in Nicaragua, im Tschad, im Niger, in Mali, in Burundi sowie im Kongo mit Friedensfachkräften vertreten.
Überschattet wurde das Engagement von EIRENE im Tschad im Jahr 2007 immer wieder von bewaffneten Konflikten zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Höhepunkt dieser Auseinandersetzungen war Anfang diesen Jahres ein Angriff der vom Sudan unterstützten Rebellengruppen auf die Hauptstadt N`Djamena. Die Kämpfe forderten mehr als tausend Todesopfer und viele Verletzte. Die EIRENE Mitarbeiter mussten evakuiert werden und das Büro wurde durch Einschüsse beschädigt. Auch aktuell ist die Lage in dem zentralafrikanischen Land angespannt. Letzte Woche starteten die Rebellen erneut eine Offensive und die EIRENE Mitarbeiter, darunter auch die Afrikareferentin Claudia Frank aus der Geschäftsstelle in Neuwied, mussten ins benachbarte Kamerun fliehen.
Ende Mai fegte der Wirbelsturm „Alma“ über die Pazifikküste Nicaraguas hinweg. Landesweit hat der Sturm drei Todesopfer gefordert und über 25 000 Menschen mussten evakuiert werden. Besonders stark betroffen war die Gegend um das Naturschutzgebiet Isla Juan Venada, in der EIRENE zusammen mit der Partnerorganisation FUNDAR ein Projekt zur ländlichen Entwicklung durchführt. Das Projektgebiet wurde gleich zweimal vom Wirbelsturm heimgesucht. Die starken Sturmböen deckten hunderte von Dächern ab, viele Häuser wurden durch die anschließend sintflutartigen Regenfälle total zerstört. Die Schäden im Naturschutzgebiet sind immens. 30 bis 40 Prozent der Vegetation sind vernichtet wurden. Rund 80 Prozent des Mangrovenbestandes wurde zerstört, sie sind die Heimat von Fischen und Schalentieren von denen die Bevölkerung lebt. „ Den Menschen ist nicht nur sprichwörtlich das Dach vom Kopf geweht worden, auch ihre Existenzgrundlage ist zum Großteil dem Sturm zum Opfer gefallen“, erläutert König. Das Projektziel von EIRENE, alternative Einnahmequellen für die Bevölkerung zu entwickeln, Umwelterziehung zu leisten und Aufforstung zu betreiben, ist jetzt wichtiger als je zuvor.
Es werden erhebliche Investitionen nötig sein, um die zerstörten Häuser wieder aufzubauen und die anderen Schäden, die der Sturm angerichtet hat, zu beseitigen. Dafür sind Hilfsgelder wichtig. EIRENE garantiert, mit der Präsenz vor Ort, dass die Mittel dort ankommen, wo sie benötigt werden.
EIRENE erhielt erneut das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für sozialen Fragen (DZI). Das Siegel bescheinigt die Seriosität der Organisation und den sachgemäßen Einsatz der finanziellen Mittel. Zusammen mit anderen Organisationen arbeitet EIRENE an einem „code of conduct“, um die Transparenz über den Einsatz von Spendengeldern weiter zu verbessern.







