Internationaler Christlicher Friedensdienst

EIRENE aktuell

Der Frieden erobert den Potsdamer Platz

EIRENE-Aktion in Berlin sorgt für Aufsehen - Kritik am Afghanistan Einsatz der Bundeswehr

Friedenspanzer Berlin/Neuwied, 14.9. Mit einem außergewöhnlichen Kunstobjekt machte der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE in Berlin auf sein 50-jähriges Bestehen aufmerksam. Ein abgerüsteter und bunt bemalter „Friedenspanzer“ des Leipziger Künstlers Michael Fischer-Art war zentrales Element eines Aktionstages von EIRENE auf dem Potsdamer Platz mitten in Berlin. Der Friedenspanzer war direkt von der Documenta in Kassel nach Berlin gebracht worden. „In der Welt geht die Schere zwischen arm und reich immer weiter aus einander– da ist es nicht hinnehmbar, dass so viel Geld für die Rüstung ausgegeben wird. Auf diesen Skandal will EIRENE mit dem Friedenspanzer aufmerksam machen“, so Thomas Oelerich, Pressesprecher von EIRENE.

Der Friedens- und Entwicklungsdienst EIRENE ist seit 50 Jahren in der Entsendung von Freiwilligen und Fachkräften nach Afrika und Lateinamerika, aber auch in die USA und Europa tätig. Über 1.700 Entsendungen hat die Organisation, die heute in 23 Ländern weltweit tätig ist, bislang vorgenommen und mehrere hundert Entwicklungsprojekte finanziell unterstützt.

Auf einer Pressekonferenz in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz in Berlin anlässlich des 50-jährigen Bestehens von EIRENE ging Frau Angela König, Geschäftsführerin von EIRENE, auch auf die aktuelle Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ein. „EIRENE lehnt eine Verlängerung des Mandats für den Bundeswehreinsatz ab, solange es keine neues Strategiekonzept für den Einsatz in Afghanistan gibt. Bislang hat die militärische Komponente in Afghanistan eine viel zu hohe Priorität gehabt und ist de facto gescheitert. Verstärkte zivile Aufbauhilfe und ein langfristiges Entwicklungskonzept mit entsprechender finanzieller Ausstattung sind die einzige Chance, langfristig für Frieden und Entwicklung beizutragen.“

Seit dem Jahr 2002 seien in Afghanistan 85 Mrd. Dollar für militärische Maßnahmen und lediglich 7,5 Mrd. Dollar für zivile Wiederaufbaumaßnahmen ausgegeben worden, so die Kritik von EIRENE. Dies sei auch der Grund, warum sich EIRENE mit vielen anderen Friedensgruppen an der Friedensdemonstration gegen den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr beteiligt. Für den morgigen Samstag haben die Initiatoren zu einer Protestveranstaltung unter dem Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin aufgerufen.



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